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WIEN/ Staatsoper: SCHWANENSEE – ohne Staraufputz

21.02.2015 | Ballett/Tanz

WIENER STAATSOPER: 20.2.2015: „SCHWANENSEE“

 Die angesagte, die zur Zeit international so gefragte Reise-Primaballerina Svetlana Zakharova, der ukrainische Star des Moskauer Bolschoi Balletts, musste zwar absagen, das Publikum im vollen Haus konnte sich beim Ballettrepertoire-Hit Nr. 1, Peter I. Tschaikowskis „Schwanensee“, trotzdem einer ansprechenden Wohlfühl-Stimmung hingeben. Die nun im Wiener Staatsballett beheimatete und hoch geschätzte russisch–ukrainische Paarung Liudmila Konovalova (aus Moskau) und Denys Cherevycko (aus Donezk) und das ganze sehr sauber, sehr diszipliniert tanzende Ensemble durften einen gewaltigen Schlussapplaus entgegennehmen. Beide Protagonisten beherrschen ihre Parts technisch absolut perfekt, beide modellieren in ihrer Darstellung eher dezent emphatisch die ihnen vorgeschriebenen Gefühle. Der Londoner Dirigent Alexander Ingram, der seit der „Schwanensee“– Premiere vor einem Jahr für alle Folgevorstellungen nach Wien geholt wird, achtet aber auch weniger auf poetische Sensibilität, sondern erzielt mit dem straff geführten Orchester einen robusten Klang und kann die Blechbläser ganz schön poltern lassen. Somit: ohne Staraufputz geht es auch – und gar nicht schlecht.

Meinhard Rüdenauer 

 

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