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WIEN/ Volksoper/ Staatsballett II: JUNGE TALENTE. Großer Zirkus ohne große Stars

03.06.2015 | Ballett/Tanz

2.6.2051: Ballettabend „JUNGE TALENTE“ in der Volksoper

G r o ß e r   Z i r k u s   o h n e   g r o ß e   S t a r s

 An drei Tagen im Juni heißt es in der Wiener Volksoper „Junge Talente des Wiener Staatsballetts II“ (weitere Abende: 9. und 17. Juni). Und es können für Ballettfreunde sehr unterhaltsame, sehr abwechslungsreiche, vor allem aber qualitäsvolle Aufführungen sein. Die jüngeren, die jüngsten Mitglieder des Staatsballetts treten in insgesamt dreizehn virtuosen Tanzstücken – Choreographien von Balanchine, Petit, Neumeier, Modernes, alte Klassiker – zu einer Leistungsschau an. Gut studiert und verblüffend mit einer Frische, die solch einen Abend weit beschwingter, weit vergnüglicher macht als die kommende Nurejew-Gala (28. Juni), in welcher die führenden Solotänzer der Kompanie mit den abgestandenen Attitüden von gegenwertigen Ballettgrößen ihre (schon besonders) exquisiten Fähigkeiten demonstrieren müssen.    

 Ein großer Tanzzirkus ohne Stars also, aber auch ein Mahnzeichen für Kulturminister Josef Ostermayer und seine glück- und ahnungslosen VorgängerInnen in der Kulturpolitik des Landes: Im Herzen mögen sich die hier tanzenden drei Dutzend hochtalentierten Jugendlichen aus aller Herren Länder als Österreicher fühlen, jetzt und vielleicht in Zukunft, doch nur fünf Jung-Österreicher sind hier mit dabei, die es zur Zeit geschafft haben, in den heimatlichen Opernbetrieb integriert zu werden (dies gilt genauso für die Probleme des heimischen Sängernachwuchses). Das heißt, ganz klar: In der österreichischen Bildungs- und Kulturpolitik hat in den letzten Jahren einiges nicht gestimmt.

 Wer aus dieser internationalen Begabten-Auslese könnte auch den Durchbruch zu einer richtig großen Tänzerkarriere schaffen? Gerade jetzt in einer Zeit, in der kulturelle Unterstützungen reduziert werden und die jungen Menschen Riesenglück haben müssen, überhaupt einen Arbeitsplatz – sagen wir es ruhig so – zu finden. Chancen sind gegeben. Doch lieber keine Namen nennen …. anschauen! Reinste Tanzfreude ist mitzuerleben. Sympathisch, ohne Stargetue. Unterhaltsam noch dazu. Und gut. SEHR GUT!

Meinhard Rüdenauer

 

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