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WIEN/ Staatsoper/ Staatsballett: SYLVIA – eine reizvolle Ballett-Antiquität

Alternativbesetzung

14.11.2018 | Ballett/Tanz


Copyright: Wiener Staatsballett/ Ashley Taylor

Wiener Staatsoper, Wiener Staatsballett: „SYLVIA“ – eine reizvolle Ballett-Antiquität, 13.11.2018

Es ist die Wohlfühl-Musik, welche das Publikum überrascht. „Sylvia“ ist ein heute selten einstudiertes spätromantisches Ballettspektakel, das in dieser Fassung von Wiens Ballettchef Manuel Legris total altbacken wirkt, doch dabei mit der einschmeichelnden Musik von Leo Delibes punktet. Sehr stark sogar: Valse lente, die ‚Pizzicati‘-Variation, ein bombastisches Prélude-Thema, sich wiederholende Fanfarenklänge, eine sanfte Barkarole – das geht ins Ohr und dazu lässt sich schon recht ordentlich tanzen.

Legris fordert mit seiner akademischen, überwiegend rein auf Virtuosität ausgerichteten Version von den Solisten extreme Leistungen. Und diese meistern ihre Aufgaben auf höchstem Niveau. Die zweite Besetzung an diesem Abend mit Rollendebüts, wahrscheinlich gar die stimmigere als bei der Premiere. Olga Esina ist die Edelprimaballerina im Haus, und so verleiht sie der Titelpartie eine noble poetische Aura. Der junge Jakob Feyferlik hat die gewinnende reine Ausstrahlung als liebender Aminta. Robert Gabdullin ist der geschmeidige ‚Schwarze Jäger‘ Orion. Tristan Ridel muss als halbnackter Eros einfach nur sexy wirken.

Also, die neue Produktion des Wiener Staatsballetts funktioniert. Nicht als choreographischer Geniestreich, doch im Repertoire als reizvolle Ballett-Antiquität.  

Meinhard Rüdenauer

 

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