Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte • Opernhaus Zürich • Vorstellungen: 07.07.2026 und 12.07.2026
(2. und 4. Vorstellung • Wiederaufnahme: 03.07.2026 • Premiere am 04.11.2018)
Herrlich lebendiges, frisches Musizieren!
Kirill Serebrennikovs Inszenierung von «Così fan tutte» bietet in jeder Hinsicht reichen Genuss. Besondere Freude bereitet das auf hohem Niveau ausgeglichene Ensemble.

Foto © Monika Rittershaus
Elbenita Kajtazi gibt die Fiordiligi mit einem Funkeln und Leuchten in der vollen, runden, technisch tadellos geführten Stimme. Die Dorabella von Siena Licht Miller überzeugt mit agil geführtem, prachtvollem Mezzo und grossartiger Bühnenpräsenz. Die Stimmen der beiden Schwestern harmonieren ausgesprochen gut und so bereiten die Duette der Schwestern uneingeschränkte Freude. Yannick Debus gibt den Guglielmo mit wendigem, farbenreichem Bariton und guter Bühnenpräsenz. Bogdan Volkov überzeugt als Ferrando mit einem wunderbar strahlenden, kraftvollem Tenore leggero, der technisch (Legato!) perfekt geführt ist und so auch mit atemberaubenden Piani zu beeindrucken vermag. Gerne würde man ihn in anderen Mozart-, aber auch Belcanto-Partien erleben. Rebeca Olvera kann als kecke Despina ihr komisches Talent uneingeschränkt ausleben und begeistert mit ihrem prächtigem, leicht und frisch geführtem, wohlklingenden Sopran. Luca Pisaroni zieht als Don Alfonso mit kernigem, kompaktem Bassbariton die Fäden im Stück. Francesco Guglielmino als Sempronio und Evgeny Kulagin als Tizio ergänzen das Ensemble.
Das Musikkollegium Winterthur, eines der führenden klassischen Sinfonieorchester der Schweiz, unter Leitung seines so wunderbar charismatischen Chefdirigenten Roberto González-Monjas (u.a. auch Chefdirigent des Mozarteumorchesters Salzburg), spielt einen herrlich lebendigen, frischen und für uns Nachgeborene manchmal ein klein bisschen an Beethoven erinnernden Mozart. González-Monjas gehört wie zum Beispiel auch Marco Armiliato zu jenen Künstlern, denen man die Freude an der Musik sofort ansieht, und so überträgt sich seine manchmal fast ungestüme Begeisterung auf alle Beteiligten. So lässt auch der Chor der Oper Zürich kaum Wünsche offen. Wie so häufig trägt auch hier der Statistenverein am Opernhaus Zürich zum Gelingen des Abends bei.
Die Inszenierung von Kirill Serebrennikov (Bühnenbild und Kostüme) überzeugt jenseits der heute offenbar unvermeidlichen Video-Einblendungen (Video: Ilya Shagalov) mit modernen Bildern ganz im Dienste des Werkes. Die Lichtgestaltung hat Franck Evin besorgt.
Herrlich lebendiges, frisches Musizieren!
Keine weiteren Aufführungen.
13.07.2026, Jan Krobot/Zürich

