Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Staatsoper: SALOME am 1.5. 1.5.2026-

1.5.2026- „Salome“- Wiener Staatsoper

„Niemals! Tochter Babylons!“

543

Die brillanteste und avantgardistisch kühnste Partitur von Richard StraussSalome“, das Musikdrama in einem Aufzug mit dem Text nach Oscar Wildes Drama in der Übersetzung von Hedwig Lachmann, war an der Wiener Staatsoper in einer grandiosen Aufführung brillant zu erleben!

In der Inszenierung von Cyril Teste, die mit überdimensionalen Videoprojektionen (Video-Design: Mehdi Toutain-Lopez) und Live-Kameras auf der Bühne (Video-Design Live-Kamera: Rémy Nguyen) die pervertierende Handlung dieses Strauss‘schen Meisterwerks geradezu, im positiven Sinne, überzeichnete und die extremen Charaktere, die psychisch zerrissenen Figuren mit stark ausgeprägtem Sadismus, auf der Leinwand noch unterstrich, wurde dieser „Thriller“ der schrillen Perversion faszinierend umgesetzt. Für die Bühne zeichnete Valérie Grall und die Kostüme Marie La Rocca verantwortlich (Künstlerische Mitarbeit: Céline Gaudier).

Das exzellente Orchester der Wiener Staatsoper unter der souveränen, akkuraten, musikalischen Leitung von Sebastian Weigle präsentierte das Strauss’sche Ouevre mit enormer Klangwucht, spektakulärem, musikalischem Raffinement der grauenhaften Perversion der Handlung und, wie in der Partitur vorgesehen, exotischer Harmonik und Akkuratesse. Der riesen Orchesterapparat glänzte mächtig und farbenreich.

Tomasz Konieczny war als Jochanaan eine Sensation!!! Sein spektakulärer Star-Bassbariton erfüllte den Raum der Wiener Staatsoper mit atemberaubender Kraft und Brillanz!!! Geprägt von hingebungsvoller Authentizität, intensiver Rollengestaltung, brillanter Diktion, enormer Ausdrucks- und Gestaltungskraft sowie überragender Bühnenpräsenz durchlebte er fabelhaft die Rolle des Propheten und machte ihn zum Ereignis!!!

Gerhard Siegel verlieh der expressiven Charakterrolle des Herodes tenoralen Biss, musikalische Souveränität und darstellerische Authentizität.

Monika Bohinec gab eine verläßliche und präsente Herodias.

Die aufstrebende Sopranistin Lidia Fridman überzeugte in der Rolle der Salome (Rollendebüt an der Wiener Staatsoper) mit gut geführter, modulationsfähiger Stimme und darstellerischer Flexibilität.

Sehr gut ergänzten Daniel Jenz (Narraboth) und Isabel Signoret (Page).

Hervorragend war das Quintett der Juden, Thomas Ebenstein (Erster Jude), Andrea Giovannini (Zweiter Jude), Carlos Osuna (Dritter Jude), Hiroshi Amako (Vierter Jude), Evgeny Solodovnikov (Fünfter Jude).

Weiters ergänzten Attila Mokus (Erster Nazarener; Rollendebüt an der Wiener Staatsoper), Jusung Gabriel Park (Zweiter Nazarener), Simonas Strazdas (Erster Soldat; Rollendebüt an der Wiener Staatsoper), Dohoon Lee (Zweiter Soldat; Rollendebüt & Mitglied des Opernstudios der Wiener Staatsoper), Michael Wilder (Kappadozier), Wolfram Igor Derntl (Sklave), Pablo Delgado Flores (Henker), Benedikt Missmann (Videograph), Katarina Klimaschka (Die kleine Salome), Eliška Šmatralova (Die kleine Salome; Tanz/ Video), Magdalena Chowaniec (Choreografie), Komparserie der Wiener Staatsoper.

Eine grandiose Aufführung, die das Grauen dieser perversen Geschichte faszinierend widerspiegelte!

 

Marisa Altmann/Althausen

 

 

Diese Seite drucken