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WIEN/ Staatsoper: NABUCCO. Stream

WIEN/ Staatsoper: NABUCCO am 22.1.2021

Die Wiener Staatsoper übt sich in Systemrelevanz und spielt vor leerem Haus für den ORF und ein ausgewähltes Häuflein von Medienvertretern. Auf der eigenen Website überträgt man live. Naja, fast: »live zeitversetzt«. Naja, schon ein bisserl bearbeitet, auch für die Sendung auf ORF III am Sonntagabend… Jedenfalls verschob man den Übertragungsbeginn um etwas mehr als vier Stunden auf 20:30 Uhr…

…Interessant übrigens, wie die Kameraperspektive die örtlichen Gegebenheiten verzerrt: Offensichtlich hatte der ORF eine Krankamera im Parkett aufgebaut, die mit ihrem Weitwinkel­objektiv dem Bühnen­geschehen eine nie zuvor gesehene Tiefenwirkung verlieh. Und die dynamischen Kamerafahrten von der Totalen zur Nahaufnahme eines Sängers erlaubten Einsichten, die im vollbesetzten Haus nicht möglich sind.

Plácido Domingo stand als Nabucco auf der Bühne. An seinem 80. Geburtstag. Ob es die zweite, dritte oder siebente Wiederkehr desselben war, muß uns nicht interessieren. Was uns zu interessieren hat, ist Domingos Leistung. Und da bleibt festzuhalten: Es macht einen betroffen, wie sehr einer der einstens besten Tenöre seiner Zeit die eigenen Ansprüche an die stimmliche Gestaltung einer Partie immer mehr herabsetzt, um vor sich selbst weitere Auftritte zu rechtfertigen.

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Placido Domingo. Foto: Wiener Statsoper/ Michael Pöhn

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=AC562D72-FF6B-A373-40CDCB2858D8BEB0

 

Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

 

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