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WIEN/ Staatsoper: MANON von Jules Massenet

WIEN/ Staatsoper: MANON von Jules Massenet

WIEN/ Staatsoper: MANON von Massenet – ein Musterbeispiel tenoraler  PerfektionOnline Merker

Benjamin Bernheim: im Verein mit der so oft gescholtenen » alten Garde « hob er den Abend auf durchschnittliches Niveau. Bertrand de Billy ließ den Opéra-Comique-Ton missen. Und Andrei Şerbans Inszenierung wird von Mal zu Mal schlechter.
(So waren die Gegebenheiten.)

Clemens Unterreiner in der Partie des reichen Pächters Brétigny; Dan Paul Dumitrescu als Comte Des Grieux: nicht nur stimmlich verlässliche Stützen der Aufführung. Sie wissen um die handwerklichen Unzulänglichkeiten der Şerbanschen Arbeit; machen seit Jahren das Beste daraus. Stefan Astakhov wird, fürchte ich, niemals zu einem international gefragten Lescaut reifen. Dazu fehlt es seiner Stimme an Gewicht und Technik. Andrea Giovannini als Guillot de Morfontaine erweist sich ihm als ebenbürtig. Auch er bleibt jede stimmliche Gestaltung seiner kleinen, doch nicht unwichtigen Partie schuldig. (Immerhin ist es Guillot, der mit dem behaupteten Anrecht auf Manon ihren Untergang herbeiführt.)

III.
Kristina Mkhitaryans Stimme ist aus jenem leichtgewichtigen, generischen Material gewebt, das in Tausendschaften die Opernbühnen dieser Welt bevölkert; — und letztendlich uninteressant bleibt. Kaum einmal wollte sich eine Gesangslinie ausbilden; von einer getreulichen Beobachtung der Vortragszeichen kann nicht berichtet werden. N’est-ce plus ma main beispielsweise, mit der Manon das finale Duett des Saint-Sulpice-Bildes eröffnet: Die Phrase sollte vom piano beim Aufstieg auf das mittlere Sopran-› f ‹ nicht einmal mezzoforte erreichen, um danach wieder ins piano zurückgenommen zu werden. Hier: zu laut, zu grob.

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Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

 

 

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