25.3.26 „Cosi fan tutte“, mdw – Manipulationen der Liebe
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien im Schönbrunner Schlosstheater, Stream der Premiere
Die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Institut für Gesang und Musiktheater) spielte vier Vorstellungen von „Cosi fan tutte“ im Schönbrunner Schlosstheater und wirbelte den Gefühlshaushalt von Dorabella und Fiordiligi, von Ferrando und Guglielmo durcheinander. Die Premiere der Produktion wurde auf der Homepage der mdw gestreamt und dieser Stream bildet die Grundlage für die nachfolgenden Eindrücke.
Ob es wirklich „Alle“ so machen, das ist die große Frage: Zumindest Don Alfonso scheint mit päpstlicher Unfehlbarkeit daran zu glauben. Lorenzo Da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart sind seiner Auffassung mit frivol-boshafter „Willfährigkeit“ gefolgt – um im Finale dann doch noch eine „Medizin“ gegen ausuferndes Gefühlschaos zu verschreiben: In einer Welt voller Unbeständigkeit kann nur die „Vernunft“ dabei helfen, dass der Mensch in den Stürmen des Lebens nicht untergeht.
Die Produktion der mdw hat sich mehr nach diesen „Lebensstürmen“ ausgerichtet, denen Don Alfonso die entsprechende „Windstärke“ verlieh. Dieser zog eine lässige „Show“ ab und spielte einen jungen, clubbinggestählten „Beziehungsimpresario“, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Er startete am Beginn mit seinem Smartphone die Ouvertüre wie einen „Musicclip“ – und wird am Schluss den Stromstecker ziehen: Kein Licht mehr und das Spiel ist aus! Ein begehrliches Auge hat er auf Despina geworfen. Diese widmete sich ihrer intriganten Aufgabe als Komplizin mit außerordentlich selbstbewusster Unverschämtheit.
http://www.operinwien.at/werkverz/mozart/acosi14.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.at.

