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BASEL/ Kunstmuseum: REMBRANDTS RADIERUNGEN – DIE SCHENKUNGEN EBERHARD W. KORNFELD

03.12.2020 | Allgemein, Ausstellungen

Kunstmuseum, Basel: REMBRANDTS RADIERUNGEN – DIE SCHENKUNGEN EBERHARD W. KORNFELD, 17.10.2020 – 24.01.2021

 Die Graphik ist die Kammermusik der Kunst

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Rembrandt Harmensz. van Rijn: Der Bettler mit dem Holzbein (Der Stelzfuss), um 1630.
Platte: 11.4 x 6.6 cm Blatt: 13.6 x 8.6 cm, Kunstmuseum Basel- Schenkung Eberhard W. Kornfeld, Bern.
Photo: Kunstmuseum Basel – Jonas Haenggi

Parallel zur grossen Rembrandt-Schau („Rembrandts Orient“) zeigt das Kunstmuseum Basel rund 60 Blätter aus den beiden Schenkungen (2007 und 2019) von Eberhard W. Kornfeld.

Rembrandt Harmensz. van Rijn war schon zu Lebzeiten wegen seiner Malerei und Radierkunst hoch angesehen: er wusste das technische und ästhetische Potential der Radierung meisterhaft zu nutzen. Auf Grund seiner speziellen Technik, der sich mit jedem Druckvorgang abnutzenden Nachbearbeitung der geätzten Radierung mit Grabstichel und kalter Nadel, muss letztlich jeder Abzug als Unikat betrachtet werden. Zusammen mit den Zustandsdrucken (Probedrucke vorläufiger Zustände) ergibt sich so ein schier unendlicher Kosmos, der bereits 1751, 82 Jahre nach dem Tod des Künstlers, mit einem ersten Catalogue raisonée gewürdigt wurde.

Der 1923 in Basel geborene Eberhard W. Kornfeld erhielt bei einem Architekten eine kaufmännische Ausbildung und begann danach ein Volontariat im Berner Auktionshaus Gutekunst und Klippstein. Nach dem Tod Klippsteins übernahm er die Firma, die 1951 zur Galerie Kornfeld wurde. Kornfeld, der das Basler Kupferstichkabinett schon als Schüler kennen gelernt hatte,  begeisterte sich besonders für Dürer und Rembrandt, hatte aber auch Kontakte zu Künstlern wie Picasso, Chagall und Giacometti und war massgeblich am Aufbau des Kirchner-Museums in Davos beteiligt.

2007 erhielt das Kupferstichkabinett 119 Radierungen und eine Druckplatte. Die zweite Schenkung von 2019, Folge zweier Auktionen nach 2007, umfasst 31 Radierungen, die die gesamte Schaffenszeit Rembrandts dokumentieren. Auch der vorherige Rembrandt-Bestand des Kupferstichkabinetts geht weitgehend auf Radierungen zurück.

Eine kleine, hochfeine Schau: Graphik ist, so Eberhard W. Kornfeld, die Kammermusik der Kunst und dies wird hier wunderbar deutlich!

05.12.2020, Jan Krobot/Zürich

 

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