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WIEN/ Staatsoper: LES PÊCHEURS DES PERLES – Premiere

WIEN/Staatsoper : „Les Pêcheurs des Perles – Premiere am 14. Mai 2026

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Foto: Sergi Panizo

Am 14. Mai 2026 brachte die Wiener Staatsoper die Oper von Georges Bizet, „Les Pêcheurs des Perles“ in einer Neuinszenierung von Ersan Mondtag heraus, der ab 2028 hier auch den neuen „Ring des Nibelungen“ inszenieren soll. Wenngleich er das Regiekonzept vom gefährlichen Perlenfischen im alten Ceylon in die Gegenwart der unter ähnlich prekären Bedingungen in Bangla Desh und Thailand erstellten Bekleidung für den westeuropäischen und den US-Markt verlegte, ging das nicht ganz auf, auch weil einfach zu viele handwerkliche Fehler passierten. 

Insbesondere passte das zweite Bild eines mit hellem Marmor getäfelten Shopping Centers und zwei – nicht funktionierenden – Rolltreppen sowie einer Überzahl von Polizisten (!) nicht in die Ästhetik der Oper und noch weniger zu dem – allerdings auch nicht gerade beeindruckenden – Libretto. Absolutes No-Go war eine Truppe von Putzerinnen zu Beginn des zweiten Teils, die den ohnehin blanken Boden des Shopping Centers bohnern musste und mit dem aus dem Regisseurstheater altbekannten Putz-Set aus Eimer, Besen und so weiter bestehend zu Werke ging. Dazu plärrte aus einem Lautsprecher Musik aus „Carmen“. Buhrufe erklangen aus dem Parkett! Absolut entbehrlich, da rein banal aktivistisch, und hoffentlich gestrichen bei den Reprisen! 

Ludovic Tézier war ein Weltklasse-Zurga, sowohl stimmlich wie in seiner Souveränität ausstrahlenden Ruhe auch darstellerisch. Juan Diego Florez war ihm ein Partner auf Augenhöhe als Nadir. Allerdings hat sein wohlklingender Belcanto-Tenor mittlerweile etwas an Potenz und Strahlkraft verloren. Kristina Mkhitaryan sang im Laufe des Abends eine immer besser werdende Leila, mit starkem vokalen und darstellerischen Ausdruck im Duett mit Zurga. Ivo Stanchevwar ein klangvoller Nourabad. Alle vier Sänger absolvierten ihre Rollendebuts. 

Eine tragende Säule des Abends war der von Martin Schebesta einstudierte Chor der Wiener Staatsoper, der sich in absoluter Topform, wenngleich manchmal etwas lieblos choreografiert, präsentierte. 

Daniele Rustioni, erstaunlicherweise an diesem Abend mit seinem Debut an der Wiener Staatsoper, trug mit dem Orchester der Wiener Staatsoper vor allem im zweiten Teil stark auf und konnte so die dramatischer werdende Handlung musikalisch bestens akzentuieren. 

Ein guter, aber kein ganz großer Abend am Haus am Ring. Relativ kurzer Applaus für eine Premiere an diesem Haus, der meiste zu Recht für Tézier und den Dirigenten mit dem Orchester. Wie wird nun der „Ring“ von Mondtag….?

 

Klaus Billand

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