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ZÜRICH/ Opernhaus: TANNHÄUSER. Neuinszenierung. Weitgehende, aber nicht uneingeschränkte Zustimmung

09.07.2026 | Oper international

Richard Wagner: Tannhäuser • Opernhaus Zürich • Vorstellungen: 02.07.2026 und 08.07.2026

(5. und 7. Vorstellung • Premiere am 21.06.2026)

Weitgehende, aber nicht uneingeschränkte Zustimmung

Der neue Zürcher «Tannhäuser» erfährt vom Publikum weitgehende, aber nicht uneingeschränkte Zustimmung.

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Foto © Herwig Prammer

Thorleifur Arnarssons Inszenierung von «Tannhäuser» bietet zweifelsohne eindrückliche Bilder (Bühnenbild: Erna Mist; Kostüme: Teresa Vergho; Lichtgestaltung: Martin Gebhardt), es fehlt ihr aber das grosse Ganze, das Verbindende. Die Idee Tannhäuser als rastlos Suchenden im Fiebertraum zu schildern, ist ohne Frage plausibel, reduziert sich hier aber auf einzelne Bilder, bei denen das Inszenierungskonzept als «Kitt» zu schwach ist. Der Auftritt der Minnesänger im Leichenwagen verpufft (bei den Sehgewohnheiten des heutigen Publikums) als Provokation und passt kaum zu der bemüht bunten, im zweiten Aufzug gezeigten Hofgesellschaft. Bestechend gelingt Arnarsson hingegen die Zeichnung der Figur der Elisabeth, die von der Statue (im Kofferraum des Leichenwagens, mit dem die Minnesänger Tannhäuser abholen; 1. Aufzug) zur Menschen (2. Aufzug) und wieder, als sie Tannhäuser nicht im «Chor der Pilgernden» (Formulierung des Programmhefts) findet, zur Statue wird (3. Aufzug). Für die Venus allerdings fehlt ein solches Bild.

Das Orchester der Oper Zürich agiert, in allen Registern, weiter in grosser Form. Für diesen rauschhaften Wohlklang wählt Tugan Sokhiev (musikalische Leitung) eher gemächliche Tempi, die nicht unbedingt zur Stabilität der Spannungsbögen beitragen. Immer wieder wird der Rausch zu gross und die Lautstärke überbordet. Klaas-Jan de Groot hat den Chor der Oper Zürich und die SoprAlti der Oper Zürich (Edelknaben) einstudiert. In Sachen Textverständlichkeit gibt es durchaus noch Luft nach oben.

Christof Fischesser als Hermann, Landgraf von Thüringen, überzeugt wie schon in der Premiere mit sauberem, wohlklingendem Bass, bester Textverständlichkeit und überragender Bühnenpräsenz. Eric Cutler kann als Tannhäuser leider nur bedingt überzeugen. Einer klugen Einteilung der Kräfte des hellen, farbenreichen Tenors stehen ein deutliches Vibrato und mangelnde Textverständlichkeit gegenüber. Christina Nilsson gibt die Elisabeth mit klarem, sauber fokussiertem Sopran. Nilsson geht desöfteren an die Grenze der Lautstärke, wo ihre Stimme zu Schärfen zu neigen beginnt. Emotionen zeigt sie, rollendeckend, eher diskret. Rachael Wilson zeigt als Venus eine solide Leistung. An der Textverständlichkeit liesse sich noch arbeiten. Schlicht sensationell, ja Weltklasse ist der Wolfram von Eschenbach des Christian Gerhaher. Nicht nur dank seiner Erfahrung als Liedsänger werden seine Auftritte mit überragender Technik und perfekter Diktion zum unumstrittenen Höhepunkt des Abends. Die ausgiebige Nutzung des Piano kann manieriert wirken und ist Geschmackssache. Andrew Moore als Biterolf, Johan Krogius als Walther von der Vogelweide, Nathan Haller als Heinrich der Schreiber und Brent Michael Smith als Reinmar von Zweter überzeugen mit gut fokussierten Stimmen und überragender Spielfreude. Yewon Han gibt einen ansprechenden als jungen Hirten.

Musikalisch ist noch Luft nach oben.

Weitere Aufführung der Saison 2025/2026:

Sa. 11. Juli 2026, 17.30.

Weitere Aufführungen der Saison 2026/2027:

Sa. 26. Sept. 2026, 18.30; So. 04. Okt. 2026, 17.00; Fr. 09. Okt. 2026, 18.00; Di. 13. Okt. 2026, 18.00.

10.07.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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