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ZÜRICH/ Opernhaus: GALATEA E POLIFEMO von Georg Friedrich Händel. Konzertante Aufführung im Rahmen von Zürich Barock

30.03.2026 | Oper international

Georg Friedrich Händel: Aci, Galatea e Polifemo • Opernhaus Zürich • Vorstellung: 29.03.2026 nachmittags

(2. Vorstellung • Premiere am 20.03.2026)

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Im Rahmen von Zürich Barock

 Konzertante Aufführung

Erneut überragend!

Der letzte Tag des, so darf jetzt schon festgestellt werden, ausserordentlich erfolgreichen Festivals «Zürich Barock» (https://www.opernhaus.ch/spielplan/zuerich-barock/) beginnt mit einer weiteren Aufführung von «Aci, Galatea e Polifemo» vor fast ausverkauftem Haus.

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Foto © Toni Suter

Stimmungsvoll eröffnen die ersten beiden Sätze (1. Largo – 2. Fuga, allegro) aus Händels Concerto grosso op. 3 Nr. 5 in d-Moll HWV 316 die Aufführung der Serenata a tre HWV 72. Das Orchestra La Scintilla musiziert hier wie auch in der Serenata unter musikalischer Leitung von Philippe Jaroussky überragend beseelt und farbenfroh mit prägnantem, luftig leichtem bis ätherisch schwebendem Klang. Die Musik von «Aci, Galatea e Polifemo» ist, in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um ein «Jugendwerk» handelt und der 23jährige Komponist «erst» 5 seiner 42 Opern aufgeführt hatte, als überaus exquisit zu bezeichnen, und von der überbordenden Frische und Phantasie der Jugend geprägt. So manch ein Moment scheint auf Augenhöhe mit den späteren Meisterwerken – und durchaus auch bekannt, da Händel vieles in späteren Werken wiederverwendete. Ein besonderes Lob geht an die zahlreichen, solistisch hervortretenden Instrumentalisten wie zum Beispiel Claudius Herrmann (Violoncello), Martina Joos (Flöte; Zuzügerin) oder Philipp Mahrenholz (Oboe).

Bruno de Sá als Aci überzeugt wieder mit kräftigem, klarem, natürlichen Sopran und in der grossen Arie «Qui l’augel da pianta in pianta» mit kristallklaren Höhen und atemberaubend virtuoser Stimmführung, so zum Beispiel bei den Trillern im Concertando mit Violine und Oboe. Die Mezzosopranistin Elizabeth DeShong (Galatea) ist an diesem Nachmittag in grosser Form. Ihre Stimme beeindruckt mit gefühlvoller Lebendigkeit, vollem rundem Klang und wohlklingenden, bis in Alt-Register reichenden Tiefen. In den dramatischen Arien führt sie die Stimme mit beeindruckender Virtuosität. Nicolas Brooymans gibt den Polifemo mit grossem Stil- und Textgefühl und einem herrlich kernigem, agil geführtem Bass mit ungewöhnlich intensiven Tiefen.

Erneut überragend!

Keine weiteren Aufführungen.

29.03.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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