Copyright: Monika Rittershaus
BERLIN: Start Ring-Zyklus unter Christian Thielemann
Berlin/ StaatsoperDas Rheingold/Ring-Zyklus Berlin, Thielemann . 27. September 2025, 1. Zyklus.
Wann Christian Thielemann wo auch immer Wagner dirigiert, ist der Andrang auf die Karten riesengroß. Und so sind die wiederaufgelegten beiden Ring-Zyklen an der Berliner Staatsoper bis auf einige wenige sehr teure Restkarten über 200 Euro seit langem ausverkauft.
Zur Premiere im Oktober 2022, als Thielemann kurzfristig für Daniel Barenboim einsprang, war die Probenzeit knapp bemessen, dennoch wurde schon damals großartig musiziert. Aber natürlich wächst jede Produktion mit jeder zusätzlichen Probe. Noch dazu manifestiert sich mit jeder Aufführung der Eindruck, dass die Berliner Staatskapelle seit 30 Jahren nicht so gut geklungen hat wie nun unter Thielemanns Leitung.
Oftmals eher klotzig und klobig tönte das Orchester vielfach vor seiner Zeit bei Wagner-Aufführungen an lauten Stellen, dass man schon dazu neigte, die Probleme auf die Akustik des Hauses zu schieben.
Nun aber wird mehr und mehr zur Gewissheit, dass die Akustik trotz kleinerem Raum gar nicht schlechter ist als die in der Deutschen Oper. Sie muss nur ideal genutzt werden und verträgt offenbar nicht die Härten, die Barenboim vielfach im Forte und Fortissimo an den Tag legte…
Zum Bericht von Kirsten Liese
BERLIN / Staatsoper: DIE WALKÜRE mit Volle, Kampe, Miknevičiūtė und Cutler 28.9.2025
Christian Thielemann und die Staatskapelle Berlin: Ein Ereignis
Foto: Monika Rittershaus
Normalerweise werden Vorstellungen, die weit über den Durchschnitt hinausragen und aus einer besonderen Konstellation heraus einzigartig sind, als Sternstunden bezeichnet. Bei der ersten Vorstellung von Die Walküre als Teil von zwei kompletten Ring-Zyklen an der Staatsoper Unter den Linden diesen Herbst wäre das natürlich im Sinne des Erfinders, aber vielleicht zu einfach gegriffen.
Denn nach hörbar intensiven Proben konnte Christian Thielemann die Klangwunder der Partitur sorgsam gestalten als auch spontan dem eigenen Instinkt folgen. Mit der ihm eigenen Variabilität in der Exzellenz seiner Wagner-Interpretationen war gestern wirklich ein musikalisch erstklassiger und von der Spannung her extrem mitreißender Abend zu erleben. Bis ins kleinste Detail durchhörbar, gerieten sowohl das entlang der Sprache entwickelte Parlando als auch die großen romantischen Orchesterpassagen exemplarisch…
Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger
Klassikwoche- Kommentar: Mauerfall, Moral und die Musik
Willkommen in der neuen Klassik-Woche, das, was man in Pausengesprächen hinter vorgehaltenen Händen so hört, wird immer erschreckender: In Berlin ist weiterhin vollkommen unklar, wie die Sparvorgaben des Senats in der Kultur eingehalten werden können. Und auch in Wien wird es eng: Es gibt Opernhäuser wie das Theater an der Wien, die noch nicht einmal das Budget für die kommende Saison garantiert bekommen haben.
Das, was man in Pausengesprächen hinter vorgehaltenen Händen so hört, wird immer erschreckender: In Berlin ist weiterhin vollkommen unklar, wie die Sparvorgaben des Senats in der Kultur eingehalten werden können. Und auch in Wien wird es eng: Es gibt Opernhäuser wie das Theater an der Wien, die noch nicht einmal das Budget für die kommende Saison garantiert bekommen haben. Über der Stadt kreist der Sparhammer, und Kulturstadträtin Veronoica Kaup-Hasler rückt (noch) nicht mit konkreten Zahlen raus. Es herrscht Unsicherheit – und das ist, was die Häuser, die langfristig planen müssen, überhaupt nicht gebrauchen können. Außerdem geht es heute mit erhobenem Zeigefinger um eine spektakuläre Musikgeschichte aus Dresden, um politische Eskalationen in Nahost und um eine Giga-Party in Hamburg. ..
https://backstageclassical.com/mauerfall-moral-und-die-musik/
Die Wiener Staatsoper ist bezüglich Budgeteinschränkung ungefährdet, die zuständigen Politiker glauben immer noch an deren Weltgeltung wie Dreijährige an das Christkind!
Der von mir bereits erwartete Einspruch von Leserin Waltraud B.: Die WSO HAT Weltgeltung in vielerlei Hinsicht, das konnte auch ein Herr Meyer nicht kaputt machen! Ein Repertoirehaus wie dieses kommt anders daher als ein Stagione-Haus. Es spielt auch (fast) 70 Jahre alte Produktionen (wo sonst gibt es das?) und zieht die besten Sängerinnen und Sänger an. Jedem recht machen, das geht halt nicht. Ich kann auf die Kulissen-Tosca zum Beispiel leicht verzichten, da wär mir (bei geeigneter Besetzung) schon konzertant lieber…. (Zitat Ende)
Antwort von „Amici-Chef“ Michael Tanzler: Ja, es stimmt betrachtet man Quantität und Qualität der Aufführungen so stimmt es: nirgends gibt es soviele unterschiedliche Aufführungen in einer gewissen Qualität pro Jahr! Auf alle Fälle Weltgeltung – unter Umständen sogar Nummer eins! Stark gemindert wurde die Qualität in den letzten Jahren durch miserable, austauschbare, werkferne Inszenierungen! Anstelle derer wären konzertante Aufführungen erquicklicher!! ( über „sinnvoller“ läßt sich streiten) Aber KEINESWEGS dürfen die letzten verbliebenen „Dauerbrenner“ eliminiert werden! Tosca, Boheme, Elisir…. die kann man nicht „besser“ machen! Hände weg davon! Zitat Ende
Wien/Staatsoper: DIE VERKAUFTE BRAUT. Premiere
Meiner im Grunde genommen tschechischen Seele (meine Vorfahren haben tschechische Wurzeln, die sich natürlich auch auf mich übertragen haben) tut das weh! Statt tschechische Folklore sieht man Zirkus! Auch diese Neuinszenierung ist – wie die meisten vor ihr uns aufgedrängten, zwar nicht gänzlich misslungen (auch einen Skandal zu erzeugen will gelernt sein), aber auch nicht wirklich gelungen. Die Medien berichten von einer eher lauwarmen Angelegenheit. Für eine Touristenoper mag dieser Anspruch vollauf genügen, Wiens „echte Opernfreunde“ haben einen andren Anspruch. Es muss nicht Otto Schenk sein, aber es gibt sicher genug Regisseure, die einen moderneren Anspruch besser erfüllen hätten können – aber diese sind nicht von Agenturen, bei denen die Wiener Staatsoper „einkauft“!
Hier ein Video (volle Länge) der seinerzeitigen Premiere der Neuinszenierung von „Die verkaufte Braut“ am 25.4.1982 in der Schenk-Inszenierung (Lucia Popp, Siegfried Jerusalem, Heinz Zednik)
Zum Video
Karl Ridderbusch, der den Kezal sang, war hörbar indisponiert. Dass er dennoch die Premiere gesungen hat, war laut seiner Frau (mit der ich Jahre später darüber gesprochen habe) ein schwerer Fehler, der ihm bis zu seinem Karriereende nachgehangen ist!
Aber ich möchte Sie nicht beeinflussen, sehen Sie selbst und ohne „Tschechische Seele“ – vielleicht hindert mich diese an einer obektiven Sicht!
28.9.25 „Die verkaufte Braut“, Staatsoper, „Vergebene Chance“ Jetzt hat auch die Staatsoper ihre erste Premiere in der neuen Saison hinter sich gebracht: Friedrich Smetanas „Verkaufte Braut“ langweilte mit schäbiger Optik und penetrantem Rummelplatzhumor das Publikum.
Zugegeben, der Tanz der lebensgroßen „Gummibärchen“ am Ende des ersten Aktes ist hübsch anzuschauen, aber er wirkt wie ein Marketinggag ohne Bezug zum Ganzen – und das Konzept von Regisseur Dirk Schmeding, „Die verkaufte Braut“ auf einem Jahrmarkt anzusiedeln, dem alles dörfliche abhanden gekommen ist, entwurzelt die Charaktere, nimmt ihnen ihren Liebreiz und ihren Charme.
Marie im werkfraulichen Hosenanzug ist von Beginn an sehr selbstbestimmt unterwegs, offenbar arbeitet sie bei einem der Schausteller. Dass sie sich von ihren Eltern einen Heiratsvermittler aufs Auge drücken lässt, scheint unglaubwürdig. Jenik selbst wird im dritten Akt in ein Glitzersakko gesteckt und zu einer Art Showstar gemacht. Arbeitet er beim Zirkus? Die dramaturgische Funktion des Heiratsvermittlers bleibt in Schwebe und seitens der Regie wird die Figur zu einer sehr bemüht ausgespielten Komödiantik gedrängt. Die Regie rettet sich oft genug in Statistenaktionismus und verliert im dritten Akt endgültig den Faden, wenn die Leerstellen im Erzählzusammenhang so offensichtlich sind, dass sie plötzlich mit Live-Video (!) aufgefüllt werden müssen. Die Handlung wurde offenbar in die 1970er-Jahre verlegt, aber zumindest die Artisten geben sich in Gehabe und Kostüm sehr heutig…
Foto: Zdenek Kratochwil
http://www.operinwien.at/werkverz/smetana/abraut3.htm
am 28.9. Dominik Troger/ www.operinwien.at
Staatsoper: Die „Verkaufte Braut“ zwischen Zirkus, Jahrmarkt, Tingeltangel (Bezahlartikel)
https://www.diepresse.com/kultur/feuilleton
„Verkaufte Braut“ in der Staatsoper: Plüschbärenballett mit Riesenbratwurst (und Kren) (Bezahlartikel)
Smetanas Oper ganz ohne Tschechien-Idylle, mit toller Musik und starken Gesangsmomenten, aber einigen Fragezeichen.‘
Kurier.at
Pavol Breslik brilliert in Smetana-Zirkus
Die Wiener Staatsoper spielt nach 34 Jahren wieder Friedrich Smetanas „Verkaufte Braut“. Regisseur Dirk Schmeding macht den laut Libretto erst im dritten Akt auftretenden Zirkus zur Grundlage des allzu bunten Abends. Musikalisch gibt es dabei Grund zur Freude.‘
…Ein realistisch gezeichneter, ungeschönter Zirkus also, gemischt allerdings mit Jahrmarkt und Tingeltangel. Dabei wird weniger mit Keulen, Messern und Äxten jongliert als vielmehr mit Pleiten, Pech und Pannen – denn auch das kunstvolle Scheitern beherrscht die im dritten Akt herumtollende Artistik-Truppe Ape Connection wie im Schlaf. Vor ihrem Auftritt in der Manege aber werden auf Robert Schweers Bühne transportable Klos herangekarrt sowie eine Riesenbratwurst und eine Monsterkrentube von Muskelmännern umhergeschleppt. Cowgirls reiten auf dem mechanischen Bullen und wissen sich gegen zudringliche Burschen zu wehren, rund um den Brauereiwagen mit den zwei als Reklame goldgelb leuchtenden Glaskrügen obenauf liegen reichlich Bierleichen herum, als wär’s die Wiesn, alles Elektrische produziert irgendwann unweigerlich einen Funken sprühenden Kurzschluss, und im Hintergrund grinst ein riesiges Herz-Smiley etwas hämisch auf alles herab…
BR-Klassik.de
Smetanas „Verkaufte Braut“ wird an der Staatsoper zum Kirtag der Kuscheltiere
Die Neuinszenierung von Dirk Schmeding beschert der Wiener Staatsoper Spitzenleistungen in den beiden Hauptrollen – ansonsten aber einen eher durchwachsenen Abend. Trigger-Warnung: Wer deftige Hausmannskost schätzt, sollte die erste Neuproduktion der Staatsoper in diesem Herbst nicht mit leerem Magen aufsuchen. Bratwurst, Kukuruz, scharfer Kren und Bierkrüge prangen in Übergröße auf der Bühne, das Fleisch brutzelt gar auf einem Riesengrill. Der Anlass für die zünftigen Schauwerte? Nach 34 Jahren Absenz ist Bedřich Smetanas Die verkaufte Braut ans Haus zurückgekehrt. Dass sich die Handlung des tschechischen Opernhits auf einem Kirtag zuträgt, hat Bühnenbildner Robert Schweer offenbar zur Darstellung der nämlichen Gaumenfreuden im Kingsize-Format ermutigt.
Damit hat es sich aber auch schon mit Folklore. Während die Vorgänger-Regie von Otto Schenk auf ein Großaufgebot an Trachten und Tänzen setzte, verzichtet Dirk Schmeding in seiner Inszenierung auf derlei.
DerStandard.at.story
„Die verkaufte Braut“ an der Wiener Staatsoper: Manege frei für die Jagd nach Dukaten (Bezahlartikel)
„Die verkaufte Braut“: Die Wiener Staatsoper eröffnet die Saison mit einer eher missglückten Smetana-Premiere.‘
SalzburgerNachrichten.at
27.9.2025- „Tosca“- Wiener Staatsoper
„Und die Sterne blitzten!“
In der 665. Aufführung der bewährten Inszenierung von Magarete Wallmann des berühmten und mitreißenden Opernthrillers „Tosca“ an der Wiener Staatsoper, war erneut eine spannende und hochkarätige Sängerbesetzung zu erleben. Das packende Melodramma in drei Akten nach Victorien Sardou mit dem Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica übt eine ganz besondere Faszination aus, die sowohl auf die dramatische Geschichte dieses Opernklassikers als auch auf die meisterhafte und aufwühlende Komposition von Giacomo Puccini zurückzuführen ist. Das exzellente Orchester der Wiener Staatsoper unter der routinierten, ausladenden, musikalischen Leitung von Pier Giorgio Morandi fesselte mit pastoser Verve, feinfühliger Akkuratesse und voluminöser, klangintensiver Wucht und Dramatik sowie eruptiver Intensität…
Zum Bericht von Marisa Altmann-Alhausen
Wien/ Volksoper‘: Carmen ist tot – und jetzt? (Bezahlartikel)
Mit „Killing Carmen“ zeigt die Volksoper den nächsten Coup von Nils Strunk und Lukas Schrenk: eine Western-Pop-Rap-Oper mit Bizet-Melodien.‘
https://www.diepresse.com/20149243/carmen-ist-tot-und-jetzt
Graz‘
Mozarts „Idomeneo“: Ein Drama voller Blut und Sex‘
https://www.krone.at/3911795
In der Grazer Oper muss Idomeneo sterben (Bezahlartikel)
Regisseur Philipp Westerbarkei setzt bei seiner Neuinszenierung von Mozarts Werk auf Gewalt und einen tragischen Schluss statt auf einen Sieg der Humanität. Gesanglich und musikalisch kann die Produktion überzeugen.‘
https://www.diepresse.com/20149617/in-der-grazer-oper-muss-idomeneo-sterben
Graz/Oper‘
Erwin Schrott: Teufelstango und Engelsmilonga (Bezahlartikel)
Bassbariton Erwin Schrott gab mit „Stimme des Südens“ einen umjubelten Tangoabend in der Grazer Oper.‘
KleineZeitung.at
Hamburg/ Staatsoper
„Die Gänsemagd“ – Kinderoper von Iris ter Shiphorst an der Staatsoper in Hamburg
Audio von Jörn Florian Fuchs (5,08 Minuten)‘
deutschlandfunk.de
Berlin/ Tempelhof
Mahlers „Sinfonie der Tausend“ im Flughafen Tempelhof: Das Unbeschreibliche – hier ist’s getan
Der Komischen Oper Berlin sei für ihren Mut gedankt, ein Projekt dieser Größenordnung zu wagen. Der offensichtliche Erfolg ist der Lohn für diesen Mut und ein großer Teil des Dankes gebührt James Gaffigan, der souverän die Gesamtleitung handhabte. Ein Erlebnis!
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Tannhäuser in Genf: Minimalismus trifft auf Wagner, vom 28.09.2025
Stéphane Degout und Franz-Josef Selig. Copyright: Carole Parodi
Mit Richard Wagners Tannhäuser hat das Grand Théâtre de Genève am 28. September 2025 seine neue Saison eröffnet – und das auf ungewöhnliche Weise: Die Regie, kurzfristig von Michael Thalheimer übernommen, verzichtet auf üppige Bühnenopulenz und setzt auf minimalistische, fast asketische Bilder, die dennoch nachhaltig wirken. Nach der krankheitsbedingten Absage von Tatjana Gürbaca trat Thalheimer in grosse Fussstapfen – doch der ehemalige Direktor des Deutschen Theaters Berlin, der bereits Parsifal (2023) und Tristan und Isolde (2024) in Genf inszeniert hat, zeigt erneut seine Fähigkeit, grosse Werke Wagners auf das Wesentliche zu verdichten.
Bühne als Science-Fiction-Labor: Henrik Ahrs Bühne bildet das Herzstück der Inszenierung: Zwei riesige schwarze Zylinder, flankiert von Wendeltreppen, und eine zentrale, kreisförmige Spielfläche erinnern an Raketenstarts und das CERN. Diese futuristische, beinahe kalte Ästhetik steht in bewusstem Kontrast zur emotionalen Erzählung des Opernstoffs. Tannhäuser selbst wird als halb nackte, verletzliche Figur inszeniert, gefangen im grellen Lichtkegel eines imaginären Beobachtungsturms. Aus der düsteren Maschinerie stürzt ein Engel mit schwarzen Flügeln kopfüber herab, während maskierte Männer mit Hirsch-, Wolf- oder Adlerköpfen die Bühne bevölkern – surreale Bilder für Versuchung, Schuld und innere Konflikte…
Zum Bericht von Marcel Emil Burkhardt
Klein beleuchtet kurz 62: Im Teatro Cervantes Malaga wird die neue Saison mit einem starken Wagner eröffnet
Copyright: Daniel Perez
Da war man auf Reisen in dem kulturell sehr bedeutenden Gebiet Andalusien, dachte sich, dass man die Schönheit der Landschaft, die multikulturellen Ereignisse der letzten Jahrhunderte bestaunt, hatte Etliches auf dem Zettel wie schon die Eintrittskarten für die Alhambra in Granada, und landete schließlich im Teatro Cervantes in Málaga genussvoll einem ja fast neuen „Tristan und Isolde“ – Liebestod beizuwohnen.
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de
Lübeck
„Ich freu‘ mich aufs Heiraten!“: …und Lübeck freut sich auf den „Rosenkavalier“!
Ob das so schön wird mit dem Heiraten, wenn man einen vor Testosteron platzenden Baron als zukünftigen Gemahl erwarten muss? Oder ahnt die hübsche junge Sophie schon, dass alles ganz anders ausgehen wird, wenn sie von ihrer Freude auf das Heiraten schwärmt? Wie die Geschichte aus dem Rokoko-Wien endet, ist uns allen bekannt – nicht aber, was das Lübecker Theater in seiner neuen Rosenkavalier-Produktion am 18. Oktober präsentieren wird. Zuvor jedoch gab es
am 28. September eine Lesung des Librettos mit verteilten Rollen.
Von Dr. Andreas Ströbl‘
Klassik-begeistert.de
Bonn/ Beethovenfest
Beethovenfest: „Épater le bourgeois!“
Beim Bonner Beethovenfest spielen gern gesehene (und gehörte!) Gäste aus Budapest Beethovens Siebte und Bartóks Der wunderbare Mandarin in der Komplettfassung. Die Éva Duda Dance Company tanzt phänomenal.
Von Dr. Brian Cooper
Klassik-begeistert.de
WIEN / Akademietheater: des Burgtheaters
GESPENSTER von Henrik Ibsen
Neueinstudierung einer Produktion des Schauspiel Köln
Wiener Premiere: 14. September 2025,
besucht wurde die zweite Vorstellung am 29. September 2025
Versteinert oder hysterisch
Foto-Copyright: Tommy Hetzel
Die „Gespenster“ von Henrik Ibsen sind ein Klassiker, nicht nur zu seiner Zeit (1881), als der gnadenlose Norweger der Gesellschaft (und zwar von ganz Europa) den Spiegel ihrer Verlogenheit und Fassadenhaftigkeit vorhielt. Dass Familiengeheimnisse unter den Teppich gekehrt, verschwiegen oder verleugnet werden, gibt es in jeder Genration, auch wenn man oft einen hohen Preis bezahlt.
Man ist auf jede Ibsen-Aufführung neugierig, zumal auf eine, die so legendäre Rollen hat wie dieses Stück. Dabei sind Frau Alving und ihr Sohn Osvald echte Opfer des Systems, nämlich ihres Gatten / Vaters, des verstorbenen „Kammerherrn“ (ein sehr hoher Beamter), der keinen Seitensprung ausließ und seinem Sohn seine Syphilis vererbt hat. Der Versuch der Gattin, sich von ihm zu trennen, wurde vom Pastor vereitelt, der ihr befahl, über alles Stillschweigen zu bewahren und die Fassade zu pflegen. Osvald, mit Gehirnerweichung nach Hause kommend, wähnt sich selbst schuld an seinem Untergang…
Ein Mutter-Stohn-Stück von vibrierender Dramatik, wobei die beiden von drei recht üblen Figuren umgeben sind. Der Pastor, ein Heuchler. Der Tischler, ein noch größerer Heuchler und evidenter Schurke. Und dessen Tochter, die eigentlich jene des Kammerherren ist, eine glatte Opportunistin. Man müsste das nur an Ibsens souveräner Psychologie entlang spielen und hätte spannendstes, anklagendes Theater.
Allerdings der „gestrigen“ Art, und darum beschloß Regisseur Thomas Jonigk, die Figuren zu drehen, zu wenden und zu verfremden. Letzteres auch optisch. Zuerst fällt an dem Tischler Engstrand die falsche Nase auf, nach und nach bemerkt man, dass alle Darsteller solcherart „verändert“ wurden. Vielleicht, um gleich klar zu machen, dass es sich nicht mehr um echte Menschen handelt, sondern um Marionetten, an denen etwas vorgeführt wird.. Also gibt es in dem spärlichen, schäbigen Raum (Lisa Däßler), in dem keine Familie eines Kammerherrn wohnen würde, auch kein psychologisches Theater mehr, sondern nur Kunstfiguren. Meist sind alle Personen auf der Bühne, reden Teile ihres auf 100 pausenlose Minuten zusammen gestoppelten Textes und wirken entweder wie erstarrt (da sind die Gespenster nicht jene der Vergangenheit, wie bei Ibsen, hier sind sie es selbst), oder sie brechen in irgendwelche Hysterien aus, und eines ist so unbegründet wie das andere…
Wien/ Theater in der Josefstadt
Ex-Burgtheater-Chef Matthias Hartmann kehrt nach Wien zurück: „Die Wunden heilen
Elfeinhalb Jahre nach seiner Amtsenthebung am Burgtheater kommt Matthias Hartmann wieder nach Wien: Am Theater in der Josefstadt inszeniert er Thomas Bernhards „Theatermacher“, mit Direktor Herbert Föttinger in der Hauptrolle. Der „Presse am Sonntag“ erzählte er, wie es ihm dabei geht.
DiePresse.com
München‘: Frei in ihrer Beklemmung (Bezahlartikel)
Düster-kühler Triumph: In Barbara Freys Münchner Inszenierung von Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“ spielt Anna Drexler die weibliche Titelfigur als selbstsichere Abenteuersüchtige.‘
FrankfurterAllgemeine.net
St.Pölten
„Das Schloss“ in St. Pölten: Verstörender Versuch über Franz Kafka (Bezahlartikel)
Kurier.at
Salzburg/ Landestheater
Kaiserin Karla sucht Gutmenschen
Uraufführung des Stücks Untersberg von Anaïs Clerc in den Kammerspielen des Salzburger Landestheaters.
DrehpunktKultur.at
Klagenfurt/ Junges Theater
Wedekind: Jugend entdeckt Sexualität
Mit „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind bringt das Junge Theater Klagenfurt einen Klassiker auf die Bühne, der bei seiner Uraufführung Anfang des 20. Jahrhunderts einen Skandal auslöste. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen, die ihre Sexualität entdecken. Für einen Skandal reicht das heute nicht mehr aus.
https://kaernten.orf.at/tv/stories/332271
Politik
Konflikt nun Chefsache. Trump sieht Frieden in Nahost „mehr als sehr nahe“
Knapp zwei Jahre nach Beginn des Gazakonflikts hat US-Präsident Donald Trump einen umfassenden Friedensplan für den Nahen Osten vorgelegt. Man sei einer Lösung „mehr als sehr nahe“, machte er den Konflikt zur Chefsache. Sein Plan umfasst 20 Punkte und soll einen Weg zu einer stabilen Lösung zwischen Israelis und Palästinensern aufzeigen. Mit der Aussage, „alle wollen den Deal machen“, begrüßte der US-Präsident Netanyahu am Montag im Weißen Haus – und machte schließlich im Zuge des Treffens mit dem israelischen Regierungschef den Konflikt rund um Israel und die Hamas zur Chefsache.
https://www.krone.at/3913421
Schleswig-Holstein/ Deutschland
Ramadan und Opferfest: Muslime bekommen gesetzliche Feiertage
Muslime im deutschen Schleswig-Holstein können künftig an zwei Feiertagen schulfrei oder arbeitsfrei bekommen.
Ich gehe davon aus, dass es das anderswo auch bald geben wird. Die Wirschaft wird sich freuen! Aber dafür werden die muslimischen Herrschaften wohl zu Weihnachten und zu Ostern arbeiten! Oder ist das etwa nicht vorgesehen?
Ich wünsche einen schönen Tag!
A.C.
oe24.at

