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BUDAPEST/ Erkel-Theater: „HÓFEHÉRKE ÉS A HÉT TÖRPE

Schneewittchen und die 7 Zwerge als unterhaltsames Familienprogramm

11.06.2018 | Allgemein, Ballett/Tanz


Die 7 Zwerge: Ricardo Vila (Morgó/Grumpy), Miklós Dávid Kerényi (Kuka/Dopey), Alekszandr Komarov (Szundi/Sleepy), Dávid Molnár (Vidor/Happy), Boris Myasnikov (Tudor/Doc), Bálint Katona (Szende/Bashful), Gaetano Cottonaro (Hapci/Sneezy) – Photographer: Attila Nagy.

Budapest

Erkel Theater: 09.06.2018: „HÓFEHÉRKE ÉS A HÉT TÖRPE.Schneewittchen und die 7 Zwerge als unterhaltsames Familienprogramm

Dieses bekannte Märchen der Gebrüder Grimm wurde über die Jahrzehnte hinweg bereits vielfach bearbeitet – aus dem Reigen an Produktionen seien hier nur einige auswahlweise genannt wie u.a. der erste abendfüllende Zeichentrickfilm von Walt Disney (1937), 7 Zwerge – Männer allein im Wald (2004) mit Otto Waalkes, Nina Hagen (böse Stiefmutter), Cosma Shiva Hagen (Schneewittchen), die Fernseh-Serie „Once upon a time“ (2011) und „Snow white and the Huntsman (2012) als Verfilmung mit Charlize Theron als böser Königin und Kristen Stewart als Schneewittchen. Auch Opernwerke und Lieder bis zu Ballettfassungen beschäftigten sich mit diesem Stoff. Gyula Harangozó als damaliger Ballettchef des Ungarischen Nationalballetts schuf 2004 mit seiner Choreografie eine familienfreundliche unterhaltsame Version für alle von 5 bis 95. Seit der Premiere ist dieses revueartige Tanzstück zur gefälligen und ins Ohr gehenden Musik von Tibor Kocsák ein Publikumsrenner. Aktuell gab es wieder eine Aufführungsserie im Erkel Theater  mit 10 Vorstellungen in 10 Tagen zu kinderfreundlichen Beginnzeiten von 11.00 sowie 18.00 am Wochenende bzw. mit 17.00 aber auch „regulär“ um 19.00 unter der Woche.

Vor allem die mit technischen Finessen versehene Bühnenausstattung von KENTAUR ermöglicht spannende Effekte – von der befragugn des Spiegels und der Umwandlung der bösen Königin in die hässliche Hexe auf offener Bühne bis zu den Umbauten der Waldlandschaft in das Häuschen der Zwerge oder ins Bergwerk, wo die kleinen Männer ihr Tagwerk verrichten. Eine Rutsche für die Zwerge führt aus der rechten seitlichen Proszeniumsloge auf die Bühne während  auf der linken Seite es ebendort eine Treppe gibt, die ins Schloss führt. So sitzt man im Publikum fast mittendrin im aufregenden Geschehen. Die hübschen Kostüme von Rita Velich ergänzen die märchenhafte Szenerie. Es wird nicht nur viel getanzt, auch die Szenenwechsel sind einbezogen, somit ist auf der Bühne immer viel los, sogar eine echte weiße Taube kommt zum Einsatz.


Ein schönes Paar: Ildikó Boros (Schneewittchen) und Dmitry Timofeev (Prinz). Photographer: Attila Nagy.

Äußerst beliebt bei jung und junggeblieben, war auch die vorletzte Aufführung am Vorabend des Vatertags ausverkauft. Erwartungsvoll verfolgte man die allseits bekannte Handlung. Alle Charaktere waren optimal besetzt. Hinreißend Ildikó Boros als liebenswürdiges und adrettes Schneewittchen. Dmitry Timofeev reüssierte als eleganter Prinz. Zoltán Olah gefiel als treuer Jäger, der es nicht über sein Herz bringt, Schneewittchen wie befohlen zu töten. Bence Apáti überzeugte als furchterregende Hexe en travestie und Lea Földi war die durchtrieben böse Königin.  Auch die 7 Zwerge begeisterten, allen voran der sprungstarke Miklós Dávid Kerényi als Kuka (Dopey). Boris Myasnikov führte die Riege als kluger Tudor (Doc) an, Dávid Molnár war der fröhliche Vidor (Happy), Bálint Katona der schüchterne Szende (Bashful), Alekszandr Komarov der schläfrige Szundi (Sleepy), Gaetano Cottonaro der niesende Hapci (Sneezy) und Ricardo Vila der grantelnde Morgó (Grumpy).


Die furchterregende Hexe (Bence Apáti). Photographer: Attila Nagy.

Dirigent Kálmán Szennai leitete das Orchester mit großem Schwung.  Es gab langanhaltenden Applaus für das gesamte mit viel Esprit agierende Ensemble. 

Ira Werbowsky  

 

 

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