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ZELL an der Pram/Sommeroperette: „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn“ Ein Bombenerfolg für „My Fair Lady“

13.06.2026 | Operette/Musical/Show

„Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn“

Ein Bombenerfolg für „My Fair Lady“ bei der Sommeroperette Zell an der Pram

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Foto: Sommeroperette Pram

Der Titel kann nur aus dem bekanntesten Bühnenwerk der leichten Muse sein, mit dem die Pramtaler Sommeroperette 2026 ein Haupttreffer im Programm gelungen ist. Die schnell ausverkaufte Premiere am Freitag konnte leider nicht als Open-Air-Produktion gezeigt werden, aber das nasse Wetter schmälerte keineswegs den Erfolg durch die Übersiedlung in den Kultursaal im Nordflügel des Schlosses. Neun Vorstellungen sind geplant, und jetzt schon ein Zusatztermin vergriffen, für welche dem Theater bessere Wetterchancen zu wünschen sind. Was macht eigentlich dieses Sommerfestival im süddeutschen Sprachraum seit 13 Jahren so beliebt und attraktiv ? Für die heurige Produktion ist es sicher das Stück selbst nach Bernard Shaws „Pygmalion“ mit der Musik von Frederick Loewe und dem Libretto von Alan Jay Lerner. Es ist eher eine Operette als ein Musical, also am richtigen Platz bei diesem Sommerfestival und steht auch schon ewig auf der Liste etlicher Auszeichnungen, die Bände sprechen. Von den Spielplänen wird und soll es wohl kaum verschwinden. Nach dem Entstehungsjahr Mitte der 1950er Jahre fand die Broadway Premiere von „My Fair Lady“ 1956 statt, die legendäre Verfilmung erfolgte 1964 mit Audrey und Rex Harrison. Sechs Tony Awards und acht Oscars sowie drei Golden Globes auf der Liste von Bestkategorien bestätigen weiter den Welterfolg des spontan zugänglichen Werkes. Das heißt aber noch lange nicht, dass das literarische Musikjuwel leicht darzustellen wäre, vorausgesetzt man hat dazu die richtige Besetzung.

Gerade in dieser Hinsicht gebührt dem Pramer Gesamtensemble die höchste Gratulation. Angeführt wird es vom Intendanten Harald Wurmsdobler, dem mehrfach ausgebildeten Theatermann, den man sich in der Charakterrolle des sprachbesessenen und sprechgewaltigen Professor Higgins nicht besser vorstellen kann. Seine Leistung übertraf von weitem über die Schablone eines Operettenhelden. Was aber am meisten an seiner Arbeit imponiert, war das Festhalten der Handlung am Werkoriginal anstelle der oft missbräuchlich eingesetzten Ideen der modernen Regie durch Stückversetzung in die Gegenwart. Vielleicht ginge das hier auch gar nicht. Denn gerade der zeitlose Stoff des Stückes birgt eine gewisse Aktualität. Der alte Professor Higgins und das junge Blumenmädchen Eliza sind verliebt und begehren einander, aber kommen doch nicht zusammen, weil beide eine persönliche Verwandlung erfahren. Abgesehen vom Finale dürften an Shaws „Pygmalion“ für die Vertonung kaum wesentliche Veränderungen erfolgt sein. Das happy end  wird erwartet, das Wurmsdobler auf eine elegante wunderbare Art löst. Eliza erscheint im Bild mit ihrem jungen Liebhaber Freddy (Michael Zallinger), an der Hand ein Kind, und der Herr Professor zieht sich enttäuscht und traurig zurück. Eine gewisse Melancholie, die manche Szenen manchmal begleitet, ist allgemein eine weitere Stärke der Aufführung. Daher wäre vielleicht manchmal die Verwendung von Verstärkern von Vorteil gewesen. Eine Traumpartnerin für Higgins ist Jenifer Lary als Eliza. Perfekt im Gesang, Spiel, Tanz und in den originellen Sprachformulierungen, mit reicher Erfahrung, ideal für Engagements von großen Bühnen, die sie auch gerne und oft beschäftigen. „Ich hätt getanzt heut Nacht“ kann die Diva nun singen nach ihrem Triumph über Higgins. Die richtige Wahl und Eignung wurde auch für die übrigen Rollen getroffen. Reinhard Mayr verkörpert als echter Müllkutscher den Vater Elizas, dem das Geld mehr bedeutet als die Tochterehre, aber saufen tut er lieber als heiraten. Peter Landerl als Oberst Pickering verliert die Wette mit Higgins, dass diesem die Verwandlung Elizas in eine Dame der Gesellschaft gelingt, und zieht sich zurück. Christa Ratzenböcks Stimme in der Rolle einer Hausdame bereichert die Präsenz des einsatzfreudigen Chores (Thomas Müller) und Birgit Zamulo als Higgins Mutter nimmt halt die Probleme des Sohnes mit überlegener Gelassenheit. Eine Augenweide sind die Kostüme von Teufelsbauer in ihrem typisch englischem Outfit (prachtvolle Hutkreationen für den Ball oder Besuch in Ascot). Aber was wäre dies alles ohne die Szene und die geschickt das Raumproblem gelöste Bühne mit bewegbaren Kulissen ? Till Kuhnert sorgte für die einfallsreiche Ausstattung mit brauchbaren Requisiten und zauberte sogar einen Pub in den schmalen Bühnenraum. Für den unwiderstehlichen Melodienreichtum, den ariosen Klängen und die bezaubernde Ausstrahlung der Musik schwingt seinen Dirigierstab Gerald Karl am Pult des Salonorchesters sINNfonietta. Ein unvergesslicher Abend der „Pramtaler Sommeroperette“ ging zu Ende, der das begeisterte Publikum mit viel Witz und herzhaftem Lachen fast drei Stunden lang unterhielt.

Es gilt heuer die 13. Auflage des Festivals zu feiern, dessen Markenzeichen“ Niveau und Qualität“ die Besucher im In- und Ausland zu schätzen wissen.

 Georgina Szeless

Kulturjournalistin

 

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