WIEN/ Staatsoper: TOSCA am 31.3.2023
Wohin soll man sich wenden? Soll die Wiener Staatsoper nach dem Pandemie-Intermezzo wieder zu einer der ersten Attraktionen der Stadt werden, in der Touristen » Bravissimo « brüllen, weil sie glücklich eine Aufführung hinter sich gebracht haben? Sie aus Film und Fernsehen kennen, daß dies jene Reaktion ist, welche einen vorgeblich als Kenner ausweist?
Soll das Haus am Ring Wallfahrtsstätte für den Wienern als » neu « angediente Produktionen sein, welche andernorts mangelnder Aussagekraft wegen bereits wieder ausgemustert werden? Soll sie als Museum dienen für altgediente, den Illusionsgedanken des Theaters hochhaltende Bühnenbilder und Kostüme, darin jeder Gastsänger nach eigenem Gutdünken und Vorlieben ohne Rücksicht auf die ursprünglichen Intentionen der szenisch geschaffen Habenden verfährt? Oder soll sie Hort musikalischer Höchstleistungen sein, dem Repertoire-Gedanken durch mannigfaltigen Wechsel der Besetzungen verhaftet? Die ersten Sänger ihres Faches in die aufgeführten Werke nicht verleugnenden oder konterkarierenden Produktionen versammeln?…

Krassimira Stoyanova, Michael Fabiano. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
Thomas Prochazka/www.dermerker.com

