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WIEN/ Staatsoper: LUCIA DI LAMMERMOOR .

WIEN/ Staatsoper: Wien/ Staatsoper
22.11.25 „Lucia di Lammermoor“, Staatsoper

Adela Zaharia | Metropolitan Opera
Adela Zaharia. Foto: Metopera

Die Wiener Staatsoper spielt aktuell „Lucia di Lammermoor“ in durchwegs neuer Besetzung. Dergleichen weckt großes Interesse und Erwartungen. An der Szene hat sich allerdings nichts geändert: Der Frost hält Schottland nach wie vor in eisigem Griff.

Mit Adela Zaharia hat sich eine neue Lucia dem Wiener Publikum vorgestellt. Eine leichte Kühle umwehte diese schottische Hochlandbraut, ein emotionales Ringen, das ihr von leicht dunkler Beimischung abschattiertes Sopranklagen klar und präzise auf den Punkt brachte – und vor allem auch durchsetzungstark.

Wenn man zur Beschreibung ihrer Stimme die verschneite Landschaft zur Hilfe nehmen müsste, die das Bühnenbild mehr schemenhaft umreißt, dann war es kein lasziv zerschmelzender Flockenschnee, den die Sängerin dem Publikum wohlig ausgebreitet hat, sondern dieses fühlte die unter Liebes- und Frühlingshoffnung aufgefirnte Kante einer unter schwierigen Familienverhältnissen zugeeisten, aber empfindungsfähigen Seele. So richtig „romantisch“ war das womöglich nicht, aber effektvoll, und wahrscheinlich hat schon seit vielen Jahren keine Sängerin an der Wiener Staatsoper auch die virtuose Seite dieser Partie insgesamt so durchgängig ausgewogen, raumfüllend und mühelos zur Geltung gebracht…

Der Schlussapplaus erreichte eine Länge von rund sieben Minuten. Dass er ganz besonders auch der Lucia galt, wird nicht überraschen. (Obige Anmerkungen beziehen sich auf die dritte Vorstellung der laufenden Aufführungsserie.)

http://www.operinwien.at/werkverz/donizett/alucia14.htm

 

Dominik Troger/ www.operinwien.at

 

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