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WIEN/ Volksopernstdio im MuTh: TITUS. „Römische Münze“

09.05.2026 | Oper in Österreich

8.5.26 „Titus“, Opernstudio der Volksoper im MuTH, „Römische Minze“

titus
Copyright: Opernstudio/MuTh

 

Dieser „Titus“ schmeckte nach Pfefferminze, aber nur sehr dezent. Das Opernstudio an der Wiener Volksoper hat sich für zwei Abende im MuTH einquartiert, um dort Wolfgang Amadeus Mozarts „La clemeza di Tito“ in einer adaptierten Fassung aufzuführen.

Laut der Modezeitschrift „Vogue“ ist Mintgrün die trendige Modefarbe im Frühjahr und Sommer 2026. Das Opernstudio der Volksoper befindet sich damit also am Pulsschlag der Zeit. Von den Kostümen bis zum Design der Möbel und dem Bodenbelag: ein softiger Farbton von Minze lag über der Szene dieses „Titus“ und umgab das praktikable, mit klassizistischen Anflügen designte Wohnzimmerbüro im Herrscherpalast sowie seine Bewohner mit einem sanften Hauch von Spearmint-Drops.

Dass sich dahinter aber eine vintagemäßige Anspielung auf die 1980er-Jahre verbirgt, erläutert das Programmheft: Denn die Ausstattung (Christina Geiger) würde in ihrer Ästhetik viele Bezüge zu den USA jener Jahre zeigen – nämlich zur Zeit der Präsidentschaft Ronald Reagens, die von Maurice Lenhard, dem Regisseurs dieser Produktion, als Wegbereiter für das Erscheinungsbild des Populismus heutigen Zuschnitts verstanden wird. Ist also Ronald Reagen der neue „Titus“?

http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/atitus12.htm

Dominik Troger/ www.operinwien.at

 

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