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ZÜRICH/ Opernhaus: L’ITALIANA IN ALGERI. Comeback nach sechs Wochen

16.03.2022 | Oper international

Gioacchino Rossini: L’italiana in Algeri • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 15.03.2022

(5. Vorstellung • Premiere am 06.03.2022)

Comeback nach sechs Wochen

Levy Sekgapane • Salzburger Festspiele
Levy Sekgapane. Foto © Kartal Karagedik

Nach sechs Wochen ohne Einspringer gibt Corona sein Comeback am Opernhaus Zürich. Levy Sekgapane ersetzt Lawrence Brownlee als Lindoro. Sekgapane ist ein echter Tenore di grazia: die helle Stimme ist leicht und frisch, elegant geführt und zu berückenden Piani fähig, die bis in den letzten Winkel des Hauses tragen. Sein koloraturgewandter Tenor strömt absolut frei kraftvoll bis in die höchsten Höhen: Sekgapane bietet Belcanto allererster Güte. Die Musikalität seiner Verzierungen erinnert an Juan Diego Flórez und Javier Camarena. In diesem Moment seiner Karriere ist Rossini das ideale Repertoire für den jungen Tenor und dementsprechend begeistert feiert ihn das Zürcher Publikum. Cecilia Bartoli ist auch an diesem Abend wieder in Höchstform und steckt mit ihrer Spielfreude alle Beteiligten an. Herrlich zu sehen, wie sie, die in einer Badewanne voller Schaum auf die Bühne gefahren wird, sich während des Vorspiels zu «Per lui che adoro» nach einem Hoppala vor Lachen kaum noch halten kann und den Dirigenten ebenfalls zum Grinsen bringt. Nicht minder begeistert feiert das Publikum Ildar Abdrazakov, dem das Komische von mal zu mal leichter fällt, als Mustafà und Nicola Alaimo als ursympathisch tollpatschigen Taddeo. Ilya Altukhov gibt einen höchst präsenten Haly. Rebeca Olvera als Elvira und Siena Licht Miller als Zulma ergänzen das superbe Ensemble.

Mit Sekgapanes Einspringen beweist die Inszenierung von Moshe Leiser und Patrice Caurier ungeplant erneut ihre Qualitäten. Davon, dass der Operalia-Gewinner des Jahres 2017 erst am Morgen des Aufführungstages in Zürich angekommen ist und entsprechend nur wenig proben konnte, ist in der abendlichen Vorstellung nichts zu merken.

Zum Vorwurf der Übertreibung und Klischeelastigkeit in der folgenden Kritik mehr.

Weitere Aufführungen:

Do. 17. März, 19.00; So. 20. März, 20.00; Fr. 25. März, 20.00; Do. 31. März, 20.00; Di. 05. April, 19.00.

16.03.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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