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WIEN/ Volksoper: BALLETTABEND  „CARMINA BURANA “ – und ein sich wiegender „Bolero“ dazu

23.01.2020 | Ballett/Tanz

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WIEN/ VOLKSOPER: BALLETTABEND 22.1.2020 –  „Carmina Burana “ – und ein sich wiegender „Bolero“ dazu 

Es ist ein eindrucksvoller Ballettabend. Nicht nur die Musik: Maurice Ravels „Bolero“, Claude Debussys „Nachmittag eines Fauns“, Carl Orffs „Carmina Burana“. Auch die Choreographien überzeugen, welche von mit dem Wiener Staatsballett verbundenen reiferen Tänzern für diese kleinere Abteilung des Opernballetts, das in der Volksoper trainiert und beheimatet ist, 2012 geschaffen wurden. Bei der Einstudierung wurde damals wohl spekuliert, mit solchen musikalischen Hits den drei Choreographierenden eine Schützenhilfe zu geben. Und dies hat jetzt auch bei Wiederaufnahme, nun bereits die Aufführung Nr. 53, bestens funktioniert – der ganze Abend wird vom Publikum voll angenommen.

Am Beginn Debussys impressionistischer „Faun“ als ein Erotik-Duo, von Choreograph Boris Nebyla leicht hin zu Porno gerückt, von Tainá Ferreira Luiz und Felipe Fieira ungemein geschmeidig wie ausdrucksstark getanzt. Und András Lukács hat für seine noble Version des „Bolero“ zu einem sich ästhetisch wiegenden Schreittanz mit zahlreichen Facetten wie abgetönten Gefühlseruptionen gefunden. 

In Orffs imposanten „Carmina Burana “ vermag jede der wechselnden stimmungsvollen Sequenzen anzusprechen. Vesna Orlic hat die kraftvollen Episoden mit dem Fantasieren über mittelalterliche Spritualität und Sinnlichkeit für die Tänzer wie den Chor auf der Bühne und die Gegesangssolisten (tadellos: Lauren Urquhart, Sebastian Reinthaller, Ben Connor) überzeugend erzählend in den Griff bekommen. Perfekt, absolut homogen: das Ensemble und Aleksandar Orlic als die weisende Schicksalsgöttin Fortuna, Suzanne Kertész, Elena Li, Tessa Magda, Samuel Colombet als Schwarzer Schwan oder Robert Weithas, Martin Winter. Und auch das Orchester unter Guido Mancusi hält, die drei Ballette stimmig illustrierend, bestens mit.

 

Meinhard Rüdenauer

 

 

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