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ZÜRICH/ Oper in der Tonhalle: Mühlemann & Noseda. 6. Philharmonisches Konzert. Europa-Tournee 2026

23.03.2026 | Konzert/Liederabende

Mühlemann & Noseda • Opernhaus Zürich in der Tonhalle Zürich • Konzert: 21.03.2026

  1. Philharmonisches Konzert

Europa-Tournee 2026 «Mühlemann & Noseda»

Bevor das Orchester der Oper Zürich auf Europa-Tournee (https://www.opernhaus.ch/orchester-der-oper-zuerich/europatournee-2026/) geht, präsentiert es eines der beiden Programme im Rahmen des 6. Philharmonischen Konzerts dem heimischen Publikum. Das Verdi-Requiem ist hier in Form der Ballett-Aufführungen präsent.

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Foto © Gaetan Bally

Der erste Teil des Konzerts vereint unter den Titeln «Musik zur Passion» und «Die Emanzipation des Tanzes» geistliche Arien von Antonio Vivaldi, Giovanni Battista Pergolesi und Wolfgang Amadeus Mozart und Auszüge aus der Passionsmusik für Orchester «Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze» («Musica instrumentale sopra le 7 ultime parole del nostro Redentore in croce») Hob. XX:1A von Joseph Haydn sowie von Gianandrea Noseda zusammengestellte Auszüge aus den Ballett-Suiten «Romeo und Julia» Nr. 1 op. 64a, Nr. 2 op. 64b und Nr. 3 op. 101 von Sergej Prokofjew.

Die Auszüge aus der Passionsmusik für Orchester «Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze» («L’Introduzione» (Maestoso ed adagio), «Il terremoto» (Presto e con tutta la forza) und «Sonata VI» (Lento) «Consummatum est!») gelingen dem Orchester der Oper Zürich unter Gianandrea Noseda gut fokussiert und strukturiert, rhythmisch prägnant mit sauberem, gut durchhörbarem romantischem Orchesterklang. Regula Mühlemann kann mit «Et incarnatus est» aus «Grosse Messe in c-Moll» KV 427 / KV 417a von Wolfgang Amadeus Mozart und «Cuius animam gementem» aus «Stabat Mater» P. 77 sowie «Vidit suum dulcem natum» aus «Stabat mater» P. 77 von Giovanni Battista Pergolesi leider nicht wirklich überzeugen. Der Stimme fehlt an diesem Abend das Fundament, der Kern. Die Stimme zeigt all ihre Charakteristik, der Klang ist aber flüchtig und von geringer Wirkung. Unter diesen Umständen ist Mozarts «Exsultate, jubilate» KV 165 / KV 158a eine besonders schwere Klippe.

Aus den Ballett-Suiten «Romeo und Julia» Nr. 1 op. 64a, Nr. 2 op. 64b und Nr. 3 op. 101 von Sergej Prokofjew hat GMD Gianandrea Noseda folgende Nummern zusammengestellt:

  1. Die Montagues und Capulets
  2. Das Mädchen Julia
  • Menuett
  1. Masken
  2. Tanz der fünf Paare
  3. Morgendliches Ständchen
  • Pater Laurentius
  • Romeo und Julia vor der Trauung
  1. Tanz des Volkes
  2. Morgendlicher Tanz
  3. Tanz der Mädchen mit den Lilien
  • Tybalts Tod
  • Romeo am Grabe Julias
  • Julias Tod

Hier tritt das Orchester der Oper Zürich in grosser Besetzung an und überzeugt mit sattem, prächtigem Klang und Noseda kann bestens die Erfahrungen seiner Karriere einbringen. Die pure Lautstärke in diesem Teil könnte durchaus noch angepasst werden.

Ein eindrücklicher Abend.

26.03.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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