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ZÜRICH/ Opernhaus: TANNHÄUSER – Wiederaufnahme in fast unveränderter Besetzung

05.10.2026 | Oper international

Richard Wagner: Tannhäuser • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 04.10.2026
(2. Vorstellung • Wiederaufnahme am 26.09.2026 • Premiere am 21.06.2026)

Wiederaufnahme in fast unveränderter Besetzung

Thorleifur Örn Arnarssons Inszenierung des Tannhäusers aus diesem Sommer hat das Opernhaus Zürich in fast unveränderter Besetzung (Andrè Schuen ist als Wolfram von Eschenbach neu im Ensemble) wiederaufgenommen.

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Foto © Herwig Prammer

Thorleifur Örn Arnarssons Inszenierung von «Tannhäuser» bietet eindrückliche Bilder (Bühnenbild: Erna Mist; Kostüme: Teresa Vergho; Lichtgestaltung: Martin Gebhardt), es fehlt ihr aber das Verbindende. Die Idee Tannhäuser als rastlos Suchenden im Fiebertraum zu schildern führt nicht zu dem grossen Ganzen, das man sich wünschen würde. Bei den Sehgewohnheiten des heutigen Publikums verpufft der Auftritt der Minnesänger im Leichenwagen als Provokation; die Hofgesellschaft des zweiten Aufzugs wirkt in ästhetischer Hinsicht nur bemüht. Sebastian Zuber choreographiert den Auftritt der Kollektive (Chor und Statistenverein am Opernhaus Zürich).

Markus Poschner (Musikalische Leitung) wählt forsche, dem Stück sehr zugute kommende Tempi, wobei ihm das Orchester der Oper Zürich mit grosser Spielfreude und superben Leistungen folgt. Es sind Wendungen zu vernehmen, die im Sommer nicht zu hören waren. Klaas-Jan de Groot hat den Chor der Oper Zürich und die SoprAlti der Oper Zürich (Edelknaben), die mit guten Leistungen überzeugen, einstudiert.

Christof Fischesser als Hermann, Landgraf von Thüringen, überzeugt wie schon in der Premieren-Serie mit klarem, wohlklingendem Bass, bester Textverständlichkeit und überragender Bühnenpräsenz. Eric Cutler teilt sich als Tannhäuser die Kräfte klug ein. Nach kurzen Startschwierigkeiten mit starkem Vibrato spricht die Stimme gut an und klingt besser als in der Premieren-Serie. Die Textverständlichkeit bleibt verbesserungsfähig. Christina Nilssons (Elisabeth) gut geführter Sopran spricht klar an und neigt, anders als im Sommer, nur noch in exponiertesten Momenten zu leichten Schärfen. Rachael Wilson zeigt als Venus mit bruchlos geführtem, farbenreichen Mezzosopran eine tadellose Leistung. Andrew Moore gibt den Biterolf mit kernigem, wohlklingendem Bassbariton. Andrè Schuen überzeugt wie schon als Almaviva in den Nozze nun als Wolfram von Eschenbach mit einem virilen, leicht herben Bariton, der mühelos das Haus füllt und ihm auch dank seiner grossen Bühnenpräsenz und Textverständlichkeit die Möglichkeit gibt, ein beeindruckendes Rollenporträt zu präsentieren. Johan Krogius gibt den Walther von der Vogelweide mit hellem, kräftigem Tenor und schönen Klang. Man darf sich auf seinen Tamino im Frühling freuen. Nathan Haller als Heinrich der Schreiber und Brent Michael Smith als Reinmar von Zweter überzeugen mit gut fokussierten Stimmen und ergänzen den Kreis der Minnesänger perfekt. Thalia Cook-Hansen überrascht als junger Hirt.

Musikalisch verbessert bleibt szenisch alles bei Alten.

Weitere Aufführungen: FR 09.10.2026, 18.00 und DI 13.10.2026, 18.00.

04.10.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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