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WIEN/ Staatsoper: MACBETH. Attraktive Lady

Wien/ Staatsoper: 27.9.26, „Macbeth“, Staatsoper, „Attraktive Lady“

Spannendes Repertoire mit szenischen Insuffizienzen: Die Staatsoper spielt wieder Barrie Koskys „Macbeth“-Produktion, ausstaffiert mit einem neuen Titelhelden und einer jugendlich-aparten Lady.

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Anastasia Bartoli. Foto: In Art Management

Étienne Dupuis gibt zum ersten Mal den Macbeth in Wien: kein Macbeth, der sich sein Schicksal „schön“ färbt, sondern einer, dem man den „strauchelnden“ Krieger glaubt. Seine Stärke liegt mehr in der Attacke, und wenn er sich mit „Tod oder Ruhm“ in die finale Schlacht wirft, dann reißt es mit und macht noch einmal Energien frei.

Erschwert wird ihm die Aufgabe durch die Inszenierung, die die Handlung als Albtraum des Macbeth erzählt, und ihm in wichtigen Szenen die Unterstützung versagt. Die geheimnisvolle Erscheinung der Könige findet nur in Macbeth Kopf statt, die Bankettszene ist auf ihn und die Lady heruntergebrochen, zweigeschlechtliche Trikot-Nackerte stehen am Bühnenrand und bewerfen sie mit Papierschlangen. Sogar der erster Auftritt im Glanz frisch gewonnenen Schlachtenruhms wird Macbeth „gestohlen“, liegt er doch gleich am Beginn auf der Bühne, gequält von schlechten Träumen.

Dupuis meisterte diese Herausforderungen mehr sachlich als mit königlicher „Grandezza“, wobei die oftmalige Nähe der katzenhaften Lady von Anastasia Bartoli ein guter Verstärker für die geforderten Emotionen war: Denn diese Lady fuhr ihre Krallen aus, gepackt in das Fell erotischer Geschmeidigkeit. Bartoli war keine neue Lady für Wien, hat die Partie bereits vor zwei Jahren zweimal an der Staatsoper gesungen…

http://www.operinwien.at/werkverz/verdi/amacbeth11.htm

Dominik Troger/ www.operinwien.at

 

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