26.1.2026- „Le nozze di Figaro“- Wiener Staatsoper
„Se vuol ballare“
Wolfgang Amadeus Mozarts’ mitreißendes Meisterwerk „Le nozze di Figaro“, die „Commedia per musica“ in vier Akten mit dem Text von Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais, war an der Wiener Staatsoper brillant zu erleben!

Die eindrucksvolle, temporeiche Inszenierung von Barrie Kosky war erfüllt von Witz, Komik, Rasanz und enormer Bewegung. Koskys inszenatorischer Ideenreichtum forderte von den Sängern ein hohes Maß an Beweglichkeit, Konzentration und darstellerischer Pointiertheit. Rufus Didwiszus‘ Bühne, in der sowohl die Vorder- als auch die Hinterbühne, mit jeweiligem, beweglichem Wechsel der einzelnen Szenen, markant zum Einsatz kam, als auch die Kostüme von Victoria Behr und das Licht von Franck Evin unterstützten maßgeblich die Intentionen des einfallsreichen Regisseurs.
Exzellent präsentierte das Orchester der Wiener Staatsoper das Mozart‘sche Ouevre unter der eindrucksvollen, musikalischen Leitung von Adam Fischer, einem spektakulären Mozart-Dirigenten und einer der wichtigsten Dirigenten unserer Zeit, der die Aufführung mit geschlossener Partitur dirigierte und den Mozart‘schen Humor, aber auch den Tiefgang und die Ernsthaftigkeit seiner Musik phänomenal umsetzte!
Feinsinnig, getragen von überragender Sensitivität, genialer „Einfachheit“, humoreskem Wohlklang und duftigem Tempo, erwies sich das Staatsopernorchester unter Leitung von Adam Fischer als hochkarätiger, hochmusikalischer Klangteppich für die hervorragenden Sänger.
Der britische Bariton Huw Montague Rendall beeindruckte als Conte d‘Almaviva mit schöner, beweglicher, ausdrucksstarker Stimme sowie mit authentischer, darstellerischer Präsenz.
Die in Guatemala geborene Sopranistin Adriana González brillierte in der Rolle der Contessa d‘Almaviva. Ihr volltönender, dunkel timbrierter, qualitätsvoller Sopran faszinierte mit Durchschlagskraft, Ausdrucksstärke und mit feinsten Mozart‘schen Lyrismen. Ihre Arie „Porgi amor“ im zweiten Akt war der Höhepunkt des Abends!
Serena Sáenz bezauberte als quirlige Susanna mit köstlicher Humoreske, schauspielerischer Authentizität sowie pointierter, stimmlicher Intensität.
In der Rolle des Figaro imponierte Riccardo Fassi. Mit seiner profunden, modulationsfähigen und markanten Stimme sowie seine darstellerischen Souveränität wußte er gekonnt zu fesseln.
Fantastisch präsentierte sich Patricia Nolz als Cherubino. Schönstimmig, mit perfektem „sotto voce“,schauspielerischem Witz und der Inszenierung entsprechend, enormer Beweglichkeit erfüllte sie hervorragend die berühmte Hosenrolle.
Im besten Sinne urkomisch, gewandt und überkandidelt erfreute Stephanie Houtzeel in der Rolle der Marcellina.
Ausgezeichnet ergänzten Daniel Jenz als schräger Basilio, Andrea Giovannini als amüsanter Don Curzio, Evgeny Solodovnikov mit pastosem Bass in der Rolle des Bartolo, Clemens Unterreiner als präsenter, stimmgewaltiger Antonio und Hannah-Theres Weigl (Mitglied des Opernstudios der Wiener Staatsoper) als anmutige, stimmschöne Barbarina.
Sämtliche Rezitative wurden von den Sängern temporeich mit pointierter Akkuratesse und überragender Lebendigkeit in Szene gesetzt. Sowie hinreißend, homogen und rasant die überwältigenden Ensembles.
Der großartige Chor (Choreinstudierung: Thomas Lang) der Wiener Staatsoper beeindruckte auch mit seiner außergewöhnlichen Spielfreude.
Eine grandiose Aufführung dieser „Le nozze di Figaro“ an der Wiener Staatsoper, die noch lange in Erinnerung bleiben wird!
Marisa Altmann-Althausen

