VOLKSOPER mit VERDI im KONZERTHAUS, REQUIEM am 28.10.2023
Interessant waere diese Auffuehrung in der Volksoper selbst gewesen, d.h. auch nur mit eigenem Chor und ohne Singakademie. Das Orchester und der Chor der VO haben in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht; das bewies auch die Salome vor einigen Tagen. Im Orchester sah man viele junge Gesichter…neue Mitglieder oder ad hoc engagiert? Maestro Wellber liebt die große Geste und rasche – fuer mich manchmal zu rasche – Tempi…..Verdi meint zB beim „Dies irae“, dass 80 richtig sei…wie die meisten Komponisten schreibt er auch gleich wie hier auf Takt 4 eine Figur, die das untermauert: die 32tel und 32teltriolen laufen Gefahr „floeten“ zu gehen, wenn zu schnell dirigiert. Auch lenkt es ab, wenn der Dirigent beim Dies irae dauernd herumspringt und mit den Beinen schlottert…im Salva me steht 8 oder 9 Takte lang animando…sempre animando, hier gab es nur ein crescendo. Dem Grossteil des Publikums gefiel dies aber und es feierte den Maestro.
Marina Rebeka war seine sehr gute Besetzung der Sopranpartie, fuer „ausgezeichnet“ fehlte etwas mehr Suesse bei den hohen Pianotoenen. Ekaterina Semenchuk hat eine bedeutende, wohltoenende Stimme, etwas mehr Textdeutlichkeit waere von Vorteil gewesen. Der beste Solist war fuer mich Michael Spyres, obwohl kein echter Verdi-Tenor; seine Stimme „traegt“ bestens, er intoniert perfekt, ist wortdeulich, phrasiert exzellent, er hat Stil…eine wahre Freude. Ferruccio Furlanetto bewies. dass man auch mit 74 noch schoene Toene produzieren kann, das Timbre ist noch immer da, das Legato nicht mehr so ganz…
Zum Schluss langer Beifall mit standing ovations
alcindo

