Giacomo Puccini: La rondine • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 01.10.2026
(3. Vorstellung • Wiederaufnahme am 24.09.2026 • Premiere am 17.09.2023)
Eine szenische Umsetzung, die man sich so, weil so überzeugend, öfter wünscht

Foto © Monika Rittershaus
Christof Loys szenische Umsetzung besticht mit den Eigenschaften, die ihn zu einem der führenden Regisseure der Gegenwart machen: die akribische Personenführung, die Erzählung eng am Libretto und das Fehlen eines Dranges die Geschichte mit eigenen, möglichst nicht zur Geschichte passenden Ideen zu überschreiben. Das wunderbar passende Bühnenbild, dass ohne grosse Umbauten sowohl Paris wie Nizza beschreibt, hat Etienne Pluss geschaffen, die dazu passenden, leicht modernisierten Kostüme stammen von Barbara Drosihn und die geniale Beleuchtung gestaltet Fabrice Kébour. Eine szenische Umsetzung, die man sich so, weil so überzeugend, öfter wünscht. Sehr viel öfter. Thomas Wilhelm hat die Tänzer (Dario Rigaglia, Roberto Tallarigo, Giusy Fanaro, Marta Allocco, Pietro Cono Genova und Sina Friedli) choreographiert.
Marco Armiliato erweist sich auch an diesem Abend als Klangmagier und holt aus dem Orchester der Oper Zürich das Äusserste heraus. Das Orchester begeistert mit höchst austariertem, sattem, schwelgerischen Wohlklang und solistischen Glanzleistungen. Die klassischen Passagen gelingen gleichermassen charakteristisch wie die Anklänge an die Moderne. Mit dem Chor der Oper Zürich (Choreinstudierung: Alice Lapasin Zorzit) zeigt sich auch das zweite Kollektiv in bester Verfassung.
Das Publikum im fast ausverkauften Haus feiert die Solisten frenetisch. Ermonela Jaho gibt die Magda mit perfekt fokussierter und austarierter Stimme und bewegendem, höchst leidenschaftlichem Spiel. Sandra Hamaouis quirlige Lisette punktet mit hellem, gut ansprechendem und höhensicherem Sopran. Wird die Leidenschaft zu stark, neigt die Stimme zu leichten Schärfen. Benjamin Bernheim kann als Ruggero auf dem Höhepunkt seiner Karriere alle Vorzüge seines strahlenden, kernigen Tenors ausspielen. Es gelingen ihm eindrückliche, intensive Momente im Piano und Pianissimo. Juan Francisco Gatell gibt den Prunier mit tadellos geführtem, kräftigem, hell-herbem Tenor und ist Hamoui ein überzeugender Partner. Vladimir Stoyanov ist mit prächtigem Bariton ein diskret präsenter Rambaldo. Mit Guram Margvelashvili als Périchaud, Tautvydas Slizauskas als Gobin/un giovane/Adolfo, Mikayel Sargsyan als Crébillon, Thalia Cook-Hansen als Yvette/Georgette, Natália Tuznik als Bianca/Gabriella, Cashlin Oostindië als Suzy/Lolette, Valeriy Murga als Butler, Bowen Ding als Rabonnier, Sylwia Salamońska-Bączyk als Die Kellnerin und Sandro Howald als Der Kellner sind auch die übrigen Partien rundum überzeugend besetzt.
Eine szenische Umsetzung, die man sich so, weil so überzeugend, öfter wünscht
Weitere Aufführungen: Sa. 10. Okt. 2026, 19.30; Do. 15. Okt. 2026, 19.00.
02.10.2026, Jan Krobot/Zürich

