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ZÜRICH/ Opernhaus: LESSONS IN LOVE AND VIOLENCE. Derniere

12.06.2023 | Oper international

George Benjamin: Lessons in Love and Violence • Opernhaus Zürich • Derniere: 11.06.2023 nachmittags

Schweizer Erstaufführung

(7. Vorstellung • Premiere am 21.05.2023)

Der intensive Applaus des Publikums spricht für sich

Sir George Benjamins (*1960) «Lessons in Love and Violence» lockt für einen herrlich warmen Sommer-Sonntag-Nachmittag erstaunlich und erfreulich zahlreiches Publikum aller Altersklassen ins Opernhaus Zürich. Und das, obwohl sich die 2018 im Royal Opera Covent Garden uraufgeführte Oper als ausgesprochen «schwerer Brocken» erweist.

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Foto © Herwig Prammer

Für ihr drittes gemeinsames Werk (nach «Into the Little Hill» von 2006 und «Written on Skin» 2012) hat Martin Crimp das Drama «Edward II» (1592) des Shakespeare-Zeitgenossen Christopher Marlowe (1564-1593) genial für die Bühne bearbeitet. Crimp hat die Handlung auf sieben Bilder aus der Vorlage komprimiert und durch die Vereinfachung der Namen Raum für Assoziationen geschaffen. Mortimer, Vertrauter des Königs (Edward II), verschwört sich mit der Königin gegen den König, beseitigt dessen Günstling Gaveston wie den König selbst, und hofft mit Edwards Sohn eine willige Marionette auf dem Thron installieren zu können. Das ist nur eine der Lektionen in Sachen Liebe und Gewalt. Evgeny Titov bietet mit seiner genauen Regie, obwohl eng am Libretto, zahlreiche andere Assoziationsmöglichkeit und das macht Gewicht und den Reiz des Stückes aus. Rufus Didwiszus hat Titov dazu Bühnenbild geschaffen, das mit Einheits-Hintergrund, eine Mischung aus Paisley-Muster und Zellstrukturen, die ruhige Personenführung von Solisten wie Statistenverein am Opernhaus Zürich unterstützt. Die Kostüme von Falk Bauer gehen in die gleiche Richtung.

Die Philharmonia Zürich unter musikalischer Leitung Ilan Volkov begeistert erneut mit der klanggewaltigen Umsetzung der Partitur.

Lauri Vasar als König, Edward II und Björn Bürger als Gaveston/Fremdling geben ein intensives Liebespaar. Nicht minder eindrücklich ist Mark Milhofer als Mortimer, Verkörperung der Banalität des Bösen. Jeanine De Bique lässt sich als Isabel ansagen: Einschränkungen sind aber kaum festzustellen. Sunnyboy Dladla als Junge / späterer König Edward III, Nini Vlatković als Mädchen, Isabelle Haile als Zeuge 1 / Sängerin 1 / Frau 1, Josy Santos als Zeuge 2 / Sängerin 2 / Frau 2 und Andrew Moore als Zeuge 3 / Irrer ergänzen das Ensemble.

Der intensive Applaus des Publikums spricht für sich!

Keine weiteren Aufführungen in dieser Saison.

11.06.2023, Jan Krobot/Zürich

 

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