WIEN/ Theater an der Wien
By(e) Strauss
- Dezember 2025
Das Strauss-Jubiläumsjahr 2025 ist mit der Silvestergala im Theater an der Wien zu Ende gegangen, aber – keine Sorge – die Strauss-Musik klingt weiter! Die Finissage war fulminant! Die richtige Mischung war’s halt!

„Der goldene Schani“ im Stadtpark in Wien –ein Foto-Hotspot!
© Dietrich-Schulz
Der Tausendsassa Nikolaus Habjan übernahm im Dialog mit der Klappmaulpuppe Prof. Julius Bienenzeisel, einem emeritierten Musik- und Theaterwissenschaftler, eine Reise zu den Höhepunkten dieses intensiven Strauss-Jahres 2025. Der Fest-Marathon wird als mutig, intensiv, aber gelegentlich auch als sehr dicht und überbordend kommentiert. Die Kritik an den hohen Kosten des Programmjahres wird der Tatsache gegenübergestellt, dass auch in den Außenbezirken, im Gemeindebau und auf der Donauinsel gespielt wurde. In 70 Projekten indoor und outdoor wurde „rauf und runter“ gefeiert. Die Tournee durch alle 23 Wiener Bezirke mit „Indigo und die 23 Räuber*innen“ wurde gelobt. Die Produktion „Caliostro – Johann Strauss im Roncalli-Zirkuszelt“ – von der Kritik mehrheitlich hinuntergeschrieben – entpuppte sich als Publikumsmagnet mit 23.000 Besucherinnen und Besuchern. Zielgruppe des Johann Strauss-Jahres war das einheimische Publikum. Am 31. Dezember 2025 endete der Strauss-Festjahr-Marathon. Die Produktionen waren künstlerisch vielfältig, zum Teil inspirierend und mutig, gelegentlich auch sozialkritisch.
Im ersten Teil des Abends konnte man viele bekannte Johann Strauss-Melodien erleben. Christoph Huber – elegant im Frack – dirigierte in bester Laune das großartige Wiener KammerOrchester. Ein von Christoph Huber arrangiertes Ouvertüren-Medley kombinierte in 20 Minuten alle 13 im Theater an der Wien uraufgeführten Operetten „Von B(linde Kuh) bis Z(igeunerbaron)“. Der Countertenor Ray Chenez und die Sopranistin Miriam Kutrowatz waren die Solisten des ersten Programmteils. Den Höhepunkt lieferte Nikolaus Habjan in der Rolle des Kunstpfeifers der Tritsch-Tratsch-Polka. Als Moderator hatte er zuvor erklärt, dass Pfeifen die intensivste musikalische Analyse voraussetzt. Das verehrte Publikum möge glauben, das Pfeifen sei leicht, aber es ist höchste Kunst. Riesenapplaus und Bravorufe!
Der zweite Teil des Abends brachte musikalische Kompositionen, die auf Strauss-Musik aufbauen. So war Ankathie Koi mit Gershwins By Strauss zu erleben und die Flying Schnörtzenbrekkers mit einem Arrangement der Ouvertüre aus „Der Zigeunerbaron“ von Georg Breinschmid. Martin Grubinger & Band faszinierte das Publikum mit Strauss-Bearbeitungen seines Vaters Martin Grubinger Senior. Caliostro-Bearbeitungen von Jonny Bertl wurden von Sophia Gorgi, Josef Ellers und Felix Kramer stimmgewaltig präsentiert. Die Bühnentechniker bekamen Sonderapplaus für die vielen Umbauten im zweiten Teil!
Programm
1. Teil: PrimeTime „By Strauss“
Wiener KammerOrchester / Dir: Christoph Huber
Tik-Tak-Polka, op. 365
Von B(linde Kuh) bis Z(igeunerbaron) (Arr. Christoph Huber)
ein Overtüren-Medley durch alle 13 im TAW uraufgeführten Operetten
Max Emanuel Cencic
„Ich lade gern mir Gäste ein“aus Die Fledermaus
Miriam Kutrowatz
„Mein Herr Marquis“ aus Die Fledermaus
Es war so wunderschön, Marsch, op. 467
Miriam Kutrowatz
Wo die Zitronen blüh’n
Walzer, op. 364
Nikolaus Habjan
Tritsch-Tratsch-Polka op. 214
Max Emanuel Cencic, Miriam Kutrowatz
„So voll Fröhlichkeit“ aus Der „Zigeunerbaron“
Champagner-Polka, op. 211
2. Teil: PartyTime „Bye Strauss“
Ankathie Koi
GEORGE GERSHWIN / arr. für Gesang & Orchester
By Strauss
The Flying Schnörtzenbrekkers
JOHANN STRAUSS / GEORG BREINSCHMID
Ouvertüre aus Der „Zigeunerbaron“ zum Abheben und Abbrechen
Martin Grubinger & The Percussive Planet Ensemble
MARTIN GRUBINGER SEN.
Strauss in 7
Johnny Bertl & Band
Martin Grubinger, Felix Kramer
FALCO
Wiener Blut
Johnny Bertl & Band
Josef Ellers, Sophia Gorgi
JOHANN STRAUSS / JOHNNY BERTL
„Wir Zwei“ / Lagunen-Walzer
„Staunen und Lachen“ / Annen-Polka
Martin Grubinger & Band
Josef Ellers, Sophia Gorgi, Felix Kramer
JOHANN STRAUSS / MARTIN GRUBINGER SEN.
Donauwalzer 2025
Martin Grubinger & Johnny Bertl & Bigband
JOHANN STRAUSS / MARTIN GRUBINGER SEN.
Donner und Blitz 2025 (UA)
Der Text der Grubinger’schen Fassung des Donauwalzers sei zum Abschied zitiert: „Oh Johann Strauss, das Jahr ist aus! / Ich fühl mich wie a oide Fledermaus. Unsterblich ist / Was du bist / Auf die nächsten zweihundert Jahr / Machs gut, Schani, baba / Tschüss! / Ciao! / Bye, Bye Strauss“.
Um 22:30 erklärte Intendant Roland Geyer auf der Bühne des Theaters an der Wien das Johann Strauss Jahr 2025 für beendet.
Elisabeth Dietrich-Schulz

