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ZÜRICH/ Opernhaus: IL TURCO IN ITALIA – Vollendeter Rossini-Genuss. Wiederaufnahme

22.02.2022 | Oper international

Gioacchino Rossini: Il turco in Italia • Opernhaus Zürich • Wiederaufnahme: 20.02.2022

Vollendeter Rossini-Genuss

Vollendeter Rossini-Genuss, so die Marketing-Abteilung im neuesten Newsletter, bietet am Opernhaus nicht erst die Premiere von «L’Italiana in Algeri» (06.03.2022). Schon die Wiederaufnahme von Jan Philipp Glogers Inszenierung von «Il Turco in Italia» bietet besten Rossini.

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Foto © Hans Jörg Michel

Jan Philipp Glogers Inszenierung funktioniert auch bei ihrer zweiten Wiederaufnahme perfekt und lässt erkennen, wie sorgfältig geprobt wurde. Gloger hat die Handlung ohne Schaden aktualisiert. Schauplatz ist der Wohnblock Nummer 37(Bühnenbild: Ben Baur), wo Donna Fiorilla und Don Geronio und der Dichter, hier Dokumentarfilmer, Prosdocimo leben. Der titelgebende Türke Selim ist gerade dabei einzuziehen, unterstützt vom Hausmeister Don Narciso. Auf diese Situation treffen Zaida und ihr Gefährte Albazar auf der Suche nach Selim, der Zaida sitzengelassen hat. Die Probleme in Liebessachen lassen sich ohne Schaden auch in unserer Zeit verorten. Aus dem Dichter Prosdocimo macht Gloger nun den auch mit den «sozialen Medien» arbeitenden Dokumentarfilmer (Video: Sami Bill). Gleich bleiben, und stehen einer Modernisierung somit nicht im Weg, sein Suchen nach Handlung und seine Manipulation der anderen Protagonisten. So ist jenseits von aller orientalischen Pracht für vollendeten Rossini-Genuss gesorgt.

Nahuel Di Pierro gibt den Selim mit wunderbar kräftigem, höchst agilem Bariton. Renato Girolami singt mit kernigem Bariton einen in seiner Unattraktivität äusserst sympathischen Don Geronio. Als Donna Fiorilla neu zur Schar der Solisten gestossen ist Olga Peretyatko, die mit ihrer Interpretation keinerlei Wünsche offenlässt. Mingjie Lei hat als Don Narciso, Fiorillas Liebhaber, nach, so ist von informierten Kreisen zu hören, längerer Pause, noch mit seiner Stimme zu kämpfen. Das herrliche Material schimmert immer wieder durch und wird hoffentlich bald wieder so richtig zur Geltung kommen. Pietro Spagnoli ist seit der Premiere als Prosdocimo dabei und beherrscht seine Rolle perfekt.

Chelsea Zurflüh überrascht als Zaida mit klarem, klangschönem jugendlichem Sopran. Luis Magallanes begleitet sie Albazar auf ihrer Suche nach Selim.

Die Philharmonia Zürich unter Riccardo Minasi lässt es im hochgefahrenen Graben so richtig perlen und trägt, wie der von Ernst Raffelsberger bestens vorbereitete Zusatzchor des Opernhauses Zürich, ihren Teil zum vollendeten Rossini-Genuss bei.

Vollendeter Rossini-Genuss!

Weitere Aufführungen: 24.02.2022, 19.00, 27.02.2022, 13.00 und 04.03.2022, 19.00

24.02.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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