„Im wunderschoenen Monat Mai“ Liederabend des Opernstudios der Wiener Volksoper 31.5. 2023 im Balkonfoyer
So war der Titel eines Liederabends, den die Volksoper mit ihrem Opernstudio angekuendigt hatte. Von den 6 Saengern dieses Studios standen nur 4 auf dem Programm. 2 davon, die beiden Tenoere sagten krankheitshalber ab und wurden durch 2 fixengagierte Ensemblemitglieder ersetzt. So wurde es auch nichts mit dem erwarteten wunderschoenen Monat Mai von Schuhmann.
Alexandra Woods, die man schon in einigen Hauptrollen gehoert hat, die ihre aparte, klare Stimme eher opernmaessig bei nicht wirklich perfekter Textbehandlung einsetzte; und Pablo Santa Cruz, ein chilenischer Bassbariton, der am Schluss bei Gesaengen in seiner Muttersprache voll da war. Der Lindenbaum war in der Diktion nicht sehr perfekt. Diphtonge sind halt fuer Saenger in deren Muttersprache es nur reine Vokale gibt, schwer.
Aus dem Studio traten nur 2 Damen auf. Jaye Simmons, mit Buehnentalent und Temperament. Ich tat mir aber schwer Ihre Stimme in ein Fach einzuordnen; vielleicht waere „Summertime“ ihr sehr gelegen, aber das haette ja nicht ins Programm gepasst….Bei Kamila Dutkowska ist aber klar: ein jugendlich dramatischer Sopran mit genug Kaliber, noch mit einigen Intonationsproblemen und wenig Perfektion in der Textbehandlung; wie es in der extremen Hoehe aussieht konnte man hier nicht beurteilen. Auf jeden Fall eine interessante Stimme.
Zum Opernstudio der VO: grassiert dort die Grippe oder Covid, dass nur 2 der 6 Mitglieder beim Liederabend antraten, oder koennen oder wollen die beiden, die nicht krankerweise absagten, keine Lieder singen? Erstaunlich auch, dass im Studio der VO nur ein Mitglied mit Deutscher Muttersprache aufzufinden ist, und nicht ein einziger Saenger aus Oesterreich…..In der VO wird doch zu ueber 80% Deutsch gesungen und vor allem leiden Dialoge in Operetten sehr unter mangelhafter Kenntnis des Deutschen und vor allem des Wiener Idioms…..oder?
Das praktisch volle Balkonfoyer dankte mit herzlichem Beifall
alcindo

