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ZÜRICH/Opernhaus: 2. LA SCINTILLA-KONZERT (Mozart, Sammartini, Boccherini) Musik ist Sprache

16.12.2025 | Konzert/Liederabende
  1. La Scintilla Konzert • Opernhaus Zürich • 15.12.2025

«Musik ist Sprache»

Das 2. La Scintilla Konzert der laufenden Saison bringt vier Werke zu Gehör, die perfekt in die Adventszeit passen:

Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Sinfonie Nr. 10 in G-Dur, KV 74 (1770)
Giovanni Battista Sammartinis (1700-1775) Sinfonie A-Dur J-C 62 (ca. 1750)
Luigi Boccherinis (1743-1805) Sinfonie c-Moll op. 41, G 519 (1787)‘
Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie in A-Dur KV 201 (1774)

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Foto © Marco Borrelli

Zeigen die Sinfonien Sammartinis und Boccherinis unterschiedliche Ausprägungen des italienischen Stils, so verdeutlichen die beiden Sinfonien Mozarts Entwicklung. Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie Nr. 10 in G-Dur KV 74 entstand vermutlich während seiner Italien-Reise im Jahr 1770. In einer späteren Abschrift vermerkte der Verleger Johann Anton André über dem ersten Satz «Ouvertüre zur Oper Mitridate» (KV 87). Ob die Sinfonie ursprünglich als Ouvertüre zu dieser Oper konzipiert war, in einem anderen oder keinem Zusammenhang dazu steht, ist unklar. Giovanni Battista Sammartini gilt als zentraler Wegbereiter der Klassik und einer der ersten Musiker, die Sinfonien für öffentliche Konzerte schrieben. Entscheidend für die Gattung, beeinflusste er Haydn wie Mozart. Luigi Boccherini gilt als prägender Komponist der Kammermusik des späten 18. Jahrhunderts, komponierte aber auch zahlreiche Sinfonien, die einen eigenen Beitrag zur Orchester-Literatur darstellen. Vielen Musikwissenschaftlern gilt Mozarts Sinfonie in A-Dur KV 201 als vorläufigen Höhepunkt in dessen sinfonischem Schaffen hervor. An vielen Stellen ist zu hören, was er während seines Wiener Aufenthalts im Sommer 1773 in sich aufnahm. Das Werk gehört zu den neun «Salzburger Sinfonien» und den frühesten Mozart-Sinfonien, die sich im Konzertprogramm etabliert haben.

Enrico Onofri ist einer der führenden Vertreter der «Historical Performance Practice» (Interpretation historischer Musik auf historischen Instrumenten im Gegensatz zu «Historisch informierten Aufführungspraxis»). Sein Anliegen ist es, das «Gleichgewicht zu finden zwischen dem, was uns historische Quellen vermitteln, und unserer modernen Empfindung». Es gelte, sich «der Musik mit Herz und Verstand zu nähern, geleitet von einem neuen Geist der kontinuierlichen Forschung. Musik ist Sprache, und genau dazu fordern uns die historischen Quellen im Kern auf: Musik so zu gestalten, dass sie die Seele des Zuhörers anspricht». Besonders eindrücklich gelingt ihm und dem Orchestra La Scintilla in Sinfonie c-Moll op. 41, G 519. Das Pastorale und das Minuetto sind so eindrücklich musiziert, dass die Landschaft und die Tänzer direkt vor dem inneren Auge des Zuhörers sichtbar werden. Die Dramatik des Stücks wird im Finale deutlich, wenn sich Onofris Bacchetta selbständig macht. In allen Stücken fasziniert La Scintilla mit ausgesprochen exzessivem, rhythmisch prägnantem und klar akzentuiertem Spiel. Die virtuos aufspielenden einzelnen Instrumentengruppen, an diesem Abend begeistern besonders die Bläser, formen den Klang zu einem bewegenden grossen Ganzen, das die Seele des Zuhörers direkt erreicht.

Ein grossartiges Adventskonzert!

18.05.2026: 3. La Scintilla Konzert mit Werken von Venturini, Vivaldi, Händel und Geminiani

15.12.2025, Jan Krobot/Zürich

 

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