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WIEN/ Staatsoper: SIMON BOCCANEGRA. Edle Gefühle

24.4.26, „Simon Boccanegra“, Staatsoper, „Edle Gefühle“

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Von 1882 bis 1990: 87 Vorstellungen, von 2002 bis 2026: 102 Vorstellungen. Ein Blick in das Online-Staatsopernarchiv beweist: „Simon Boccanegra“ ist im neuen Jahrtausend im Haus am Ring öfter gespielt worden, als in all den Jahrzehnten zuvor…

….Jetzt ist Ludovic Tézier mit dieser Aufführungsserie an der Staatsoper als Doge in diese großen Fußstapfen getreten und sie sind ihm nicht zu groß gewesen. Gestützt vom edlem Pathos der Inszenierung konnten sich die edlen Emotionen von Téziers Boccanegra voll entfalten. Was sein Rollenporträt auszeichnete war sozusagen die ausbalancierte „Querschnittmenge“: viel Gefühl, wenn es um die Beziehung zu Amelia geht, genug Stimmkraft, um seine Autorität zu wahren, und fast Jago’sche Hinterlistigkeit in der Fluchszene mit Paolo. Seine Stimme besitzt außerdem ausreichend füllige Wärme und Geschmeidigkeit, um in diesem „italischen“ Opernkosmos bestehen zu können. Die langsame Wirkung des Giftes hat Tézier gut verdeutlich – wirkt es doch so langsam, dass sich vor dem unvermeidlichen Bühnentod noch eine erhellende Begegnung mit Fiesco ausgeht.

Auch an der Partie des Fiesco kann abgelesen werden, dass Sängerpersönlichkeiten bei der Wirkung der Oper eine große Rolle spielen. Und hier ist natürlich Ferruccio Furlanetto zu nennen, der als Fiesco dieser Produktion den Stempel aufgedrückt hat: In mehr als der Hälfte der bis dato 102 Aufführungen ist er als Genueser Patrizier auf der Staatsopernbühne gestanden. Ihm folgte u.a. 2019 Kwangchul Youn, der auch in dieser Aufführungsserie wieder aufgeboten wurde…

http://www.operinwien.at/werkverz/verdi/asimon16.htm

 

Dominik Troger/ www.operinwien.at

 

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