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1. JÄNNER 2026 – Neujahrstag

01.01.2026 | Tageskommentar

Willkommen im Neuen Jahr! Die Redaktion wünscht das Beste!

Großer Andrang in Wien: Massen am Silvesterpfad, Videos zeigen Feuerwerk
Trotz Schneetreibens und teils stürmischer Böen ließen sich die Wiener und Wienerinnen die Feierlaune nicht nehmen und tanzten massenhaft am 34. Silvesterpfad ins neue Jahr. Um 23 Uhr war der Andrang so groß, dass vorübergehende Platzsperren ausgesprochen wurden. Belohnt wurde man schließlich mit einem mitternächtlichen Feuerwerk bei relativ klarer Sicht (siehe Videos oben und am Storybeginn unten).

https://www.krone.at/4002050

 

Die „Fledermaus“ zum Jahresende
Ja, genau so sollte es sein

Also, ehrlich gesagt und ganz persönlich: Nach dem, was ich in letzten Jahren an Silvester-Fledermäusen an der Wiener Staatsoper erlebt habe, lieblos besetzt und lieblos exekutiert, hatte ich eigentlich keine weitere Lust darauf. Aber wenn man mir Kaufmann / Damrau kostenlos live  ins Haus liefert, dann lege ich mich aufs Sofa und genieße den auf meinen Fernsehschirm gelegten Stream auf großem Bildschirm und bei tadelloser Tonqualität.

Man kann ja immer etwas lernen. Was müssten wir tun, um  Triest wieder zu bekommen? (Also, ich perönlich fände das herrlich1) Nach alter Habsburger-Methode müsste Stocker nur Signora Meloni heiraten, und schon hätten wir es. Diese Erkenntnis  jedenfalls verdanke ich dem exzellenten Kabarett-Sketch, den Michael Niavarani im dritten Akt eingelegt hat. Keine Frau als Frosch, glücklicherweise. Obwohl ein Amtskappel natürlich auch aussehen kann wie die Reinsperger. Aber genderfluid muss ja nicht immer sein, damit hat man uns 2025 in Burgtheater und Volkstheater genug gequält. Ein arges Theaterjahr. Wie schön, dass es mit dieser „Fledermaus“ geradezu triumphal zu Ende ging.

Denn es war tatsächlich ein Abend zum Genießen, nicht zuletzt dank der Schenk-Inszenierung, die das Werk geradezu aufblühen lässt. Man hat genügend dumme, ja idiotische und auch sinnlos ideen-überbordete Fledermaus-Interpretationen gesehen, um hier geradezu aufzuatmen. Und die Abendregisseure der Staatsoper sind auch hoch zu loben – wie sie das Werkel laufen lassen, jeden Schmäh zu präziser Wirkung bringen, die Persönlichkeiten der Interpreten ausschöpfen,.. Kompliment!

Und natürlich dankt man einen Großteil des Genusses auch den Philharmonikern unter Markus Poschner. Ja, man weiß, die Legende sagt, dass die Herrschaften (und Damenschaften) so was auch allein spielen, wenn kein Dirigent sie stört, aber es ist schon ein wunderbares Feeling vom Pult ausgegangen, für die Lockerheit, Spritzigkeit, Drehungen und Wendungen dieser Musik, die Rubati, die Prestissimi, die herrlichen Soli einzelner Bläser, das Schwelgerische… schön.. Endlich einmal Johann Strauß original, nachdem uns Produktionen des Strauß-Jahres (es werden sich schon Leute finden, die Roland Geyer dafür loben) oft die grausigsten Verstümmelungen seiner Musik geliefert haben.

Wenn ich es recht verstehe, war es der erste Eisenstein von Jonas Kaufmann, und man hatte den Eindruck, dass es ihm Riesenspaß machte, hier einmal „Operetten-Blödeln“ zu dürfen. Er platzte geradezu vor Persönlichkeit, Charme, Übermut und wohl tuender Selbstironie. Und Diana Damrau stand ihm um nichts nach. Wie gehemmt war sie doch vor zwei Jahren in dem Kosky-Regie-Schrott der Münchner „Fledermaus“, und wie ist sie hier geradezu entfesselt! Abgesehen davon, dass nur eine Sängerin ihres Kalibers den verdammt schweren Csardas so singen kann! Ein Traumpaar, die beiden, sie werden für lange Zeit Maßstäbe setzen.

Auch der Rest der Besetzung war sehr gut – schön, wie elegant, souverän und verkniffen Adrian Eröd (war er nicht einst eine Stütze des Hauses?) Falkes Reche in Szene setzte (samt einem Kopfstand, den früher Eberhard Wächter als Eisenstein machte), wie sich Jochen Schmeckenbecher sich hemmungslos  in den Frank hinein warf, und wie Jörg Schneider genau die Art von Tenor war (mit echten Jubeltönen), als die dieser Alfred angelegt ist – da  gab es keine Ausfälle.

Auch nicht bei den Damen, wo Ilia Staple zur Adele gefunden hat (bei der letzten Begegnung war sie es noch nicht) und wo Daria Sushkova einen urigen Prinzen  Orlofsky spielte (und sang), fast wie im Kino.  

Der Abend zeigte, wie man Operette machen muss – auf hohem bis höchstem Niveau in der Besetzung und mit präziser Vor- und Probenarbeit. Passiert nicht alle Tage. Wenn die Staatsoper zwischen Kaufmann / Damrau eine (für Wien, nicht für Linz) Nobody-Besetzung schiebt, wird es am 1. Jänner wohl einige enttäuschte Gesichter geben.

Renate Wagner

Screenshot aus der Fledermaus-Übertragung

Wien/ Philharmoniker
„Spreche für Frieden“: Russe Sokhiev dirigiert das Neujahrskonzert 2027
Wie die „Krone“ bereits im Oktober vermutete, suchen sich die Wiener Philharmoniker für das Neujahrskonzert 2027 einen ihrer „Lieblinge“: Der Russe Tugan Sokhiev steht in einem Jahr am Pult des Klassikspektakels.
https://www.krone.at/4002397

 

Wiener Staatsoper: Jänner 2026: DIE FLEDERMAUS: Poschner; Eloff/Damrau, Sushkova, Staple; Kaufmann/Schmidlechner, Schmeckenbecher, J. Schneider, Eröd, Niavarani ( 1./3./6.), HÄNSELUND GRETEL: Meister; Hangler, Neuhaus, Nazarova; Unterreiner, Laurenz (2.), KALLIRHOE: (Ballett; Connelly; Ratmansk;  Wiener Staatsballett (4./5.7.), RUSALKA: Jindra; Weissova, Car, Bohinec; Beczala,  Vinogradov (8./10./13./15.), MANON: de Billy; Mkhitaryan; Bernheim, Franca, Astakhov (9./11./14./17.), IDOMENEO: de Billy; Lindsey, Buratto, Fang; Richter (16.WA/19./23./25.), KAMMERMUSIK DER WIENER PHILHARMONIKER 3 (17.vm), LUISA MILLER – Einführungsmatinee (18.vm), LE NOZZE DI FIGARO: Fischer; Gonzalez, Saenz, Nolz; Montague-Rendall; Fassi (18./20.), 24./26./28.), SOLOKONZERT NADINE SIERA (22.), L’ELISIR D’AMORE: Morandi; Nazarova; Rocha, Astakhov, Alaimo (27.)/31.), JEWELS : Connelly; Balachine; Wiener Staatsballett (30.WA)

Wiener Volksoper im Jänner 2026: DIE FLEDERMAUS (1./28./31.), CABARET (2./5./10./12./19./22./27./30.), DER KRIEG DER KNÖPFE (3.vm/18.vm), MARIE ANTOINETTE (Ballett – 3.), ASCHENBRÖDELS TRAUM (4./8./24.), HÄNSEL UND GRETEL (6.vm +nm), WEST SIDE STORY (9./11.vm+ab), tick, tick…BOOM (14./23.), LASS UNS DIE WELT VEGESSEN (15./17.), DIE ZAUBERFLÖTE (16./18./21.), DER ROSENKAVALIER: Joel; Köpplinger (25.WA/ 29.), ZUGABE IM FOYER (26.),

Eventkultur in Wien: Strauss & Braus … und schon vorbei

 

Die Künstler und Kulturmacher in Wien jammern: Die Stadt ist schwer verschuldet, Kultursubventionen werden deshalb gekürzt oder ganz gestrichen. Am Beginn des Jahres hatte es aber noch vollmundig zum Johann Strauss-Jahr geheißen: „Wien in Strauss und Braus 2025″. Damit ist es vorbei. 22 Millionen Euro wurden für diese Eventreihe ausgegeben. Vorbei ist es auch mit fast allen dieser Produktionen und deren Versuchen, eine aktuelle kreative Variante mit dem genialen Schaffen des Walzerkönigs zu verbinden. Die Programmierung wäre interessant gewesen, doch einige der aufgerufenen Autoren wie Thomas Brezina, Roland Schimmelpfennig, Mathilde Monnier sind mit ihren ausgeführten Ideen so ziemlich gescheitert. Kein Tiefgang. Wiens Kultur vermag in diesen Tagen dem Walzerkönig nichts gleichwertiges nachfolgen zu lassen. Anstatt einer Kreativkultur, wie etwa die besonders in Wien im 19. Jahrhundert blühende, ist den Bürgern heute eine Einkaufskultur verschrieben. Alles Schönreden des Bürgermeisters mit der „lebenswertesten Stadt“ hilft nichts – die Architektur der Asperner Seestadt oder die neuen Viertel, etwa im 20. Bezirk, oder die zahllosen Graffiti-beschmierten Gebäude zählen sicher nicht zu Meisterwerken.

Die meisten der Top-Positionen im Kulturbetrieb der Stadt sind mit nach Wien geholten Gästen besetzt. Kunsthistorisches Museum, Albertina, Volksoper, Musikverein, Vereinigte Bühnen, Volkstheater, im Museumsquartier und, und …. teils aktive, teils farblose Personen. Dies sagt aus: Wien hat im Wandel der Generationen versagt, die eigenen jungen Menschen als Führungskräfte zielführend aufzubauen. Nicht nur in der Kultur. Etwa Ralf Rangnick, zur Zeit nicht unbeliebter Teamchef der österreichischen Nationalmanschaft aus Baden-Württemberg, denkt über die heimischen Fussballvereine, welche sich mit Gastkickern aus aller Welt zu verbessern suchen, doch trotzdem im internationalen Vergleich heuer besonders schlecht abgeschnitten haben: „Die Trainer wollen gewinnen, die stellen ihre besten Spieler auf. Dann sind offensichtlich die Österreicher nicht gut genug – oder in Belgien und Norwegen gibt es in der Breite mehr Qualität. Und darüber müssen sich alle, die im österreichischen Fußball Verantwortung haben, Gedanken machen, wie man so etwas ändern kann“. 

An geistvollen Gedanken zu einer sich erneuernden Kreativkultur mangelt es in der Stadt. Die Kluft zwischen altem und jüngerem Publikum ist ebenfalls klar zu merken. Die kulturelle Erziehung für Menschen, besonders in den Randbezirken, funktioniert also nach wie vor nicht. Andererseits ist aber eine Unzahl von Kulturveranstaltung, vor allem kleinere Ausstellungen, gegeben: Bildende Künstler kämpfen um ihre Selbstdarstellung. Auch an Konzerten mangelt es nicht – doch diese sind insgesamt um einiges schlechter besucht als in früheren Kulturjahren mit heimischen Musikergrößen.

Wo wären die Wurzeln zu einer besseren Einbindung österreichischer Kulturmacher wie -schaffender zu finden? Die Wiener Theaterchefs aus Deutschland, der Schweiz, Holland sind eher Negativbeispiele, werden auch vom Publikum nicht allzu geschätzt. Etwa die heuer aus Wien weggeschickten Ensembleleiter Voges (Volkstheater) oder Schläpfer (Staatsballett) sind ruhmlos und ohne Nachhaltigkeit ausgeschieden. Eine wohl eher hilflose Aufforderung: Es müsste mit mehr Liebe, mehr Sorgfalt in den künstlerischen Aussagen, mit weit mehr Hinwendung für die Entwicklung der Jungen gedacht werden. Weg von den Werbeschmähs, den übertriebenen Verkaufsparolen, von der andauernd zu hörenden Schönfärberei.

Schönfärberei: In ORF-Saus und Braus soll der anstehende Eurovisions Song Contest in der Wiener Stadthalle gefeiert werden. Doch so werbewirksam solch eine internationale Ausstrahlung angesehen wird, übersehen wir nicht: Durch die Jahre ist europaweit vom ESC ständig nur reinstes mässiges musikalisches Mittelmass angeboten wie vermarktet worden. In den Journalen gefeiert – und schon wieder verschwunden. Schönstes Beispiel auf österreichisch: Contestsieger 2014 Conchita Wurst. Welche größeren Karriereschritte in die weite Welt  oder in seiner Heimat oder mit tollen Gesangsnummern sind ihm geglückt? Keine, ein Weg so ganz ohne musikalische Größe. Als Travestiekünstler am Rande zieht es ihn in Richtung Theaterbühne. Und nochmals Saus und Braus: Die Leitung des ORF darf sich dies 2026 erlauben. Doch die Kunstschaffenden werden sich weit, weit stärker bemühen müssen, in ihrem Schaffen auch wahre Werte zu vermitteln. Denn bloß Geschäft, Geschäft, Geschäft … nicht nur, doch dies ist heute eine prägende Denkweise wie die stärkste Triebkraft.

Meinhard Rüdenauer

Wien
Kein biederer Maestro: Yannick Nézet-Séguin leitet das Neujahrskonzert
Der Stardirigent steht erstmals am Pult des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker. Er ist modisch mutig und in der Alten und Neuen Welt gefragt
DerStandard.at.story.kein biederer maestro

Neujahrskonzert 2026: Dirigentinnen, bitte warten!
Im Mai dieses Jahrfes leitete mit der 39-jährigen Litauerin Mirga Gražinytė-Tyla erstmals eine Frau ein Abokonzert der Wiener Philharmoniker: Für das Neujahrskonzert wurde sie allerdings (noch) nicht eingeladen.
https://www.krone.at/4000914

Herzensanliegen Regenbogenwalzer
Im Porträt: Yannick Nézet-Séguin. Jürgen Flimm war Festspielintendant und er legte den Journalisten bei der Programm-Pressekonferenz ans Herz, sich den Namen gut einzuprägen. Damals war Nézet-Séguin Chefdirigent des Orchestre Métropolitain in seiner kanadischen Heimat – ein Job, für den er unterdessen auf Lebenszeit unter Vertrag ist. Und er war gerade designiert als Chef des Rotterdams Philharmonisch Orkest, dem er für zehn Jahre vorstand und dessen Ehrendirigent er mittlerweile ist. Dass Yannick Nézet-Séguin dereinst das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigieren würde, das hätte damals niemand prophezeit.
DrehpunktKultur.at.regenbogenwalzer

Wien/Symphoniker
Jahresfinale mit Beethovens Neunter: Wiener Symphoniker mit Slobodeniouk (Bezahlartikel)
Wenn der Götterfunke mit Liebe zum Detail gezündet wird.
Kurier.at.Kultur.klassische Musik

Philharmonie, Berlin. Silvesterkonzert, 29.-31. Dezember 2025

Foto: Monika Rittershaus

Was bringen der Chefdirigent Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker als Silvesterkonzert nach diesem schwierigen Jahr 2025?  Vieles, und die meisten Stücke und Melodien werden die aufmerksam Zuhörenden vermutlich schon kennen. Auch das ist ein Plus.

Wir erleben aber kein Sammelsurium von lustigen Stücken, sondern eher einen Parcours durch Liebe, Leid und Tod, jedoch zuletzt noch mit einem freundlichen Schimmer. Dazu soll an diesem Jahresende auch der schon längst berühmte, jetzt 40jährige Franzose Benjamin Bernheim mit beitragen. Die in Berlin ausgewählten Werke stammen von Peter TschaikowskyCharles Gounod, Georges Bizet, Jules Massenet, Emmanuel Chabrier und George Gershwin

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Berlin
Silvesterkonzert mit Petrenko und Bernheim: Die Berliner Philharmoniker brillieren auch im Kleinteiligen
Es ist immer ein Vergnügen, diesen Verband exzellenter Solisten musizieren zu hören, von denen jeder Einzelne ein Virtuose auf seinem Instrument ist. Auch diesmal kann der charismatische Konzertmeister Noah Bendix-Balgley mit einem wunderbaren Solo überzeugen.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

BERLIN / Komische Oper im Schillertheater: IN FRISCO IST DER TEUFEL LOS – Heiteres Musiktheater in vier Akten 1962; 30.12.2025

„Seemann, hast Du mich vergessen“: Ost-Berliner West-Coast-Blues im windigen Immobilienmilieu

Copyright: Monika Rittershaus

Das war es also, das Heitere Musiktheater der DDR. Begriffe wie Operette oder Musical im engeren Sinn verbieten sich angesichts des irgendwie hantigen Mischmaschs aus üppigem Big Band Sound, deutschhaspelnd imitierten Broadwaysongs, mexikanischen Rhythmen, Stepptanz und immer wieder sehr deutsch klingenden chorischem Rostock-Ostseemannsgarn.

Es war, bitte nicht zu vergessen, die Zeit des Mauerbaus (August 1961), von der wie hier sprechen. Die Vorgeschichte des Guido Masanetz Hits „In Frisco ist der Teufel los“ reicht allerdings ins Jahr 1956, als die Vorläuferversion „Wer braucht Geld?“ über die Bühne des Metropol Theaters ging. Dann überarbeitete Maurycy Janowski das Libretto von Otto Schneidereit und fertig war dieses bis 1989 in über 70 Inszenierungen in der DDR, aber auch der Slowakei, Ungarn und Polen über 1000-mal aufgeführte und damit ungemein erfolgreiche Stück…

Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Goldener Saal Musikverein / Vienna

 

GALA Konzert 
Großer Saal | 19:30 Uhr
Cappella Istropolitana
Giovanni POMPEO, Dirigent
Tehmine SCHAEFFER, Sopran
Flaka GORANCI, Mezzosopran
7RAY, Tenor
04.01.2026, 19:30 Uhr

PARIS/Bastille: TOSCA – Wiederaufnahme

 Gute Erinnerungen an Pierre Audi

Foto: Vincent Pontet

Erst im Mai 2025 ist völlig unerwartet und viel zu früh der große Operntheater-Macher und Musikkenner Pierre Audi verstorben. Es war wie ein das gemeinsame Haus erschütternder Schock für die internationale Operngemeinde. Erst am 4. Februar erlebte ich die Premiere seiner „Götterdämmerung“ am Théâtre de la Monnaie Brüssel und hatte auch noch ein längeres Gespräch mit ihm auf der Premierenfeier. Unvergessen ist sein spektakulärer „Ring“ in Amsterdam, dem Haus, an dem er lange Zeit entscheidend wirkte. Er setzte das Orchester in die Mitte der Bühne, und die Handlung geschah auf einem Ring darum herum – ein Ring im wahrsten Sinne des Wortes!

Es ist nun zu beobachten, dass eine Reihe von großen Bühnen, an den Audi gearbeitet hatte, eine seiner Inszenierungen wieder aufnehmen, um dem Künstler zu gedenken. So auch an der Opéra national de Paris Bastille, wo er 2007 „La juive“ von d’Halevy, 2014 „Tosca“ von Puccini und 2022 „Fin de partie“ von Kurtág in Szene gesetzt hatte. Mit allen Arbeiten hatte er großen Erfolg an der Bastille, zumal er sie mit der ihm gegebenen Intelligenz umsetzte, mit der er die poetische Dimension des Stückes mit der Dimension der konkreten Handlung verband. Etwas, das Calixto Bieito, dessen neue „Walküre“ hier auch besprochen wird, nicht unbedingt für sich beanspruchen kann.

Zum Bericht von Klaus Billand

Aktuelles aus „Neue Zürcher Zeitung“

«Tod dem Diktator»: Irans Wirtschaftskrise treibt Demonstranten im ganzen Land auf die Strasse: Was als Streik von Händlern gegen steigende Preise begann, ist längst zu einem politischen Protest geworden. Das Regime steht unter Druck – und gibt sich gesprächsbereit.
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 Britische Oppositionspolitiker fordern die Abschiebung eines Helden des Arabischen Frühlings: Alaa Abdelfatah reist nach Jahren in ägyptischen Gefängnissen nach Grossbritannien. Dort wird er von Premierminister Starmer herzlich empfangen. Doch dann tauchen frühere antizionistische und rassistische Äusserungen auf – und bringen Starmer wie auch Abdelfatah in Bedrängnis.
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Saudiarabien bombardiert einen Hafen in Jemen und erzwingt den Abzug der Emirate aus dem Bürgerkriegsland – was steckt dahinter?
In Jemen spitzt sich die Konfrontation zwischen Riad und Abu Dhabi zu. Derweil zersplittert die schwache jemenitische Zentralregierung – es drohen neue Kämpfe in Südarabien.
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Slowakei: Fico legt sich mit der ungarischen Minderheit an und stellt damit das Bündnis mit Orban auf die Probe: Mit einer umstrittenen Strafrechtsreform verbietet die Slowakei Kritik an den Benes-Dekreten. Das innenpolitisch motivierte Manöver wird auch im ungarischen Wahlkampf zum Thema.
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 Schwere Vorwürfe gegen Dutzende Soldaten aus der Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr: Die Bundeswehr und die Staatsanwaltschaft ermitteln gegen 55 Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26. Es geht um Sexismus, Rechtsextremismus und Drogen. Verteidigungsminister Boris Pistorius ist empört.
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Die Angstzonen weiten sich aus – Deutschland zahlt einen hohen Preis für falsche Toleranz: Vor zehn Jahren fielen in der Kölner Silvesternacht Horden muslimischer Männer über Frauen her. Es war der Auftakt für das, was Deutschland erwartete. Aber die Debatte über Migration und Kriminalität ist nicht vorangekommen.
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Vera Weber über Brigitte Bardot: «Mein Vater hatte ihre Pose mit dem Robbenbaby genau geplant»: Jahrzehntelang kämpfte Brigitte Bardot an der Seite des Schweizer Tierschützers Franz Weber. Seine Tochter Vera Weber erinnert sich – und ist voll des Lobes für die Schauspielerin.
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Wenn Traumatisierte aus Autos springen und sich für die Beatles halten, ist man im Kosmos der dänischen Groteske gelandet
Der Regisseur Anders Thomas Jensen treibt seinen rabenschwarzen Humanismus in der rasanten Komödie «The Last Viking» auf die Spitze. Mads Mikkelsen glänzt darin erneut mit einer Darstellung von slapstickhafter Absurdität.
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Paparazzi waren die Störenfriede der Via Veneto: Heute machen Prominente Selfies. Früher riskierten Paparazzi Schläge, wenn sie aus dem Hinterhalt Schöne und Reiche ablichteten. Über das Ende eines Berufsstandes, der von Rom aus die Welt eroberte. Und der den Ruf der Via Veneto begründete.
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Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“

Schweiz
Tragödie im Kanton Wallis: Dutzende Tote nach Feuer in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana

In einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana ist in der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet, mindestens 100 Menschen wurden verletzt. Es gibt keine Hinweise auf einen Anschlag. Der Vorfall ereignete sich gegen 1.30 Uhr Ortszeit in der Constellation Bar. Laut Polizei kam es dort zu einer Rauchentwicklung und dem Ausbruch eines Feuers. Am Morgen war von einer Explosion die Rede gewesen, davon spricht die Polizei nun nicht mehr. Es habe keine Explosion gegeben, sondern ein schnell um sich greifendes Feuer. In der Bar waren demnach zum Zeitpunkt des Vorfalls mehr als 100 Menschen, die dort den Beginn des neuen Jahres feierten.
DerSpiegel.de.schweiz

Politik Österreich: 423,9 Milliarden Euro
Schulden-Rekord! Loch im Staatsbörsel wird immer größer
Österreichs Staatsschulden explodieren. Allein von Juli bis September haben Bund, Länder und Gemeinden 11,6 Milliarden an neuen Schulden angehäuft.
heute.at.schulden

Salzburg
Schwarz-blauer Höhenflug: Harter Sparkurs – doch Salzburgs Regierung gewinnt dazu:
Regierungen müssen unpopuläre Sparmaßnahmen treffen. Jene in Salzburg kann in der aktuellen Umfrage aber sogar Vertrauen dazugewinnen.
Heute.at.harterSparkurs

Nach Papst benannt. DARUM heißt der letzte Tag des Jahres Silvester
Dabei kennen den Papst aus dem 4. Jahrhundert nur die wenigsten. Die kleine Kirche San Silvestro in Capite mitten im historischen Zentrum Roms kennen die wenigsten. Dabei ist der Bau aus dem achten Jahrhundert die letzte Ruhestätte eines bedeutenden Papstes, der bis heute wirkt: Silvester I. – der Mann, von dem der letzte Tag des Jahres seinen Namen hat. Es ist sein Todestag: Der 33. Pontifex der katholischen Kirche starb dem Gregorianischen Kalender zufolge am 31. Dezember des Jahres 335 nach Christus und wurde nur 50 Jahre.So oder so: Warum der Mann, der vor 1.700 Jahren als Pontifex wirkte, in der Geschichte so wichtig war, weiß heute in vielen Ländern nur noch eine Minderheit. Sein Name stammt vom lateinischen Wort für Wald, silva. Silvester bedeutet also Mann aus dem Wald: Bevor er Papst wurde, soll er tatsächlich im Forst von Soratte nahe Rom gelebt haben.
Oe24.at.silvester

Ranking zum Jahresende : Das sind die beliebtesten Vornamen 2025
Sophia löst Emilia ab, Noah bleibt an der Spitze: Ansonsten gibt es wenig Bewegung beim Vornamen-Ranking. Bei den Jungen kommt Leo hinzu – trotz oder wegen des neuen Papstes? Zum ersten Mal seit Jahren hat es einen Wechsel an der Spitze der beliebtesten Mädchenvornamen gegeben: Sophia und Noah sind die beliebtesten Vornamen des Jahres. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Ranking des norddeutschen Vornamen-Experten Knud Bielefeld hervor. Seit 2022 waren immer wieder Emilia und Noah auf dem 1. Platz gelandet.
online.de.vorname

Starten Sie gut in das Neue Jahr! Versuchen Sie, Ihre Vorsätze zumindest eine Woche lang einzuhalten. Die verbleibenden 51 Wochen sind vernachlässigbar!

A.C. 

 

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