18.2.2026- Solokonzert Anna Netrebko- Wiener Staatsoper
„Die Musik ist die erhabenste Kunst, weil sie jede Seele zu erschüttern vermag“.

Quelle: Ladyzone.bg
https://ladyzone.bg/laifstail/artbox/superzvezdata-anna-netrebko-specialen-gost-na-vienski-bal-v-muzikferajn.html
Mit einem fulminanten Solokonzert begeisterte die phänomenale Anna Netrebko an der Wiener Staatsoper! Ihre überragende Bühnenpräsenz, hohe Musikalität, stimmtechnische Versiertheit und Authentizität waren überwältigend.
Netrebkos dunkel timbrierte Stimme, die zuweilen wie ein pastoser Alt mit ausgeprägter, starker Tiefe klang, fesselte auch mit enormer Flexibilität, Weichheit und Glanz in der Sopranlage. Zu der obligatorischen Begleitung des Klaviers (Pavel Nebolsin) wählte Anna Netrebko zuweilen auch eine Kombination mit Solovioline (Kurt Mitterfellner). Beide exzeptionellen Instrumentalisten kamen auch solistisch zum Einsatz.
Ausdrucksstark mit großer Emotionalität begann der außergewöhnliche Abend mit der Arie der Adriana Lecouvreur aus dem ersten Akt von Adriana Lecouvreur „Del sultano Amuratte… Io son l‘umile ancella“ von Francesco Cilèa. Enorme Intensität sowie pointierter dramatischer Impetus prägten, mit dem Text von Arturo Colautti, die Faszination der Interpretation von Anna Netrebko.
Hingebungsvoll mit Herzblut musizierend präsentierte die legendäre, russische Sopranistin in ihrer Muttersprache „Klingender ist das Lied der Lerche“, op. 43/1 von Nikolai Rimski-Korsakow und dem Text von Aleksei K. Tolstoi sowie „Oh Sing, Du Schöne, Sing mir nicht“, op. 4/4 von Sergei Rachmaninow und dem Text von Alexander Puschkin.
Feinfühligst, jede Phrase auskostend, durchlebte sie die sehnsuchtsvolle Musik aus ihrer Heimat.
Sensationell brillierte Pavel Nebolsin am Klavier, mit dem von ihm arrangierten „Pas de deux“- „Adagio aus dem Nussknacker“ von Piotr Iljitsch Tschaikowski. Der Pianist bewies, dass er, neben seiner kompetenten begleitenden Funktion auch ein hervorragender Solist ist. Überragende Virtuosität sowie hohe musikalische Sensibilität prägten seinen Vortrag. Akrobatisch flogen seine Hände virtuos über das Klavier gepaart mit faszinierender Weichheit im Klang sowie meisterhafter Anschlagqualität.
Anna Netrebko beeindruckte mit dem „Ständchen“, op. 17/2 von Richard Strauss und dem Text von Adolf Friedrich von Schack.
Intensiv im Ausdruck und gut verständlicher deutscher Aussprache beherrschte sie auch die hohe Kunst der leisen Töne.
Mit Richard Strauss‘ „Morgen“, op. 27/4 und dem Text von John Henry Mackay fesselte sie erneut mit hoher Musikalität, Feinfühligkeit und seelenvoller Interpretation des Strauss‘schen Oeuvres „Und morgen wird die Sonne wieder scheinen…“
Grandios gelang dem Weltstar Richard Strauss‘ „Es gibt ein Reich“ Monolog der Ariadne aus „Ariadne auf Naxos“ mit dem Text von Hugo von Hofmannsthal. Sie zog sämtliche Register ihres überwältigenden Könnens und bewies, dass ihre großartige Stimme von den höchsten Höhen bis zu den tiefsten Tiefen von beeindruckender Makellosigkeit geprägt ist und enorme Ausdrucks- und Durchschlagskraft bei Anna Netrebko eine Selbstverständlichkeit darstellt.
In dem eindrucksvollen Werk „La Capricieuse“, op. 17 von Edward Elgar für Violine und Klavier zeigten Pavel Nebolsin und Kurt Mitterfellner ihre solistische Kompetenz und musizierten hochkarätig in hoch musikalischer Homogenität auf höchstem Niveau.
Mit der Arie der Louise „Depuis le jour“ aus dem dritten Akt von „Louise“ von Gustave Charpentier, der auch für den Text verantwortlich zeichnet, präsentierte Anna Netrebko eine exzellente, qualitätsvolle Interpretation von hochkarätiger, französischer Eleganz auf höchstem Niveau.
Der erste Teil dieses fulminanten Konzerts klang aus mit dem berühmten, melodiösen „Ohrwurm“- „Dôme épais le Jasmin“, das Blumenduett aus dem ersten Akt von „Lakmé“ von Léo Delibes mit dem Text von Pierre Edmond Julien Gondinet & Philippe Gille. Gemeinsam mit der russischen Mezzosopranistin Elena Maximova interpretierte Anna Netrebko dieses herzerwärmende Duett mit der gebührenden Leichtigkeit, Sensibilität und Frische. Stets souverän und kompetent begleitet von Pavel Nebolsin.
Mit der großen russischen Seele begann eindrucksvoll der zweite Teil des Abends.
„Es ist schon Abend…“ Duett Lisa/Polina aus dem ersten Akt von „Pique Dame“ von Piotr Iljitsch Tschaikowski mit dem Text von Modest I. Tschaikowski, beseelten Anna Netrebko und Elena Maximova, deren beider Stimmen sehr gut zusammenpassten, in ihrer Muttersprache die Bühne der Wiener Staatsoper und das hingerissene Publikum. Homogen mit getragener Emotionalität faszinierten die beiden Künstlerinnen mit ihrer Authentizität.
Anna Netrebko setzte anschließend den russischen Block mit weiteren Liedern von Piotr Iljitsch Tschaikowski fort. „So schnell zu vergessen“, TH 94 mit dem Text von Aleksei N. Apuchtin. „Trunkene Nächte“, op. 60/6 ebenfalls mit dem Text von Aleksei N. Puchtin und „Die Sonne ist untergegangen“, op. 73/4 mit dem Text von Daniil M. Rathaus. Geprägt von höchster Empathie und Präsenz präsentierte die russische Star-Sopranistin die Musik und die Seele ihrer heimatlichen Wurzeln.
Pavel Nebolsin brillierte erneut solistisch mit dem „Valse sentimentale“, op. 51/6 von Piotr Iljitsch Tschaikowski. Getragen von tiefer Melancholie, Feinheit und Intimität berührte Tschaikowskis eindrucksvolles Klavierwerk aus den kunstvollen Händen des russischen Meisterpianisten.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die „Cavatina der Giulietta“ aus dem ersten Akt von „I Capuletti e i Montecchi“- „Eccomi in lieta vesta… Oh! Quante volte“ von Vincenzo Bellini mit dem Text von Felice Romani.
Anna Netrebko präsentierte in dieser Arie Belcanto vom Feinsten. Technisch brillant, jeder Ton und jede Phrase tief empfunden und hoch musikalisch durchlebt. Sensationell!
In der Ballatella der Nedda aus dem ersten Akt von „Pagliacci“- „Stridono Lassù“ von Ruggero Leoncavallo, der auch den Text schrieb, zeigte Anna Netrebko eine weitere Facette ihres überragenden Könnens. Humorvoll mit viel Schwung und dunkler Dramatik in ihrer Stimme sowie Leichtigkeit in ihrem bühnenpräsenten Spiel wußte sie gekonnt zu fesseln.
Exzellent und mitreißend präsentierte anschließend Pavel Nebolsin den, von ihm arrangierten, „Libertango“ von Astor Piazzolla.
Anna Netrebko und Elena Maximova glänzten mit der Barcarolle Giulietta/Nicklausse aus „Les Contes D‘Hoffmann“- „Belle Nuit, ô nuit d‘amor“ von Jacques Offenbach mit dem Text von Paul-Jules Barbier. Die Sinnlichkeit, Fantasie und das Geheimnisvolle der berühmten Barcarolle wurde von beiden Sängerinnen intensiv und authentisch durchlebt.
Mit „Il Bacio“ von Luigi Arditi und dem Text von Gottardo Aldighieri schickte Anna Netrebko mit viel Charme und Empathie musikalische Küsse an das Publikum.
Wohlverdiente stehende Ovationen und Beifallsstürme des, vor Begeisterung tobenden, Auditoriums führten zu zwei Zugaben.
Nach einer kurzen Szene aus „Le nozze di Figaro“ verabschiedeten sich Anna Netrebko, Elena Maximova, Kurt Mitterfellner und Pavel Nebolsin mit einem hinreißenden, gemeinsam musizierten „Non ti scordar di me“ von Ernesto De Curtis.
Ein grandioses Konzert auf höchstem Niveau, das zutiefst beeindruckte und unvergesslich bleiben wird!
Marisa Altmann-Althausen

