- Philharmonisches Konzert, Opernhaus Zürich, Live-Stream: 12.12.2020
Stream verfügbar bis 27.12.2020: https://vimeo.com/488965116 [TBD]

Augustin Hadelich. Foto: Luca Valenta
Für das zweite Philharmonische Konzert der Saison 2020/2021 hat das Opernhaus Zürich den jungen, vielgelobte Solisten und in Italien geborenen Grammy-Gewinner Augustin Hadelich eingeladen. Hadelich spielt die letzte Geige aus der Werkstatt des legendären Geigenbauers Giuseppe Guarneri, die 1744 gebaute «Leduc». Auf dem Programm stehen das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms (1833-1897) und Sinfonie Nr. 4 C-Dur von Franz Schmidt (1874-1939).
Das Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms wurde am 1. Januar 1879 im Gewandhaus in Leipzig uraufgeführt. Am Pult stand Brahms selbst, die Solo-Violine spielte der Virtuose Joseph Joachim. Entstanden war das Violinkonzert, die bedeutendste Schöpfung dieser Gattung seit Mendelssohn und Beethoven, parallel mit der Sonate für Geige und Klavier op. 78 1878 und 1879 bei Sommeraufenthalten Brahms im österreichischen Pörtschach am Wörthersee. Bis dahin hatte er noch kein Werk für Solovioline geschrieben und nun erschloss er sich diese Gattung gleich aus sinfonischer wie kammermusikalischer Perspektive
Die Uraufführung der Sinfonie Nr. 4 in C-Dur von Franz Schmidt (1874-1939) fand am 10. Januar 1934 im Großen Saal des Wiener Musikvereins statt. Ihre Entstehung ist geprägt durch einen Schicksalsschlag im Leben des im damals ungarischen Pressburg geborenen Komponisten: Emma, seine einzige Tochter, starb im März 1932 bei der Geburt ihres Kindes. So ist die Sinfonie letztlich zum Requiem für Schmidts Tochter geworden. Das Finale bezeichnete Schmidt als „ein Sterben in Schönheit, wobei das ganze Leben noch einmal vorüberzieht“.
Die Philharmonia Zürich unter Generalmusikdirektor Fabio Luisi spielt, Streaming sei Dank, wieder im Opernhaus auf der grossen Bühne und überzeugt mit konzentriertem, leidenschaftlichem Spiel. Der Solist Augustin Hadelich beeindruckt mit seinem ruhigen, kontemplativen Künstlertum.
21.12.2020, Jan Krobot/Zürich

