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À MADAME: DIVERTISSEMENT POUR ADÉLAIDE

15.04.2017 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

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À MADAME: DIVERTISSEMENT POUR ADÉLAIDE

apartemusic CD

Überaus charmante Kammermusik für Cembalo und Violine am Hofe Ludwig XV

Madame Adélaide war eine der acht Töchter Ludwig XV, die er mit Marie Leszcinska hatte. Gemeinsam mit ihren Schwestern Victoire, Sophie, Louise und Henriette musizierte Adélaide regelmäßig am Hof zu Versailles. Zahlreiche Komponisten gaben sich damals die Ehre, für die royalen Damen Musikstücke zu schreiben und sie Ihnen auch zu widmen. 

Olivier Baumont auf einem Cembalo Francois-Ètienne Blanchet 1746 und Julien Chauvin auf einer Violine ebenfalls aus den historischen Sammlungen Versailles haben in den Appartements der Mesdames, Töchter Louis XV, im Juli 2015 dieses Album mit herrlich virtuoser und wahrlich unterhaltsamer französischer barocker Kammermusik aufgenommen. 

Allesamt Weltersteinspielungen, entzücken das Premier Concert und das Maestoso der vierten Sonate von Simon Simon, eine Sonate von Antoine Dauvergne, Musik aus Jean-Philippe Rameaus Castor und Pollux, arrangiert für Cembalo und Violine, die Aria Gratioso der ersten Sonate von Claude Balbestre, die Sonata Sexta von Jean-Baptiste Cardonne sowie als einziges Werk für zwei Violinen „Les Sauvages“ nach Rameau mit Variationen geschrieben von Jean-Pierre Guignon. Bis auf Rameau handelt es sich um durchwegs von einem breiteren Publikum vergessene Komponisten, die dank der Initiative der beiden Solisten nun auf Tonträger zugänglich sind. 

Gespielt werden diese überwiegend heiteren, verspielten und lyrisch galanten Werke ganz köstlich pointiert und lebendig.  Das Cembalo fordert die Violine zu einer eleganten, brillanten und zuweilen zärtlichen Konversation.  Dazwischen darf die Musik schon kurz nachdenklich bzw. von einer sehnenden Wehmut sein. Einladend ist die Idee, die CD zur Einstimmung auf die bevorstehende Zeitreise mit dem Geläute der Pendeluhr von Jean-Joseph de Saint-Germain beginnen zu lassen. Dazwischen erklingen zwei mal kurz die flötenden Uhrwerke von Marc-Antoine LeNepveu, bevor das Album abermals mit den edlen Tönen der goldenen Pendeluhr aus dem Großen Kabinett von Madame Victoire endet.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

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