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ZÜRICH/ ZKO-Haus: Konzert mit dem Zürcher Kammerorchester und Inmo Yang im Rahmen von Zürich Barock

22.03.2026 | Konzert/Liederabende

Konzert mit dem Zürcher Kammerorchester und Inmo Yang • Opernhaus Zürich im ZKO Haus Zürich • Konzert: 21.03.2026

Im Rahmen von Zürich Barock

In Kooperation mit dem Zürcher Kammerorchester

«Goûts réunis»

Zum neuen Festival «Zürich Barock» gehören nicht nur Opernaufführungen im Opernhaus sondern auch Konzerte im Haus und ausserhalb. Den Reigen der Konzerte eröffnet die Veranstaltung mit dem Zürcher Kammerorchester und dem Solisten Inmo Yang im ZKO-Haus.

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Foto © Opernhaus Zürich

Das Konzert im ZKO-Haus ist thematisch eine Vorbereitung der in sechs Tagen anstehenden Premiere von Jean-Marie Leclairs «Scylla et Glaucus». Unter dem Titel «Im Geiste des Klassizismus» kommt das Concerto grosso F-Dur op. 6 Nr. 2 von Arcangelo Corelli zur Aufführung, unter dem Titel «Ausdruck und Virtuosität» das Concerto grosso c-Moll op. 1 Nr. 11 und das Konzert für Violine A-Dur op. 3 Nr. 11 von Pietro Antonio Locatelli und unter dem Titel «Goûts réunis» das «Premier et Deuxieme Air des Démons» aus Scylla et Glaucus op. 11 und das Konzert für Violine a-Moll op. 7 Nr. 5 von Jean-Marie Leclair. Es spielen das Zürcher Kammerorchester unter Konzertmeister Willi Zimmermann und der Solist Inmo Yang (Violine).

Charakteristik der Musik Jean-Marie Leclairs ist es, Elemente des französischen und des italienischen Stils in seinen Kompositionen zusammenzuführen («goûts réunis»: «vereinigte Geschmäcker»). Was man in der Gegenwart als «Gelehrtenstreit» der Musikwissenschaft zu betrachten geneigt ist, war damals ein regelrechtes Politikum und führte, wie dann später im Bereich der Oper, zu heftigen Auseinandersetzungen. Corellis Concerto grosso, ausgewogen, ansprechend und von luzider Klarheit, kann in diesem Sinn, auch wenn Corelli natürlich Italiener ist, für den französischen Stil stehen. Corellis Concerto grosso klingt im Vergleich leidenschaftlicher, farbiger, ausdrucksstärker und steht so unter dem Titel «Ausdruck und Virtuosität» für den italienischen Stil. Das heisst natürlich nicht, dass die jeweiligen Elemente strikt nur in einer Schule vorkamen: Leclair führte sie als Erster in grossem Stil in der französischen Musik zusammen, was in den beiden «Airs» aus seiner einzigen Oper deutlich zu vernehmen ist.

Das Zürcher Kammerorchester unter Konzertmeister Willi Zimmermann spielt klangschön und ausdrucksstark, rhythmisch und farblich wunderbar akzentuierend, in vielerlei Hinsicht virtuos auf und lässt das klug disponierte Programm  im besten Sinne «ohrenfällig» werden.

Der Solist Inmo Yang, er spielt ein Instrument von Bartolomeo Giuseppe Guarneri del Gesù aus dem Jahre 1743 (die nach dem englischen Geiger John Tiplady Carrodus benannte «Carrodus») begeistert mit einer für den Laien absolut faszinierenden, fast sprachlos machenden Virtuosität. In Locatellis Violinkonzert muss er die linke Hand mehrfach extrem dehnen, denn sie kommt dem Steg so nahe, dass für den Bogen kaum Platz zu bleiben scheint. Nicht minder virtuos, wenn auch nicht so offensichtlich, sind die Anforderungen, die Leclairs Konzert an den Solisten stellt.

Ein gelungener Einstieg in den Reigen der Festival-Konzerte.

Festival-Programm: https://www.opernhaus.ch/spielplan/zuerich-barock/

21.03.2026, Jan Krobot/Zürich

 

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