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WIEN/ Volksoper: GYPSY – Musical von Jule Styne und Stephen Sondheim. Derniere

16.02.2020 | Operette/Musical

GYPSY – Musical von Jule Styne und Stephen Sondheim – Wiener Volksoper, 15.2.2020

(Heinrich Schramm-Schiessl)

Da ich seinerzeit bei der Premiere leider verhindert war, die Berichte darüber aber mehr als erfreulich waren, habe ich nun die letzte Vorstellung der heurigen Serie besucht und einen durchaus positiven Abend im Haus am Währinger Gürtel erlebt.

Das 1959 uraufgeführte Stück mit Texten von Stephen Sondheim (Lieder) und Arthur Laurents (Dialoge) sowie der Musik von Jule Styne ist ein  Musical nach der guten alten Broadway-Tradition mit einer vielfältigen und sehr schwungvollen Musik sowie einer humorvollen, aber auch von tiefen Gefühlen geprägten Handlung.  

Im Grunde wird die Geschichte einer ehrgeizigen Mutter erzählt, die selbst vergeblich von einer Künstler-Karriere geträumt hat und das nun ihren Töchtern mit einer Vaudeville-Nummer ermöglichen möchte. Aber natürlich läuft es nicht so. Die eine – talentiertere – Tochter springt ab und wird Schauspielerin. Die andere Tochter wird zwar zum Star, aber nicht so, wie die Mutter sich das vorgestellt hat. Sie ist eine Stripperin geworden.

Die Aufführung in der Regie von Werner Sobotka und der Austattung von Stephan Prattes (Bühnenbilder) und Elisabeth Gressel (Kostüme) hat viel Schwung und viel dezenten Hunor. Als leise Kritik sei angemerkt, dass man die Dialoge hätte etwas straffen können.

Im Zentrum der Handlung steht natürlich Mama Rose und diese wird von Maria Happel grossartig dargestellt. Dank ihrer grossen Persönlichkeit und ihrer Bühnenpäsenz trägt sie ohne Zweifel diesen Abend. Auch die Songs gelingen ihr sehr gut. Lisa Habermann spielt und singt die weniger talentierte Tochter Louise sehr berührend und stellt die Verwandlung zum Star sehr glaubhaft dar. Marianne Curn als die andere Tochter June ist in erster Linie eine großartige Tänzerin und Sängerin. Toni Slama ist als getreuer Freund Herbie die vielleicht berührendste Figur des Abends. Peter Lesiak spielt und singt den Tulsa durchaus imponierend. Eine ausgezeichnete Leistng bietet wieder einmal der großartuge Christian Graf als Tranvestit Tessie Tura. Allen übrigen Mitwirkenden sei ein Pauschallob ausgesprochen.

Das Orchester unter Lorenz C. Aichner spielte mit viel Schwung und Elan.

Am Ende gab es viel Applaus für alle Mitwirkenden.

Heinrich Schramm-Schiessl

 

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