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ZÜRICH/ Opernhaus: UN BALLO IN MASCHERA. 3. Vorstellungä Die Luft nach oben wird dünner

01.06.2026 | Oper international

Giuseppe Verdi: Un ballo in maschera • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 31.05.2026 abends

(3. Vorstellung • Wiederaufnahme am 22.05.2026 • Premiere am 08.12.2024)

Die Luft nach oben wird dünner

Wie zu erwarten, und natürlich zu hoffen, hat sich die Qualität der Aufführung deutlich verbessert.

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Foto © Herwig Prammer

Gianandrea Noseda (musikalische Leitung) ist wieder so zu erleben, wie ihn das Zürcher Publikum kennt und schätzt: als umsichtigen, dynamischen musikalischer Leiter, der um eine leidenschaftliche, ausgewogene Gestaltung der Vorstellung bemüht ist und sich Orchester, Chor und Solisten im besten Lichte präsentieren lässt. Mit einer adäquaten Abstimmung der Lautstärke ist das kein grosses Problem. Das Orchester der Oper Zürich musiziert mit hörbarer Leidenschaft und grossem Wohlklang, im Einzelnen (z.B. Cello) wie auch im Kollektiv. Der Chor der Oper Zürich (Choreinstudierung: Klaas-Jan de Groot) überzeugt mit homogenem Wohlklang und engagiertem Spiel.

Die Stimme von Stephen Costello (Riccardo) trägt an diesem Abend deutlich besser und so kann Costello sie weitestgehend frei von Druck strömen lassen. Und obwohl ihm nun auch mehr Farben zu Verfügung stehen, bleibt die Diktion an einzelnen, exponierten Stellen unsauber. Auch der Renato von Dalibor Jenis macht an diesem Abend deutlich besseren Eindruck. Jenis arbeitet immer noch stark mit der Kraft und den dunklen Farben seiner Stimme und so erweckt seine Interpretation eher vom Verismo und weniger vom Belcanto her zu kommen. Das Vibrato hat deutlich abgenommen; die gaumige Tongebung und verbesserungsfähige Diktion bleiben aber. Die Amelia der Elena Stikhina beeindruckt mit tiefer, ruhiger Leidenschaft und einem vorzüglich geführten, runden Sopran. Yulia Matochkina bleibt als Ulrica weiter diskret und verlässt sich auf die Grösse und markanten Tiefen ihrer Stimme. Das Profil der Figur scheint an diesem Abend aber deutlich geschärft: es beginnt sich eine Aura des Geheimnisvollen aufzubauen. Rebeca Olvera gibt den Oscar mir markant geführtem, hellem, hohem Sopran und einer Bühnenpräsenz, die selbst in diesem «englischen» Rahmen das Potential hat, zur Karikatur zu neigen. Steffan Lloyd Owen als Silvano, Brent Michael Smith als Samuel, Stanislav Vorobyov als Tom, Martin Zysset als Un giudice und Samuel Wallace als Un servo d’Amelia absolvieren ihre Auftritte mit tadellos geführten, gut fokussierten Stimmen und guter Bühnenpräsenz. Die Tänzer Sina Friedli, Jessica Falceri, Sara Peña, Sara Pennella, Evelyn Tritto, Cristian Alex Assis, Lukas Bisculm, Pietro Cono Genova, Daniele Romano, Roberto Tallarigo und der Statistenverein am Opernhaus Zürich ergänzen das Ensemble.

Die Luft nach oben wird dünner: Gut so!

Weitere Aufführungen am Opernhaus Zürich: So. 07. Juni 2026, 13.00, Sa. 13. Juni 2026, 19.00.

Weitere Aufführungen im Rahmen des Edinburgh Festival:

Mi. 26. Aug. 2026, 19.00, Do. 27. Aug. 2026, 19.00, Sa. 29. Aug. 2026, 19.00, So. 30. Aug. 2026, 14.00.

01.06.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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