Wien 2.4.26 „Parsifal“, Staatsoper, „„Vorösterlicher Parsifal“
Osterzeit ist „Parsifal“-Zeit – auch an der Wiener Staatsoper. Am Gründonnerstag ging die erste von insgesamt drei geplanten Aufführungen über die Bühne. Ihr fehlte aber noch der Festtagsglanz.
Über den „Grals-Gulag“, den sich Regisseur Kirill Serebrennikov für die Wiener Staatsoper ausgedacht hat, ist ohnehin schon genug geschrieben worden. Aber die dramaturgische Schwäche des verdoppelten Toren tritt von Aufführung zu Aufführung stärker zu Tage: Alles fokussiert auf das Schauspieler-Double – der Tenor, der die Titelpartie zu verkörpern hat, steht singend daneben wie ein vergessenes „Kulissenstück“.
Überhaupt würde nach dem Eindruck dieser Vorstellung der Produktion eine Neueinstudierung ganz gut tun, um die Szene vor einer gefährlichen Verflachung zu bewahren und sie in ihrem „Bühnen-Existentialismus“ wieder anzuschärfen. Aber das Überzeugendste an dieser Inszenierung sind ohnehin die Videos, die über der Bühne mitlaufen: Serebrennikov hätte doch besser einen Film zur „Parsifal“-Musik gedreht…
…Der starke Schlussbeifall lag bei rund sieben Minuten. (Nach dem ersten Aufzug gab es wieder einigen Applaus. Die Zeiten, in denen er in besinnlicher Stille ausklingen durfte, sind wohl endgültig vorbei.)
http://www.operinwien.at/werkverz/wagner/aparsif23.htm
Dominik Troger/ www.operinwien.at

