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WIEN/ Theater Nestroyhof: Poesie, Musik und Tanz in einer Nelly Sachs-Performance

06.05.2026 | Ballett/Performance

Wien / Theater Nestroyhof: Poesie, Musik und Tanz in einer Nelly Sachs-Performancem (5.5.2026)

sachs
Copyright: Marcel Köhler

Nelly Sachs, Literaturnobelpreisträgerin 1966, heute bereits vergessen? Im Theater Nestroyhof führt Regisseurin Ingrid Lang mit einer Musik-Tanz-Rezitation-Performance in die Tiefe der Seele einer von den Nationalsozialisten gejagten, sich fürchtenden Dichterin. Die zarte Lyrik der deutsch-jüdischen Berlinerin Nelly Sachs (1891 – 1970), welche in letzter Minute vor der Deportation aus ihrer Heimatstadt nach Stockholm flüchten konnte, wurde in deren späteren Jahren ehrfurchtsvoll gelesen. Ohne auf eine erzählerische dramatische Entwicklung zu achten wird in „An Stelle von Heimat halte ich die Verwandlungen der Welt“, so Sachs Worte bei ihrem Nobelpreis-Dank, diese nach tragischer Wahrhaftigkeit strebende empfindsame Dichtung in Episoden von Dana Litzenberg-Vinet vorgetragen. Cello- Und Klaviermusik, gespielt von Komponist Lukas Lauermann, passen sich den Stimmungen an, äußerst dezent. Und Choreographin Adi Hanan lebt intensiv mit hochexpressiver Körpersprache diese Proteste gegen diese schrecklichen Nötigungen in dieser Welt berührend mit. Sachs dokumentierte Stimme, kleinwenig Puppenspiel, einfache Projektionen runden ab. Die Verletzungen, die Schmerzen der Lyrikerin sind in deren Worten wie in dieser lyrischen Innenschau zu spüren … die Performance zielt auf reine Sensibilität.

Meinhard Rüdenauer

 

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