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WIEN/ Staatsoper: LES PECHEURS DE PERLES. Bemerkungen und Fragen

Wiener Staatsoper, 17.5. 2026: Les pecheurs de perles, 2.Vorstellung 

Bemerkungen und Fragen

Les pêcheurs de perles – Wikipedia

Die beiden Glanzlichter dieser Oper sind das „Perlenfischerduett“ und die Nadir-Arie. Beide konnten nicht optimal, wie bei einer Neueinstudierung angezeigt, über die Bühne kommen. Juan-Diego Florez sang die Solostellen im Duett recht gut; als es aber dann zweistimmig wurde hatte er dem Schwall von Ludowig Teziers  fokusierter,  kerniger Stimme wenig entgegenzusetzen und blieb mit der Melodiestimme zu sehr im Hintergrund. So wie dieser Zurga sang, hätte es einer Stimme mit einem Kaliber wie der von Jussi Bjoerling bedurft um zur Geltung zu kommen; auch Kraus hätte es geschafft. Hat man in der Direktion der WStO, im Besetzungsbüro nicht geahnt, dass die beiden Stimmen nicht zusammenpassen werden; der Dirigent hätte es aber auf jeden Fall merken müssen….Nach der Nadirarie gab es traurig schwachen Applaus, Florez hatte alle Töne und intonierte gut, wirkte aber etwas angestrengt…war es vielleicht das extrem langsame Tempo? Andante 60 sollte doch etwas  flüssiger sein….Ludovic Tezier hatte an diesem Abend alle Trümpfe in der Hand, denn auch die Leila von Kristina Mkhitaryan.konnte mich nicht restlos überzeugen. Sie hatte einige recht schöne piano Töne, wenn sie aber aussang kamen ein wenig mehr Oszillatioen als einer Leila gut tut. Der Chor war ausgezeichnet, vor allem die Tenöre.

Die unnötige Einleitung zum 2.Akt löste auch in dieser Vorstellung heftige Buuhs und Zwischenrufe aus. Herr Roscic verkündigte, dass die Mall geschlossen werde und geräumt sein sollte.   Dann aber  taucht das ganze Personal  wieder auf.

In dieser Regie spielen steile Treppen eine große Rolle…für viele Sänger ist Treppensteigen und dann singen nicht angenehm. Bei der Nadierarie gab es auf der Treppe hinter dem Tenor eine Nebenhandlung, die vom Gesang unangenehm ablenkte. Warum Regisseure  die Sänger bei schweren Arien nicht einfach singen lassen…??  Der immense Teil des Publikums kann auf diese Zutaten verzichten. Zigaretten dürfen auch nicht fehlen, Zurga zündet sich als Schlusspunkt seiner Arie eine an. Der gesungene Text harmoniert natürlich nicht mit dem was man zu sehen bekommt…  

Bei den Perlenfischern weiss man, dass die Handlung schwach und kitschig ist, aber  diese Adaptation ist genauso schwach und auf ihre Art  auch kitschig und ziemlich unschlüssig. Eine Produktion wie diese hat – wenn schon – ihre Berechtigung im Theater an der Wien, weil solches nach 4 oder 5 Reprisen entsorgt wird. Im Repertoire der Staatsoper ist es ein schwer verdaulicher Brocken mehr, den uns die Direktion Roscic aufgetischt hat.    In der Volksoper gab es in den 90gerjahren eine deutschsprachige Aufführung im originalem Flair, die habe ich in recht guter Erinnerung, weil sie zumindest  stimmig war. Edith Lienbacher war mit ihrem lyrischen Koloratursopran eine richtig und gut besetzte Leila. David Kuebler und Georg Tichy glänzten mit dem berühmten Duett in adaequater Weise….Wird es wieder einmal eine Inszenierung ohne Zeitversetzung und Handlungsverdrehungen geben??….

sic transit….

alcindo

 

 

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