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WIEN/ Yamaha Music Europa GmbH7Schleiergasse: Zurab Zurabishvili – Galakonzert 2024

14.04.2024 | Konzert/Liederabende

Zu Wien:

Yamasha Music Europa GmbH, 1100 Wien, Schleiergasse 20:
Zurab Zurabishvili – Galakonzert 2024, 13.4. 2024

unbenannt

Anlässlich seines 20-jährigen Bühnenjubiläums veranstaltete der Richard-Wagner-Verband Augsburg (wo der Tenor auch Ensemblemitglied war) diesen interessanten Soloabend, der einmal mehr bewies, dass der aus Georgien gebürtige, u.a. in Salzburg ausgebildete Sänger sowohl im  italienischen wie französischen, russischen und deutschen Fach zuhause ist. Ich habe ihn sogar einmal in seiner Geburtsstadt Tiflis gehört wie auch an verschiedenen deutschen Bühnen, u.a. als Tannhäuser auf der Wartburg, in einem prächtigen Solokonzert im Millstädter Dom in Kärnten und an der Grazer Oper – und habe mich immer gewundert, dass diese gesunde, kräftige und leuchtende Tenorstimme und des Sängers Einfühlungsvermögen in alle Rollen noch nicht bewirkt hat, dass er zum sogenannten „Star“ avancierte. (Aber in dieser Beziehung ist er kein Einzelfall in der heutigen Opernwelt, wo man nie weiß, welche Agenturen mit welchen Operndirektionen zum Vor- oder Nachteil von welchen Bühnenkünstlern kommunizieren.)

Für mich war es ein besonderes Erlebnis, eine so kraftvolle Tenorstimme, wie ich sie in der Wiener Staatsoper normalerweise vom 4. Rang aus höre, aus der ersten Reihe des relativ kleinen Konzertsaals zu vernehmen und – sie als etwas ganz Natürliches empfand! Man vernahm keine Anstrengung, keine forcierten Töne und in allen Höhenlagen die vom Komponisten geforderte Ausdruckskraft.
Am Klavier begleitete und unterstützte ihn der gebürtige Italiener Alessandro Misciasci (der u.a. auch schon Elisabeth Schwarzkopf , Josef Greindl und Christa Ludwig begleitet hat…) optimal.

Als Puccinis Cavaradossi, seine meistgesungene Rolle, ließ er mit „E lucevan le stelle“ die Sterne rückblickend leuchten, als  Riccardo Zandonais Romeo gestand er seiner geliebten „Giulietta! Son io!“ seine Verzweiflung, weil die Liebe ihm nicht gestattet wurde. In Stanislao Gastaldons „Musica proibita“ litt er unter mütterlichen Geboten. In Pablo Sorozábals „No peude ser“ erging er sich munter in einer spanischen komischen Oper.

Und dazwischen erzählte uns der Pianist in „Prélude, Fugue et variation op.18“ von César Frank etwas gleichsam Verbindendes.

Nach der Pause erklang mit nun eher baritonal wirkendem Timbre „Vesti la giubba“ aus „I Pagiacci“, ehe er dann mit „Ein Schwert verhieß mir der Vater“ den Wagnerschen Siegmund zu Wort und Ton kommen ließ und sichtlich und hörbar dessen göttliche Herkunft bewies. Mit „Vois ma misère, hélas!“ beklagte er auf Französisch als Samson sein Elend mit eindringlichem Tenor. Und dann ließ er zwischendurch in Schuberts „ErlkönigW den Vater mit dem kranken Kind erregt und erregend „so spät durch Nacht und Wind“ reiten.

Richard Wagner kam noch einmal zu – zwar nicht zu Wort, aber zu Ton mit Isoldes Liebestod vonseiten des Klaviers. Und zuletzt stand der Sänger als Verdis sterbender Otello auf der Bühne: „Dio! mi potevi scagliar“…

Zwei zumindest kurze Zugaben waren nicht zu vermeiden, die letzte  in georgischer Sprache.

Bis zum nächsten Mal…?                                                               Sieglinde Pfabigan

 

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