Wien / Wiener Konzerthaus: Eine wertvolle Initiative, bulgarisch (24.5.2026)
Balaballa buci ballala …. oder …. nein, „Bangeranga“ ist der Titel des bulgarischen Siegessong des heurigen Eurovision Song Contest. Hat Bulgariens Jungvolk große Freude gebracht, wird aber hierzuland so schnell vergessen sein wie die Beiträge der österreichischen Zufallsgewinner Conchita und JJ. Also, das große Geschäft am äußeren Rande der Kulturszene, soll in Ordnung sein. Für richtige Ordnung in Sache Kultur setzt jedoch eine managende feine Wiener Pianistin mit der von ihr alljährlich initiierten musikalischen „Gala der Bulgarischen Kultur und Musik“ im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses. Nun ja, ihr Name verrät schon ihre Herkunft: Donka Angatscheva feierte mit ebenfalls eingebürgerten Wiener KünstlerInnen und viel Publikum einen Festtag ihres Geburtslandes.
Zwar hat es jazzig mit dem Jivko Petrov Trio begonnen, doch von Bangeranga weit entfernt spielte Teodora Miteva auf ihrem Violoncello Morricone und de Fallas „Feuertanz“ auf. Sang die nun unterrichtende Sopranistin Ildikó Raimondi Mozart und mit ihrer Mozarteum-Studentin Madlen Chobanova „Wien, Wien, nur du allein“. Sandra Pires bewährte sich auch im bulgarischen Jargon. Lidia Baich begnügte sich mit einem Satz aus Max Bruchs 1.Violinkonzert. Ja, auch ein kleines Orchester aus dem Balkangebirge, aus Wraza, ist angereist gekommen und hat die Solistinnen begleitet. Stimmungsvoll im Frédéric Chopins cis-Moll-Nocturne, besonders stimmungsvoll von Angatscheva am Bösendorfer mitgelebt. Und dazu noch die Wiener Wladigeroff Brothers und ein bisschen mehr bulgarisches Musikgut. Und, als kleiner Kommentar dazu: Nicht nur das Wiener Staatsballett sondern die ganze heimische Kulturszene lebt von KünstlerInnen, welchen den Weg nach Wien eingeschlagen haben.
Meinhard Rüdenauer

