11.6.2026 KONZERTHAUS MOZART-SAAL: Jakub Józef Orliński, Countertenor/Michał Biel, Klavier
Musik für viele Weilen
Das Wiener Konzerthaus hat dem polnischen Youngster-Superstar Jakub Józef Orliński diese Saison seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und so fand diese Kollaboration mit einem Liederabend im Mozart-Saal mit dessen ständigem musikalischen Begleiter Michał Biel ihren krönenden Abschluss. Der Countertenor, der mit seinem Charisma, seiner Herzlichkeit und seiner Coolness Zuschauer weit über die Klassik-Community hinaus anlockt, gab ein buntes Programm mit einem Händel/Purcell-Schwerpunkt einerseits und den in unseren Breiten weniger bekannten polnischen Komponisten Tadeusz Baird (1928-1981) und Mieczysław Karłowicz (1876-1909) andererseits zum besten. Ihm und seinem kongenialen Pianisten, einem Juilliard School-Absolventen, zuzuhören ist ein wahrer Ohrenschmaus – so viel sei vorweg genommen.
Bei Händelscher und Purcellscher Barockmusik weiss der musikalische Vollprofi seine sängerischen Qualitäten, die diese Gattung von ihm abverlangt, perfekt einzusetzen: Stimmschönheit, Legatokultur, bruchlose Übergänge, dynamische Variationen – alles wie selbstverständlich. Orliński at Orlińskis best an diesem Abend! Bei Purcells „Sweeter than roses“ punktet er mit abwechslungsreichen Rhythmen, während „What power art thou“ mit seiner staccatoartigen Begleitung aus „King Arthur“ den absoluten Höhepunkt des Abends darstellt – ein wahres Ausdrucksgustostück – die eisige Atmosphäre, die diese nicht umsonst so berühmte Arie einzufangen vermag, findet sich bei Orliński in kongenialer Umsetzung wieder.
Ebenso spannend ist die Begegnung mit Bairds Liederzyklus nach Vier Liebessonetten von William Shakespeare – diese stellen sich ähnlich spannungsgeladen wie manche Barockarie dar – deswegen ist deren Gegenüberstellung mit der 300 Jahre alten Musik umso bereichernder. Die sieben Lieder des Spätromantikers Karłowicz weisen großteils einen Bezug zur Natur auf – neben seiner musikalischen Leidenschaft war der Komponist ein begeisterter Bergsteiger. Seine Beobachtungen der Umgebung spannen wie selbstverständlich einen Bogen zu seinen durch die eindrucksvolle, mal melancholische, mal erhabene Musik zum Ausdruck gebrachten Gefühlswelten.
Händels „Furibondo spira il vento“ aus Partenope bildet mit viel Leidenschaft und hohem Tempo einen schmissigen Abschluss des offziellen Programmes.
Vier Zugaben gönnt der Breakdance-Künstler, der die vergleichsweise kleine Bühne wenigstens einmal zu einer kurzen akrobatischen Einlage nutzt, seinem Publikum: „Music for a while“ aus Purcells Oedipus ist die erste davon: Es mögen noch viele Weilen mit diesem Ausnahme-Artisten werden.
Sabine Längle
WIEN/ Die Freie Bühne lädt ein: sollten Sie sich heute MITTAG bei der PRIDE-PADADE witterungsbedingt nasse Füße geholt haben,
so besteht heute ABEND für Sie die Gelegenheit, Ihren Bericht in trockene Tücher zu bekommen.
Kommen Sie in die FREIE BÜHNE WIEN und nehmen Sie an unseren KÜNSTLERGESPRÄCHEN teil:
Produktion THIRD SEX (Europäische Erstaufführung)
Termine: Sa., 13. 6. 18:30 MEET AND GREED bei Kaffee und Kuchen, Brötchen und Sekt
19:30 VORSTELLUNG THIRD SEX, IM ANSCHLUSS PUBLIKUMSDISKUSSION mit unseren Künstlerinnen und Künstlern
Wien/ Staatsoper: Hey, Timothée Chalamet: In Wien kann die Oper Jugend begeistern
Carmen
Das gab es noch nie: Eine ganze Abendvorstellung nur für Publikum unter 27. „Carmen“ wurde am Donnerstag zum Event. Und riss am Ende alle aus den Sitzen.
DiePresse.com.timothee
Wien/ Interview
Pablo Heras-Casado: „Wagner steht näher zu Monteverdi als zu Puccini“
Pablo Heras Casado. Foto: Javier Salas
Ich treffe Pablo Heras-Casado im Besprechungszimmer der Wiener Staatsoper. Die Büros haben sich um diese Uhrzeit bereits weitgehend geleert. Kurz nach 18 Uhr öffnet sich in der Ferne eine Tür. Aus dem langen Gang kommt der Spanier auf mich zu, während er aus der Ferne schon freundlich winkt. „Sorry, I don’t like being late.“ Der Anlass des Treffens ist klar. Heras-Casado dirigiert derzeit zwei komplette Ring-Durchgänge an der Wiener Staatsoper. Der erste liegt bereits hinter uns, der zweite ist noch im Gange. Nach den vier Abenden des ersten Durchgangs und den ersten Eindrücken des zweiten interessiert mich vor allem eine Frage: Was ist sein Zugang zu Wagner, besonders zum „Ring“? Die Antwort kommt erstaunlich schnell: „I am obsessed with balance.“
Je länger das Gespräch dauert, desto mehr habe ich das Gefühl, dass dieser Satz tatsächlich der Schlüssel zu seinem Ring ist. Das Gleichgewicht zwischen Bühne und Orchestergraben, zwischen Sängern und Orchester. Obwohl er meinen Eindruck bestätigt, dass er dem musikalischen Drama im Laufe der vier Opern mehr Freiraum gibt. „The Ring develops into a symphonic work.“ Man könne sich nicht immer zurücknehmen. „Sometimes you have to let the music go.“ Das sei notwendig, um die Spannung zu halten. Im gleichen Atemzug betont er, dass die Erzählung, die Geschichte insgesamt, aber das Wichtigste sei. Besonders für ihn, da er Sänger sei. Das Wort „narrative“ fällt sehr oft.
Den Ring sieht er als Gesamtkonzept, nicht als vier einzelne Opern. Eine Art „Crescendo“, also eine Steigerung vom Rheingold bis zur Götterdämmerung will er nicht sehen. Das sei nur meine Wahrnehmung…
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de (Jürgen Pathy)
Wien/ Staatsoper: Siegfried in Wien: Der Held, der keine Angst kennt
Nach Goldraub, Götterkrisen und tragischen Liebesgeschichten betritt nun ein junger Mann die Bühne, der von all dem erstaunlich wenig weiß. Siegfried kennt weder die komplizierten Machtspiele Walhalls noch die Verträge seines Großvaters Wotan. Er hat keine politischen Ambitionen, keine philosophischen Zweifel und vor allem keine Angst. Genau das macht ihn zur vielleicht ungewöhnlichsten Figur in Wagners Ring des Nibelungen – und zum Hoffnungsträger einer Welt, die sich längst auf den Untergang zubewegt.
Von Kathrin Schuhmann
Klassik-begeistert.de
Festspielsaison : Dann klapper halt mit dem Geschmeide!
Salzburg macht Pause, bis die großen Festspiele am 17. Juli anfangen. Aber der Auftakt, mit den Pfingstfestpielen, war schon mal vielversprechend. Jedenfalls, was das Schaulaufen der Damen anging. Bei strahlendem Wetter die schönsten Outfits der Festspielsaison zu zeigen, ist schließlich immer auch ein heimlicher – und oft auch gar nicht so heimlicher – Höhepunkt der Abende mit Musik, Schauspiel und Tanz. Man muss dabei nicht mitmachen und kann die hochkarätig besetzte Kunst auch in Sommerkleidung genießen. Allerdings muss in diesem Zusammenhang ein heikler Punkt angesprochen werden. Denn die opulenten Roben in Bayreuth oder Salzburg, in München und hier und da sogar beim Rheingau Musik Festival, sie gehen selten mit nackten Hälsen, Armen und Ohren einher. Die nicht gerade leisen Galopps von Rossinis „Il viaggio a Reims“ jüngst bei einer Pfingstvorstellung in Salzburg durften wir von ohrenbetäubendem Geklingel begleitet genießen. Es lag nicht an den Tschinellenklängen aus dem Orchestergraben.
FrankfurterAllgemeine.de.geschmeide
Wien
Spitzentöne: Noch sieben Jahre Milo Rau?
Der Krawall um den amerikanischen Sonderling Peter Thiel brachte den Festwochen-Intendanten Milo Rau in Bedrängnis. Wird sein Vertrag bis 2033 verlängert? Im Herbst wird verpflichtend ausgeschrieben, teilt das Stadtratbüro auf Anfrage mit. Dann entscheidet sich, ob Milo Rau nach dem Frühsommer 2028 fünf weitere Jahre an der Spitze der Wiener Festwochen verbleibt. Ob man sich das wünschen soll, ist derzeit umstritten, wie aus unserer Umfrage ab Seite 62 hervorgeht. Wäre die Auslastung das einzige Kriterium, die Verlängerung stellte sich als bloße Formalie dar: Seit dem Krawall um den Weltuntergangs-Bot Peter Thiel habe der Kartenverkauf Rekordhöhe erreicht, lässt mich Rau in einer Eilnachricht wissen. Mit anderen Worten: Er hat den Bach, den die Festwochen über Jahre hinuntergegangen waren, wenigstens wieder aufgestaut. Bevorzugt mittels Dauerkrachs.
https://www.news.at/menschen/milo-rau-wiener-festwochen-vertrag
Wien/ Volksoper:
Eine „Fledermaus“ mit Conchita: So findet zusammen, was zusammengehört
An der Volksoper wird die „Pride Edition“ der Strauß-Operette zum stimmigen Gesamtkunstwerk. Die Bande zwischen Operette und queerer Community waren immer schon eng
DerStandard.at.story.prideedition
Bayerische Staatsoper: Die Regisseurin und Faust-Preisträgerin Johanna Wehner inszeniert mit „Alcina“ von Georg Friedrich Händel zum ersten Mal an der Bayerischen Staatsoper
Am Montag, dem 13. Juli 2026, findet mit Georg Friedrich Händels Oper Alcina im Prinzregententheater die siebte und letzte Premiere der Bayerischen Staatsoper in der Spielzeit 2025/26 statt. Die Regisseurin und Faust-Preisträgerin Johanna Wehner inszeniert zum ersten Mal an der Bayerischen Staatsoper, die Musikalische Leitung übernimmt Stefano Montanari.
Jeanine De Bique gibt ihr Hausdebüt in der Partie der Alcina. John Holiday debütiert in der Partie des Ruggiero, Julian Prégardien in der des Oronte. Elsa Benoit kehrt als Morgana an die Bayerische Staatsoper zurück, Carine Tinney wird als Oberto zu erleben sein. Ensemblemitglied Avery Amereau singt die Rolle der Bradamante, Gerrit Illenberger debütiert an der Bayerischen Staatsoper als Melisso.
Die Premiere wird live im Hörfunk auf BR Klassik übertragen.
Copyright: Bayerische Staatsoper
Das Werk
Es war Georg Friedrich Händels letzter großer Opernerfolg: die Zauberoper Alcina. Geschrieben für das noch junge Theatre Royal in Covent Garden, bot sie dem anspruchsvollen, sensationslustigen Londoner Publikum alles, was ein guter Opernabend bieten musste: spektakuläre Bühneneffekte, Ballette, Chöre, eine umfangreiche Kastratenpartie und vor allem viele Emotionen. Die Geschichte war dem Publikum nicht neu, basiert die Oper doch auf der Alcina-Episode aus Ludovico Ariostos Epos Orlando furioso, die schon viele Komponist:innen vor Händel zu Vertonungen inspiriert hatte. Doch Händels Alcina ist anders als ihre Vorgängerinnen: Während die legendäre Zauberin, die auf einer abgeschiedenen Insel lebt, immer wieder Männer zu sich lockt und diese dann in wilde Tiere, Flora oder Fauna verwandelt, in den Opernadaptionen bis dato als sehr negative Figur ausgelegt wurde, zeigt uns Händel hier mehr als die typische „böse Hexe“. Alcinas Bosheit verbannt er nahezu komplett in die Rezitative; in den Arien aber zeigt er uns eine vielschichtige und letztlich sehr einsame und verletzliche Frau – ein ausdifferenzierter Charakter, der deutlich über die für die Opera seria eigentlich übliche Figurentypisierung hinausweist. Dabei schenkt er ihr – und den Figuren, die sie umgeben – eine facettenreiche und himmlisch schöne Musik. Alcina gehört ohne Zweifel zu seinen meisterhaftesten Partituren. Kein Wunder also, dass Joseph Haydn 1791 über Händel urteilte: „Er ist unser aller Meister!“
Mehr darüber in den „Infos des Tages“
Am 25.6. in der Galerie/ Redaktion des ONLINE-MERKER. Maryna Lopez singt die Kindertotenlieder von Gustav Mahler (am Klavier Adolfo Lopez-Gomez)
Die Mezzosopranistin Maryna Lopez, derzeit am Theater Erfurt engagiert, lädt gemeinsam mit dem mexikanischen Konzertpianisten Adolfo Lopez Gomez zu einem besonderen Sommerkonzert ein.
📅 25. Juni 2026, 19:00 Uhr
📍 Galerie Online Merker Zeleborgasse 20/Ecke Vivenotgasse, 1120 Wien
Auf dem Programm stehen die berührenden „Kindertotenlieder“ von Gustav Mahler.
Der Eintritt ist frei, um eine freiwillige Spende wird gebeten.
Nutzen Sie diese besondere Gelegenheit, einen eindrucksvollen Konzertabend mit hochkarätigen Künstlern zu erleben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Online-Merker: Ecke Vivenotgasse/ Zeleborgasse in 1120 Wien. Erreichbar U 6, Station Bahnhof Meidling (Ausgang Wilhelmstraße, dann Vivenotgasse ca. 3 Minuten runtergehen)
Bitte Termin vormerken. Eintritt und Büffet frei
Bitte vormerken – und kommen! Wir haben nun so lange nicht veranstaltet – nun ergibt sich wieder eine Gelegenheit dazu! Besuchen Sie die Redaktionsräume des Online-Merker und seien Sie unser Gast!
Das Danish Philharmonic Orchestra präsentiert in Zusammenarbeit mit der Agentur Nordic Artists Management einen neuen internationalen Cello-Wettbewerb in 2027.
Ausgerichtet vom Orchester findet die Danish International Cello Competition (DICC) zum ersten Mal vom 26. Juni bis zum 3. Juli 2027 in der Alsion-Konzerthalle in Sønderborg statt und ist in seiner Austragung in einem 3-Jahres-Rhythmus angelegt.
Die DICC ist nicht nur Wettbewerb, sondern auch eine internationale Plattform für junge Cellist*innen und ein Forum, in dem die jungen Talente einige der weltbesten Musiker*innen treffen, Rat und Anleitung erhalten und die Möglichkeit haben, ein Netzwerk mit anderen talentierten Kolleg*innen aufzubauen.
Die Bewerbungsfrist für Cellistinnen und Cellisten aller Nationalitäten (geboren am oder nach dem 27. Juni 1996) beginnt am 15. August 2026 und endet am 24. Oktober 2026.
24 ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer treten in drei Vorrunden und einem Finale gegeneinander an.
Die Wettbewerbswoche beginnt am 26. Juni 2027 mit einem Eröffnungskonzert des Danish Philharmonic Orchestra und endet mit der Finalrunde und der Preisverleihung am 3. Juli 2027.
Mehr darüber in den „Infos des Tages“
BERLIN / Kühlhaus „INTONATIONS“ Jerusalem Chamber Music Festival 2026; 11. bis 14.6.2026
MARTHA ARGERICH, ELENA BASHKIROVA und DANIEL BARENBOIM stehen an der Spitze einer illustren Schar von Sängern und Instrumentalisten
Fotos Copyright: Lionel Tan
Große Dankbarkeit und unendliches Glück werden viele Musikbegeisterte empfinden. Denn die Grande Dame der Klavierkunst, Martha Argerich, adelt das wohl beste und ambitionierteste Kammermusikfestival der deutschen Hauptstadt mit vier Auftritten. Am 5. Juni feierte sie ihren 85. Geburtstag. Als Pianistin ist sie genau so taufrisch, passioniert und kompromisslos grundehrlich, wie sie das eh und je war. Sie braucht keine pseudokünstlerische Folklore wie andere Stars. Mir fällt da etwa als Gegenbeispiel das minutenlange sauertöpfische Zurechtrücken des Klavierschemels bei einem Konzert von Arturo Benedetti Michelangeli ein.
Nein, Martha Argerich ist anders. Sie kommt auf die Bühne, setzt sich an den Flügel, ein kurzer Blick zum Partner, und los geht’s. Im Eröffnungskonzert am 11.6. stand die Violinsonate in F-Dur, Nr. 5, op. 24 „Frühling“ von Ludwig van Beethoven mit dem russischen Geiger Boris Brovtsyn auf dem Programm.
Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger
WIENER FESTWOCHEN / Volkstheater: SEPPUKU
EL FUNERAL DE MISHIMA O EL PLACER DE MORIR
(DIE BEERDIGUNG VON MISHIMA ODER DIE LUST AM STERBEN)
Regie, Text, Bühne, Kostüm: Angélica Liddell,
Premiere bei den Wiener Festwochen: 11. Juni 2026,
besucht wurde die zweite Vorstellung am 12. Juni 2026
Fotos: Ximena y Sergio
Sterben mit Blutspende
Angelica Liddell, die spanische Performance-Ikone, ist 60 Jahre alt und kann es sich dennoch leisten, auf der Bühne ohne Peinlichkeit einen Großteil der Zeit ihren nackten Körper auszustellen. Ähnlich potent ist ihre Stimme – sie knattert schier endlose Monologe in Maschinengewehr-Schnelligkeit heraus, so dass man als Zuschauer gar nicht nachkommt, die Übersetzung des gesprochenen Spanisch mitzulesen. Allerdings hat man immer wieder das Gefühl, dass man bei den meisten Texten, für die Angélica Liddell allumfassend verantwortlich ist (Regie, Text, Bühne, Kostüm), nicht allzu viel zu versäumen…
Ihr Abend, etwas über zwei pausenlose Stunden lang und über weite Stellen wegen Langweiligkeit viel, viel länger wirkend, nennt sich „Seppuku. Die Beerdigung von Mishima oder die Lust am Sterben“, und wenn es zu Beginn tatsächlich um Yukio Mishima geht, ist der Abend am stärksten. Da liest einer der japanischen Darsteller in seiner (und Mishimas) Muttersprache das lange, qualvolle Sterben, das sich der Dichter mit dem Akt des Harakiri (ist gleich: Seppuku) bereitet hat. Sterben als schaurige, große Kunst…
…Unsere Gesellschaft macht sich viele Sorgen darum, dass Selbstmord für labile Menschen einen besonderen, verführerischen Reiz haben könnte. Keine Angst, so sehr sich Angelica Liddell auch bemüht, zum Sterben wird sie mit ihren seltsamen Bildern und Texten wohl niemanden verführen. Natürlich erntete die Aufführung (weil es eben ein spezifisches Publikum dieser spezifischen Festwochen-Leitung gibt), viel Beifall. Aber im Grunde braucht nur ein einziger Mensch diese Produktion, und das ist Angelica Liddell selbst. Nein, falsch – Milo Rau braucht sie natürlich auch. Das ist der Stoff, aus dem seine Festwochen sind.
Wissenswertes aus „Neue Zürcher Zeitung“
Der Frieden lässt auf sich warten: Trumps grosser Plan für Gaza stockt – und die Palästinenser verlieren die Hoffnung: Der «Friedensrat» des amerikanischen Präsidenten kommt nicht vom Fleck, die Hamas stemmt sich gegen ihre Entwaffnung und Israel weitet seine Kontrolle aus. Im Gazastreifen herrscht Stillstand – darunter leiden insbesondere seine schwächsten Bewohner.
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Heute tritt der neue EU-Asylpakt in Kraft – trotz jahrelanger Vorlaufzeit sind zahlreiche Länder nicht bereit: Blitzverfahren an der Grenze und Solidarität mit Flüchtlings-Hotspots: Die europäische Migrationspolitik wird neu aufgestellt. Ein Augenschein in Zypern zeigt, dass es nicht nur eine Baustelle gibt.
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Der britische Verteidigungsminister John Healey tritt zurück: Weil Premierminister Keir Starmer nicht genug Geld für das Militär einplant, kehrt ihm einer seiner bislang loyalsten Mitstreiter den Rücken.
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Neuer ORF-Chef: Clemens Pig übernimmt einen Sender in der Glaubwürdigkeitskrise: Österreichs grösstes Medienhaus bekommt nach dem unrühmlichen Rücktritt seines Generaldirektors wegen sexuellen Fehlverhaltens eine neue Führung. Die Bestellung erfolgte nach den Wünschen der Politik.
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Mit Luxusresorts und Ölpipelines: wie Trumps Amerika auf dem Balkan seine Rivalen verdrängt – und Proteste auslöst: «Ivanka, geh nach Hause», heisst es seit Tagen bei Protesten gegen ein Luxusprojekt von Trumps Schwiegersohn in Albanien. Aber die Staatsmänner auf dem Balkan sind auf gute Beziehungen zu Washington angewiesen.
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Als Politiker entschuldigte sich Yohei Kono für Japans Kriegsverbrechen – so wurde er zur Hassfigur der politischen Rechten: Die japanische kaiserliche Armee zwang Tausende von Frauen zu Sex mit ihren Soldaten. Der Mann, dessen Name für Japans offizielle Entschuldigung stand, ist gestorben.
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Ewig blonder Rebell mit schwarzer Wagenrad-Brille: Der britische Starkünstler David Hockney verteidigte die Kunst als Quelle der Freude. Ein Nachruf. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Metier trieb ihn um. In seinen Werken verwies er auf die Verbindung zwischen Kunst und Leben. Nun ist Hockney im Alter von 88 Jahren gestorben.
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Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“
SpaceX hebt an der Börse ab, Elon Musk ist jetzt Billionär
Die Aktie startete mit einem Plus von mehr als 20 Prozent in den Handel. Die Bewährungsprobe für das Papier steht aber noch bevor. Dass die Aktie zulegen wird, war absehbar. Nach ersten Meldungen gab es für die SpaceX-Aktie am Freitag an der Technologiebörse Nasdaq ein sattes Kursplus auf mehr als 150 Dollar, der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar. Um 9.30 Ortszeit (15.30 MESZ) läuteten die Börsenglocken für das Papier, das unter dem Kürzel SPCX debütierte. Unternehmensgründer Elon Musk war selbst nicht anwesend, aber via Video zugeschaltet. Er ist jetzt auch offiziell der erste Billionär der Welt.
Kurier.at.musk.billionaer
Österreich: Radikaler Schnitt: Hervis muss heuer viele Filialen schließen
„Es werden 17 der aktuell 93 Standorte in ganz Österreich im Laufe des Jahres 2026 geschlossen, da diese nicht ertragsbringend zu betreiben sind“, hieß es von Hervis. Anfang des Jahres hatte der Handelskonzern Spar den defizitären Sporthändler an die deutschen Investoren Sven Voth und Udo Schloemer verkauft.
Sozialplan für Mitarbeiter. Von den Filialschließungen sind rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich betroffen. Es sei gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft ein Sozialplan ausgearbeitet worden, hieß es von Hervis. Die Schließungen würden schrittweise unter Einhaltung von Kündigungsfristen der Mietverträge erfolgen.
https://www.krone.at/4173465
Fußball-WM: Droht Riesen-Flop?. Mega-Wirbel um leere Ränge bei der WM
Die FIFA hatte die Weltmeisterschaft 2026 als das größte Fußballturnier aller Zeiten angekündigt. Doch schon am zweiten Spieltag sorgen Bilder aus Mexiko für Diskussionen. Beim Gruppenspiel zwischen Südkorea und Tschechien (2:1) im Estadio Guadalajara waren auf den TV-Bildern zahlreiche freie Plätze zu erkennen. Besonders auf der Gegentribüne rund um die Mittellinie klafften deutlich sichtbare Lücken.
oe24.at.drohteinmegaflop
Fans sind begeistert: Geniale Videos: Referee-Cam schon jetzt der Star der WM
Die WM 2026 hat nach den ersten beiden Spielen schon ihren Star. Das ist kein Spieler, sondern die Referee Cam, die beeindruckende Bilder liefert. Referee-Kameras sind in den letzten Jahren immer wieder bei speziellen Begegnungen eingesetzt worden. Für die Fußball-WM in den USA, in Kanada und Mexiko hob der Fußball-Weltverband FIFA dieses technologische Mittel allerdings auf ein ganz neues Level. Bei allen 104 Begegnungen werden die Unparteiischen spezielle Kameras, die am Ohr befestigt sind, tragen. Welch beeindruckende Bilder diese Kameras liefern können, zeigte sich bereits in den ersten beiden WM-Spielen.
Heute.at
Der Schiedsrichter des Eröffnungsspiels hat Sachen gesehen, die er besser nicht gesehen hätte! Drei Rote Karten waren absolut unnotwendig und für die WM schädlich!
Ich habe keines der gestrigen Spiele gesehen. USA ist mit 4:1 gegen Paraquay optimal gestartet, auch Kanada hat gegen Bosnien den ersten Punkt bei einer Weltmeisterschaft überhaupt geholt! Es ist wichtig, dass die Gastgeberländer nicht gleich in der Gruppenphase ausscheiden, denn nur auf Touristen kann man sicht nicht verlassen. Das bleibt manchen Opernhäusern vorbehalten!
KI-Slop im Pop: Nein, danke!
Taylor Swift, Katy Perry, Lady Gaga: Sie alle standen in letzter Zeit wegen der Nutzung von KI in der Kritik. Und auch wenn es dabei „nur“ um Visuals oder Promo-Footage geht, unterstreicht die Kritik den Trend zur KI-Abneigung unter Pop-Fans.
WienerZeitung.online
Ich wünsche einen schönen Tag!
A.C.

