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WIEN/ Volkstheater/ ImPuls/Tanz: WIM VANDEKEYBUS – ein irres Stück in skurrilem Stil

17.07.2016 | Ballett/Tanz

Wim Vandekeybus bei ImPulsTanz im Wiener Volkstheater: EIN IRRES STÜCK IN SKURRILEM STIL (16.7.2016)

 

„Revival: In Spite of Wishing and Wanting“: Der Titel des Tanzstückes ist lang und das Geschrei darin ist groß und die Intensität in der darstellerischen Hingabe der tanzenden, hüpfenden, grimassierenden, kreischenden Männer ist auch nicht von schlechten Eltern. Wim Vandekeybus, der belgische Choreograph und Filmemacher, Jahrgang 1963, ist hier der Chef seiner zehn jüngeren tanzenden Boys, und er hält sie zwei volle Stunden ganz schön in Trab. Mal wie galoppierende Pferdchen, mal wie freche Äffchen, mal wie gackernde Hühner ….. oder so ähnlich. Popige Musik (Talking Heads) untermalt gut getimt, und dazwischen werden die wild durcheinander geschüttelten Aktionen auch durch Filmeinblendungen mit sich überstürzendem Geschehen ergänzt und kontrastiert. Grotesktanz & Satire & Nonsens & Wortspenden & erotische Phantasien & Perversionen & Skurrilitäten & Nacktheit & schlichte Poesie vermischen sich, und dabei sind die so gelenkigen Burschen auch nicht immer nett zueinander. Einfälle hat er jedenfalls, Vandekeybus, der Herr seines nun schon vor beinahe drei Jahrzehnten gegründeten Ensembles Ultima Vez. Und diese 1999 kreierte Piece „In Spite of Wishing and Wanting“, nun als Revival perfekt aufbereitet und überarbeitet, scheint auch nicht gealtert zu sein. Und wenn sich das eine oder andere (gelegentlich doch überdehnte) irre Szenchen in der Aussage nicht so klar zu deklarieren vermag: Leidenschaftlichkeit, Kraft und Impulsivität haben sich hier nicht verflüchtigt.

Meinhard Rüdenauer

 

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