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ZÜRICH/ Opernhaus: TURANDOT. Im Osten nichts Neues. Derniere

13.07.2024 | Oper international

Giacomo Puccini: Turandot • Opernhaus Zürich • Dernière: 12.07.2024

(5. Vorstellung • Wiederaufnahme: 30.06.2024 • Premiere am 18.06.2023)

Im Osten nichts Neues

Anna Pirozzi, Piero Pretti und die Philharmonia Zürich unter Leitung von Robert Treviño machen «Turandot» zum musikalischen Ereignis. In Sachen Inszenierung gilt «Im Osten nichts Neues».

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Foto © Monika Rittershaus

Anna Pirozzi gibt an diesem Abend die perfekte Turandot. Die Stimme sitzt perfekt und so stehen Pirozzi alle Gestaltungsmittel uneingeschränkt zu Verfügung: sie kann mit bewegender Intensität und Bühnenpräsenz agieren. Eine solche szenische Glaubwürdigkeit, gerade das Entsetzen, als der unbekannte Prinz ihre drei Rätsel gelöst hat, ist nur ganz selten zu erleben. Piero Pretti ist ihr ein unbekannter Prinz (Calaf) auf absoluter Augenhöhe. Die Stimme strömt freu und klar mit dem idealen Mass an Brio und Metall. Sie sitzt so perfekt, dass die Stimme auch in den grössten Klangwogen im ganzen Haus trägt, ohne dass er gezwungen wäre zu forcieren. Elbenita Kajtazi als Liù hat die Nervosität der Wiederaufnahme abgelegt. Mit glasklarem, leidenschaftlich geführtem Sopran macht sie in jedem Moment klar, dass ihre Rolle weit mehr ist als «nur» eine Dienerin. Der Timur David Shipleys hat ebenfalls an Format gewonnen. Sein Bass klingt kompakt und elegant. Martin Zysset, ein Urgestein des Zürcher Ensembles, gibt den Altoum mit gepflegtem, hellem Tenor. Xiaomeng Zhang (Ping), Cameron Becker (Pang) und Nathan Haller (Pong) harmonieren stimmlich wie szenisch perfekt.

Samson Setu als Mandarin und Laura Missuray und Shijia He als Due ancelle ergänzen das wunderbare Ensemble.

Janko Kastelic hat den Chor der Oper Zürich, die Chorzuzüger, den Zusatzchor Opernhaus Zürich, die SoprAlti der Oper Zürich und den Kinderchor der Oper Zürich perfekt einstudiert Die grosse Anzahl Sänger ist perfekt disponiert, der Klang beeindruckend homogen und satt, der Text jederzeit bestens verständlich.

Robert Treviños Dirigat überzeugt durch einen feinst austarierten Klang, der zwischen Pianissimo und Fortissimo alle Schattierungen kennt und nutzt. So kann die in Höchstform antretende Philharmonia Zürich mit einem extrem farbenreichen Wohlklang jenseits aller Schwülstigkeit, in die es abzurutschen bei dieser Partitur so gefährlich leicht ist, in jeder Hinsicht brillieren. Bravissimi!

In Sachen Inszenierung gilt «Im Osten nichts Neues»: der geneigte Leser mögen die Kritiken zur Wiederaufnahme (https://onlinemerker.com/zuerich-opernhaus-turandot-wiederaufnahme-superman-bei-biene-maja-und-den-pfadfindern/) oder der Premieren-Saison konsultieren.

Keine weiteren Aufführungen in der laufenden Saison.

13.07.2024, Jan Krobot/Zürich

 

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