Wien/ Staatsoper
5.3.26 „Nabucco“, Staatsoper
Die dritte Vorstellung der laufenden „Nabucco“-Serie an der Wiener Staatsoper wurde mit Spannung erwartet. Würde Anna Netrebko singen? Ja, sie wird!

Anna Netrebko. Copyright; Netrebko
„Dieses Mal mit Anna Netrebko“
Die dritte Vorstellung der laufenden „Nabucco“-Serie an der Wiener Staatsoper wurde mit Spannung erwartet. Würde Anna Netrebko singen? Ja, sie wird!
Die Vorstellung begann wieder mit einer Ansage. Doch zu allererst wurde das Publikum beruhigt: Anna Netrebko wird wirklich singen. Dann wurde mitgeteilt, dass Szilvia Vörös für Monica Bohinec einspringt, und dass Alexander Vinogradov wegen einer Pollenallergie um Nachsicht bitte.
Anna Netrebko selbst wurde nicht angesagt. Sie lieh der Abigaille ihren satten Sopran, von der Höhe bis zur Tiefe gut durchgeformt und ohne Schärfe. Mit publikumsaffinem „Divenbewusstsein“ und ausgewogenem Gesang beherrschte sie diese von Günther Krämer vor fünfundzwanzig Jahren szenisch arrangierte „Stehpartie“. Dass sie den Schlusston der Cabaletta hinunter sang, hat den „Nervenkitzel“ für das Publikum zwar nicht auf die Spitze getrieben, war aber in Anbetracht der Absage am Montag womöglich einer gebotenen Risikominimierung geschuldet. Es war ohnehin bemerkenswert, wie gut die Sängerin ihre stimmlichen Ressourcen mit „Maß“ und „Ziel“ zum Einsatz brachte, um die plakativen Emotionszustände dieser gesanglich schwierig umzusetzenden Bühnenfigur überzeugend auszumalen und sich dabei „stimmhygienisch“ nicht zu überfordern. Wohin das nämlich führen kann, davon hat das Schicksal der (an Jahren jüngeren) Einspringerin am Montag beredtes Zeugnis abgelegt.
http://www.operinwien.at/werkverz/verdi/anabucco9.htm
Dominik Troger /www.operinwien.at

