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WIEN/ Volksoper: Ballett COPPELIA – ein wohltuendes Märchenspiel

28.12.2019 | Ballett/Tanz


Abschiedsvorstellung von Gabor Oberegger). Gabor Oberegger mit Nikisha Fogo. Foto: Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor

Wiener Volksoper:

„COPPÉLIA“, 27.12. 2019– ein wohltuendes Märchenspiel

Dieses Püppchen aus Paris aus dem Jahr 1870, auf alt gestylt noch dazu, passt sehr gut in die Wiener Volksoper. Léo Delibes´ Musik zu „Coppélia“ oder „Das Mädchen mit den Emailaugen“ entzückt mit ihrem Melodienreigen. Die Choreographie von Pierre Lacotte, Meister mit Retroblick in der Aufbereitung romantischer Ballette, lässt in dieser Geschichte frei nach E.T. A. Hoffmanns „Der Sandmann“ vielleicht nicht viel Spannung aufkommen, führt aber recht gefühlvoll in das jugendliche Treiben in einem galizisches Städtchen und in das Haus des Puppenmachers Coppelius mit dessen Automatenmenschen. Gabor Oberegger mimt voll überzeugend diesen alten Sonderling präsent konturiert in der Pantomime und mit spielerischer Hingabe. Und es ist Obereggers, einer der allerletzten Wiener im Wiener Staatsballett, ein Vierteljahrhundert dessen Mitglied, letzter Auftritt gewesen. Nikisha Fogo, besonders munter, und Richard Szabó tanzen sich als Swanilda und Franz in den Mittelpunkt, und Dirigent Lorenz C. Aichner steuert die große Mazurka, Automaten- und Stundenwalzer und den Hochzeitszug für die hier in dieser altväterlichen Fassung nicht allzu geforderte Kompanie. Somit: Delibes´ Melodien wohlig im Ohr und gute Stimmung im Haus.

 

Meinhard Rüdenauer

 

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