Wien
Ioan Holender zu Gast im „Presse“-Musiksalon
Wiens längstdienender Operndirektor plauderte im Berio-Saal des Konzerthauses mit Wilhelm Sinkovicz. Überraschungsgast im ersten „Musiksalon“ des Jahres 2025 – der Zyklus findet heuer im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses statt – war Ioan Holender. Aus dem Blickwinkel seiner jahrzehntelangen Erfahrungen mit dem Opern-Business bewertete er manche Gepflogenheiten skeptisch: „Heute“, meinte er in Anspielung auf die Moden des Regiehandwerks, „werden durch Video-Spiele die schönsten Liebesduette entzaubert.“ Die Optik werde viel zu wichtig genommen. „Längst hat man den Eindruck, die Sänger seien das Unwichtigste – leider auch in der Berichterstattung. In den Kritiken lesen wir spaltenweise über den Regisseur.“…
…Das Publikum sei nach wie vor imstande, musikalische Qualität zu erkennen und zu würdigen.
Allerdings werde der Anteil von Musikfreunden mit genügend Sachverstand kleiner. Und diesen Kennern stehe ein großer Anteil von Zaungästen gegenüber, die ziemlich kritiklos alles beklatschten, was ihnen vorgesetzt wird. „Man staunt“, sagte Holender, „was alles mit Applaus bedacht wird.“
…Manche Wiener Opernfreunde erinnern sich noch an eine Maßnahme, die das Direktionsduo Eberhard Waechter/Ioan Holender für seine erste Spielzeit Anfang der Neunzigerjahre beschloss: Man startete mit einer Saison ohne Neuinszenierung. „Es war die Spielzeit mit den höchsten Karteneinnahmen aller Zeiten“, erinnert sich der Langzeitopernchef. „Waechter hat damals gesagt: Es gibt bei uns keinen Schließtag! Ein Opernhaus, das nicht spielt, ist ja wie ein Barbierladen, der geschlossen hat, weil der Barbier seine Messer schleifen muss.“
Eine Saison ohne Neuinszenierungen? Heute undenkbar, der Direktor würde vor allem von der Presse in der Luft zerrissen werden. Also mit Neuinszenierungen! Da wird ein Operndirektor vom Publikum mit Sachverstand in der Luft zerrissen – wenn er „verschlimmbessert“ – was ja vorkommen soll. Die Lösung: Fokus auf die von Holender so genannten „Zaungäste“ – die bejubeln jeden Schmarren! Vorsichtshalber sollte man auch ernsthaften, weil unabhängigen Rezensenten ihre Arbeit möglichst erschweren! Geht doch!
Wien
Ein Alzerl liebestrunken: Ohne Rausch geht’s auch
Donizettis „L‘elisir d‘amore“ gelingt der Staatsoper nett, aber auch nicht mehr. Nadine Sierra stellt sich als für Wien neue, soubrettig leichtgewichtige Adina vor.
Selbst wenn diesmal ein kleiner Wurm drinnen ist – reicht man an der Staatsoper noch keinen Meskal, sondern immer noch Donizettis „Liebestrank“. Der geht eigentlich immer runter. Erst recht, wenn ein Tenorissimo wie Xabier Anduaga als Nemorino die Korbflasche schwingt. Selbst wenn er nicht in der gewohnten Form strahlt, sondern eher müde und matt klingt und agiert. Solange er „Una furtiva lagrima“ gut über die Rampe bringt, ist es ein Erfolg. Da braucht es nicht einmal ein Dacapo. Allerliebst umgurrt ihn dazu Nadine Sierra mit ihrem etwas dünnen, aber geläufigen Soubretten-Sopran. Als entzückende Giannetta stellt sich Opernstudio-Mitglied Hannah-Theres Weigl vor. Davide Luciano lässt den Belcore als kernigen Potenzprotz raushängen und singt die charmante Belcanto-Rolle entsprechend knackig bell-kantig.
Sir Bryn Terfel war als Dulcamara mit von der Partie!
Barcelona
SOKO Telramund im Einsatz – Katharina Wagner inszeniert „Lohengrin“ in Barcelona (Bezahlartikel)
Wagners „Tannhäuser“ hat Katharina Wagner schon in Spanien inszeniert – das war 2009 auf Gran Canaria. Jetzt folgt im katalanischen Barcelona ihr zweiter Lohengrin. Den hatte sie sich schon einmal 2004 in Budapest vorgenommen. Als Inszenierung eines politischen Machtkampfes und überzeugende Talentprobe einer Jungregisseurin. Mittlerweile ist sie als Regisseurin und als Nachfolgerin ihres Vaters an der Spitze der Bayreuther Festspiele mit reichlich eigenen Erfahrungen ausgestattet. Und auch mit einem Selbstbewusstsein, das es ihr erlaubt, selbst den „Lohengrin“ auf links zu drehen. Sprich: der Gloriole des strahlenden Ritters ebenso zu misstrauen wie dem Intrigantenimage, das Friedrich Telramund und seiner Gattin Ortrud nun mal anhaftet.
NeueMusikzeitung/nmz.de
Katharina Wagner inszeniert in Barcelona: Tatort Gral – Bezahlartikel
Die Leiterin der Bayreuther Festspiele und Urenkelin des Komponisten inszeniert nach Jahren der Regieabstinenz „Lohengrin“ am Opernhaus von Barcelona.
Tagesspiegel.de
Unfassbar, was die Frau Professor (so leicht geht das in dieser Branche) da abgeliefert hat. Ihr Pech: In Barcelona gibt es zwar auch, aber nicht ausschließlich „Zaungäste“
Umbesetzungsmeldung Bayerische Staatsoper: Der fliegende Holländer“ am 25., 28. und 31. März
In den Vorstellungen von Der fliegende Holländer am 25., 28. und 31. März 2025 übernimmt Patrick Lange die Musikalische Leitung anstelle von Mikko Franck.
Patrick Lange. Foto: Hilbert Management
PATRICK LANGE
Patrick Lange studierte an den Musikhochschulen in Würzburg und Zürich und wurde 2005 in das Förderprogramm Dirigentenforum des Deutschen Musikrates aufgenommen. Claudio Abbado ernannte ihn im selben Jahr zum Assistenzdirigenten des Gustav Mahler Jugendorchesters. Als Assistent Abbados arbeitete er u. a. mit den Berliner Philharmonikern und mit dem Lucerne Festival Orchestra. 2007 erhielt er den Europäischen Kulturpreis in der Kategorie Förderpreis für junge Dirigenten, 2009 das erstmals verliehene Eugen-Jochum-Stipendium des BR-Symphonieorchesters. 2010 wurde er Chefdirigent an der Komischen Oper Berlin, wo er bereits seit 2008 als Erster Kapellmeister gewirkt hatte. Von 2017 bis 2022 war er Generalmusikdirektor des Staatstheaters Wiesbaden. Weitere Engagements führten ihn u. a. an die Semperoper Dresden, die Staatsopern in Hamburg und Stuttgart, die Oper Frankfurt, das Opernhaus Zürich, die Wiener Staatsoper, die Opéra national du Rhin in Strasbourg, die Opéra national de Paris, das Royal Opera House Covent Garden in London, die Canadian Opera Company in Toronto, die Korean National Opera in Seoul, die Opera Australia in Sydney sowie zum Glyndebourne Festival. An der Bayerischen Staatsoper dirigierte er bereits Vorstellungsserien von Hänsel und Gretel, Das Rheingold, Ariadne auf Naxos und Die Entführung aus dem Serail.
ZU DEN VORSTELLUNGEN
GRAFENEGG: Jahreszeitenklänge 2025/26 in Grafenegg
Am 19. März 2025 wurde das Programm der Jahreszeitenklänge 2025/26 veröffentlicht. Der Konzertzyklus in Grafenegg erstreckt sich vom 4. Oktober 2025 bis zur Sommernachtsgala 2026 und umfasst vom Tonkünstler-Orchester Niederösterreich gespielte Symphoniekonzerte, ein Kinderkonzert sowie zwei Kammermusikformate im Rahmen der European Chamber Music Academy.
(Grafenegg, 19. März 2025) Es werden denkwürdige Jahreszeitenklänge, die am 4. Oktober 2025 in Grafenegg beginnen: Fabien Gabel, ab Juni 2025 Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich, startet damit in die erste gemeinsame Saison mit Grafeneggs Residenzorchester. Das Programm dieser Saisoneröffnung weist auch den Weg, den Gabel mit dem Orchester beschreiten wird: Ein Statement zu Beginn mit Bernd Richard Deutschs kurzem Orchesterfeuerwerk «Con moto», darauf das Trompetenkonzert «Aerial» von HK Gruber, gespielt vom Widmungsträger Håkan Hardenberger – Gabel war selbst viele Jahre Trompeter – und am Schluss «Ein Heldenleben» von Richard Strauss, einer von Gabels erklärten Heroen im Komponistenolymp.
Die weitere Spielzeit spannt einen weiten Bogen, der musikalisch vom Barock bis zur jüngeren Vergangenheit reicht. Am 15. November setzt der britische Dirigent Matthew Halls mit Musik von Jean Sibelius, Max Bruch und Edward Elgar fort, Solist in Bruchs g-Moll-Violinkonzert ist der junge schwedische Geigenstar Daniel Lozakovich. Das Weihnachtskonzert am 6./7. Dezember leitet Stefan Gottfried: Gemeinsam mit Solist:innen und dem Konzertchor Interpunkt stehen Bachs Kantate «Herz und Mund und Tat und Leben» sowie das Magnificat auf dem Programm. Das Silvesterkonzert liegt in den Händen von Alfred Eschwé, und schon am 17. Jänner kehrt die norwegische Dirigentin Tabita Berglund für ein intensives Konzert mit Tschaikowskis «Pathétique» und zwei Klassikern der Moderne zurück: «Threnos» von Krzysztof Penderecki und Arvo Pärts «Tabula rasa» mit Tonkünstler-Konzertmeister Vahid Khadem-Missagh und seiner Orchesterkollegin Natalia Sagmeister an den Soloviolinen…
Mehr darüber in den „Infos des Tages“
München
Warum sollten Sie dafür nach München kommen? Wegen Corinne Winters’ Káťa!
Musikalisch hat die Produktion insgesamt ein hohes Niveau. Corinne Winters Káťa überzeugt mich und den Rest des Publikums restlos. Starker anhaltender Beifall. Winters Stimme und ihr bewegendes Spiel sollten Sie sich nicht entgehen lassen.
Von Frank Heublein
Kassik-begeistert.de
Berlin
Janáček lässt seinen Herrn Brouček auf den Mond und in den Prager Frühling reisen
Diese Oper Janáčeks gehört zu den selten aufgeführten Werken des Komponisten. Das mag daran liegen, dass ihre Handlung doch sehr speziell, und die Musik weniger inspiriert ist, als bei den späteren Meisteropern. Also traf diese Neuinszenierung an der Berliner Staatsoper auf ein unvorbereitetes Publikum. Der Regisseur Robert Carsen hat das Stück über den Hausbesitzer Brouček, dessen liebster Aufenthalt seine Stammkneipe in Prag mit Bier und Würsten ist, sehr lebendig und kurzweilig auf die Bühne gebracht. Dafür griff er zu zwei anachronistischen Tricks, die sich als zündende Ideen entpuppten, und die Aufführung zum bejubelten Erfolg führten.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
OPER FRANKFURT: Liederabend Matthew Polenzani/ Julius Drake (18.März 2025)
Matthew Polenzani (Tenor) und Julius Drake (Klavier) bei ihrem Frankfurter Liederabend (Bildnachweis: Barbara Aumüller).
Stuttgart: „Der Tod in Venedig“ von Benjamin Britten am 18. März 2025 in der Staatsoper/STUTTGART
Klangzauber im Nebel
Pawel Konik, Matthias Klink. Foto: Staatsoper Stuttgart/Stuttgarter Ballett
Eine abstrakte Vision von Venedig bietet Regisseur Demis Volpi bei seiner Version der Oper „Der Tod in Venedig“ nach Thomas Mann in der Staatsoper Stuttgart. Traum und Realität vermischen sich stark. Der Dichterfürst Gustav von Aschenbach wird unter einer großen Fülle von Büchern geradezu begraben. Mehrere Figuren werden hier in geheimnisvoller Weise zusammengeführt. Zwischen goldenen Vorhängen erscheint der polnische Knabe Tadzio als Apollon, in den sich der Dichter auf verhängnisvolle Weise verliebt hat. Auch die Identifizierung von Aschenbach mit Sokrates wird deutlich. Der Schriftsteller ist am Ende. Er hat keine Disziplin und Selbstbeherrschung mehr. Auf dem Schiff nach Venedig ist Aschenbach schockiert vom ordinären Benehmen eines ältlichen Gecken. Unter den Hotelgästen fällt Aschenbuch der polnische Junge Tadzio auf. Er ist überwältigt von dessen Schönheit. Diese Szenen gelingen Volpi eindeutig am besten. Manchmal wirken die Szenen überladen, weniger wäre mehr. Und trotzdem wird der Zuschauer immer wieder neu gefesselt. Aschenbach verbringt seine Abende am Strand mit der intensiven Beobachtung Tadzios. Aschenbach versucht verzweifelt, jünger zu wirken, was ihm aber nicht gelingt…
Zum Bericht von Alexander Walther
BASEL: Giacomo Puccini: Turandot • Theater Basel • Vorstellung: 16.03.2025
«Turandot» kann man sicher so machen
«Turandot» kann man sicher so machen. Aber muss man sie so, mit Schluss, machen? So wie es den Schluss nie geben wird, wird es immer ein Rätsel bleiben, weshalb das Fragmentarische nicht akzeptiert wird.
Foto © Ingo Hoehn
Christof Loys (Inszenierung) Konzept «Turandot» mit einem Schluss zu versehen, überzeugt in seiner Schlüssigkeit. Überraschend stimmig ist die Kombination seiner letzten Oper mit dem Frühwerk «Crisantemi» (1890) als Vorspiel und dem vierten Akt von «Manon Lescaut» (1893) und den diesen Werken gemeinsamen Melodien als motivische Klammer. In dieser Sichtweise bringt Liùs Opfertod Turandot und Calaf zur Besinnung. Liù, und die von ihr verkörperte selbstlose Liebe, erlösen Turandot von ihrem Rachedrang und Calaf entdeckt das Trauma des entmachteten Vaters als Motivation seiner Liebe zur eiskalten Prinzessin. Herbert Murauers Bühne ist zweigeteilt: unten ein «Chinesischer Salon» im Stile der Entstehungszeit und oben ein klinisch weisser Raum als Sinnbild von Liùs reiner Liebe. Die farbenfrohen Kostüme passten ideal zum Erscheinungsbild der Produktion. Das Lichtdesign hat Thomas Kleinstück besorgt…
Zum Bericht von Jan Krobot
Sommereggers Klassikwelt 277: Emanuel List war der schwärzeste der schwarzen Bässe
Das Stimmfach Bass kennt auch die Bezeichnung „Schwarzer Bass“, gemeint ist damit eine besonders dunkle Färbung der Stimme, wie sie etwa für Wagners Hunding oder Hagen gefordert sind. In diesen Partien feierte der Bassist Emanuel List weltweit Triumphe, seine Lebensgeschichte ist sehr ungewöhnlich und bildet die Ereignisse der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in seiner Biographie ab. Geboren wird der Sänger als Emanuel Fleissig am 22. März 1888 in eine jüdische Familie in Wien. Bereits mit 17 Jahren singt er im Chor des Theaters an der Wien, schließt sich später einem Vokal-Quartett an, mit dem er Gastspielreisen bis nach Australien und Neuseeland unternimmt.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Sofia: Carmen im Schicksalskreis als antike Tragödie an der Nationaloper Sofia
Rose Naggar-Tremblay (Carmen). Copyright by Opera Sofia and Ballett
Die Schatten der antiken Tragödie fielen über die Bühne der Nationaloper Sofia, als sich der Vorhang für Georges Bizets „Carmen“ hob. Der Abend des 15. März 2025 versprach nicht nur eine ungewöhnliche Vorstellung, sondern eine tiefgründige Reflexion über Schuld, Schicksal und die unentrinnbare Tragik einer Frau, die für ihre Freiheit den höchsten Preis zahlt. Plamen Kartaloffs Inszenierung verließ die ausgetretenen Pfade traditioneller Deutungen und tauchte das Werk in die Atmosphäre der antiken Tragödie, in der der Chor nicht nur kommentierendes Element, sondern eine allgegenwärtige, übermenschliche Kraft war…
Zum Bericht von Dirk Schauß
Filme der Woche
Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE
Filmstart: 20. März 2025
THE LAST SHOWGIRL – USA / 2024
Regie: Gia Coppola
Mit: Pamela Anderson, Jamie Lee Curtis u.a.
Mutig in die neuen Zeiten
Einst stellte sie selbstbewusst ihren Körper aus, strotzend vor Weiblichkeit und Sexualität. Heute ist sie eine unscheinbare ältere Frau, auf die niemand einen zweiten Blick werfen würde. Das Schicksal des einstigen Neunzigerjahre- Baywatch-Superstars Pamela Anderson (57)? Jedenfalls das Thema des Films „The Last Showgirl“, in dem sich viele Klischees und Wahrheiten mischen…
Showgirl – ehrlich, das klingt nach einem Horrorberuf. Mit Federn aufgeputzt und falschen Steinen behängt wie Zirkuspferde vor einer drögen Zuschauermasse in Las Vegas herum zu hopsen. Wer möchte das schon? Erstaunlicherweise viele, wenn man dem Film (bzw. dem Drehbuch von Kate Gersten) glauben will. Junge Frauen, aber auch ältere, die noch dabei sein dürfen, weil sie eben Urgestein sind und nicht jeder hartherzig genug ist, ihnen gleich einen Tritt zu geben, finden eine Art Erfüllung in dem falschen Glanz und Glamour, der sie da umgibt. Sie fühlen sich tatsächlich glücklich in der selbst gewählten Funktion einer „Ambassador for style and grace“… Und mit der richtigen Schminke, dem richtigen Outfit und der nach wie vor passenden Figur machen auch noch die älteren etwas her – wenn man nicht so genau hinschaut. In der Garderobe allerdings sind nur die jungen Frauen auch hübsch…
Das Problem des Altwerdens wird immer virulenter, je mehr Menschen alt werden und je mehr Schauspieler und Schauspielerinnen nicht bereit sind, sich deshalb abschieben zu lassen. Demi Moore hat jüngst intelligent, kritisch und richtigerweise auch horrormäßig in dem Film „The Substance“ über den Verjüngungswahnsinn berichtet. Pamela Anderson zeigt nun, wie hoffnungslos es ist, in einer noch immer auf „jung und schön“ programmierten Welt seinen Platz zu finden.
Zur Filmbesprechung von Renate Wagner
Aktuelles aus „Neue Zürcher Zeitung“
Die grosse Weltunordnung: Amerika ist auf dem Egotrip, auf Europa ist kein Verlass: Die Europäer beschleicht das Gefühl, dass alles dem Untergang geweiht ist: die Beziehung zu den Amerikanern, die Nato, der Westen. Nun will Europa selbst Führungsmacht sein. Bis anhin ist man vor allem Grossmacht im Moralisieren.
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Putin bremst Trump aus: Russlands «Njet» kommt in Form von unerfüllbaren Bedingungen: Der Kreml lehnt einen Waffenstillstand in der Ukraine ab und hält an seinen Maximalforderungen fest. In dieser Situation müssten die USA den Druck auf Russland erhöhen. Aber zu diesem Sprung über den eigenen Schatten scheint Donald Trump unfähig.
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«Ein historischer Kompromiss» – der Deutsche Bundestag beschliesst gewaltige Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur: Mit Ach und Krach stimmen Union, SPD und Grüne einem grossen Investitionspaket für Deutschland zu. Für den designierten Bundeskanzler Friedrich Merz ist es bloss ein halber Triumph.
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Hubert Aiwanger: «Glauben Sie mir, wenn ich es könnte, würde ich am Freitag mit Nein stimmen»: Der Chef der Freien Wähler wollte die deutschen Rekordschulden eigentlich im Bundesrat blockieren. Dann änderte er seine Meinung. Im Gespräch erklärt er, warum – und greift Friedrich Merz an.
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Absurde Vorwürfe und ein kaum zufälliger Zeitpunkt: Erdogan stellt seinen gefährlichsten Konkurrenten kalt: Die türkische Polizei hat Ekrem Imamoglu, den populären Bürgermeister von Istanbul, verhaftet. Der Oppositionspolitiker hätte am Wochenende zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten der Regierungsgegner ernannt werden sollen.
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Das Ende der Waffenruhe: Israel fliegt massive Luftangriffe im Gazastreifen – offenbar Hunderte Tote: Laut dem von der Terrororganisation Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium haben die israelischen Bombardements in der Nacht mehr als 400 Tote gefordert. Eine Bodenoffensive könnte folgen. Die USA unterstützen den Angriff.
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Donald Trump und der Panamakanal: Jetzt reagiert Chinas Regierung: In China gilt der Hongkonger Tycoon Li Ka-shing als abtrünnig. Er will sein Hafengeschäft an die Amerikaner verkaufen. Peking sucht nach Möglichkeiten, das Vorhaben zu stoppen. Jetzt lesen
«Sagt danke, dass ihr kein Deutsch sprecht»: Frankreich und die USA streiten darüber, wer wem mehr Freiheit verdankt: Ein französischer Politiker fordert die Rückgabe der Freiheitsstatue, weil die USA auf die Seite der Tyrannen gewechselt seien. Im Weissen Haus kontert man, die Franzosen sollten dankbar sein für Amerikas Hilfe im Zweiten Weltkrieg.
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Feuilleton
Bruce Willis wird 70 Jahre alt. Man muss davon ausgehen, dass es einer der letzten Geburtstage des schwerkranken Filmstars ist: Das Zwinkern. Das Feinrippunterhemd. Als Actionheld stand er für eine lässige, kerngesunde Männlichkeit. Man will ihn nicht missen.
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«Alles, was sich der Feind nutzbar machen kann, ist zu zerstören»: Am 19. März 1945 zeigte Hitler, dass er bereit war, die Deutschen mit sich in den Untergang zu reissen. Frühling 1945: Der Krieg war für das Deutsche Reich verloren, Hitlers Getreue begannen sich abzusetzen. Die Verlautbarungen des «Führers» schwankten zwischen Fanatismus und Resignation.
Jetzt lesen
Suzanne Valadon hielt ihren Sohn vom Trinken ab und heiratete dessen Freund. Frauen malte sie nackt, aber ohne Voyeurismus
Die französische Malerin Suzanne Valadon war eine Bohémienne im Kreis von Toulouse-Lautrec und Edgar Degas. Ihr bewegtes Leben ist jetzt in einer Pariser Ausstellung zu entdecken.
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Wie der grosse Suhrkamp-Verlag unfreiwillig an der Gründung und dem Erfolg des kleinen Limmat-Verlags mitwirkte: Vor fünfzig Jahren wurde der Zürcher Verlag gegründet. Neben Max Frisch sorgte ausgerechnet eine Abtreibungsgegnerin für einen Bestseller.
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Wer ein K-Pop-Star ist, soll möglichst brav sein. Aber Lisa möchte sich davon nicht mehr einschränken lassen: Lisa ist Mitglied der K-Pop-Gruppe Blackpink. Jetzt spielt die Thailänderin mit Schweizer Wurzeln auch eine Rolle in der Serie «The White Lotus». Ausserdem hat sie ein Soloalbum veröffentlicht.
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Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“
Trump nach Selenski-Telefonat: „Sind sehr gut auf Kurs“
Am Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski gesprochen. Laut Trump sei es gut verlaufen.
Heute.at
Selenskyj tobt
Jetzt droht Putin mit weiteren Gebietsforderungen
Russlands Präsident Wladimir Putin gibt ordentlich Gas: Er will einem Medienbericht zufolge weitere Gebiete in der Ukraine beanspruchen, wenn Kiew jetzt nicht schnell den bisherigen Forderungen Moskaus zustimmt. n seinem angeblichen Bestreben, den Krieg zu beenden, kommen dem Kreml-Chef durchaus kreative Ideen in den Sinn. Etwa soll der gerissene 72-Jährige der Tageszeitung „Kommersant“ zufolge bei einem Treffen mit russischen Unternehmern hinter verschlossenen Türen gesagt haben: Kiew müsse den Verlust der Krim und der Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson anerkennen. Tue die Ukraine dies in nächster Zeit, dann werde Moskau keine Ansprüche auf Odessa und andere Regionen erheben. Die Zusammenkunft fand unmittelbar vor dem Telefonat Putins mit US-Präsident Donald Trump statt. Dort lehnte der Kreml-Chef eine umfassende Waffenruhe vorerst ab.
https://www.krone.at/3731137
Deutschland
Eine Billion Schulden: Merz’ Milliardenwette auf die Zukunft
Friedrich Merz hat geschafft, worüber Olaf Scholz stolperte: Deutschland nimmt eine Billion Euro auf, um das Land wieder fit zu bekommen. Das ist historisch – und könnte Wellen in Europa schlagen. Olaf Scholz wischt über sein Handy, sieht gelangweilt durch den Raum. Dass da vorne sein gesetzter Nachfolger steht, interessiert ihn mäßig, um es höflich zu formulieren. Irgendwie kann man das ja verstehen. Er hat schließlich drei Jahre lang versucht, was ausgerechnet Friedrich Merz gelungen ist: Der CDU-Chef, ein ausgewiesener Fan der Schuldenbremse, hat das Instrument massiv gelockert, und er hat den staatlichen Geldbeutel weit geöffnet.
Kurier.at
Österreich
Knallharte Ansage: „Wird nicht angenehm“ – Brisanter Sparplan der Ampel
Am Mittwoch hat die Regierung neben Handyverbot und Orientierungsklassen den Budget-Fahrplan präsentiert. „Heute“ hat alle Details.
heute.at
Es wird hart, da wie dort. Ich habe eigentlich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit Kulturnachrichten beginne. Aber was sollst, wir sind eben ein Kulturmedium. Das meinen zwar nicht alle, aber doch viele (12.000 Leser gestern!)
Ich wünsche einen schönen Tag!
A.C.

